Achtelfinale gegen Pick Szeged: THW Kiel gegen starke Ungarn

Foto: Lächler

Pokal-Archiv
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

13 "Zebras" machten mit einer Energieleistung im letzten Spiel der "VELUX EHF Champions League"-Gruppenphase das beinahe Unmögliche möglich: Mit sieben Treffern hatte der THW Kiel bei der Weltauswahl von Paris Saint-Germain bereits zurückgelegen, ehe Trainer Alfred Gislason "und die wilde 13" eine unglaubliche Aufholjagd starteten.

Am Ende feierten die Schwarz-Weißen ein 29:29-Unentschieden - erstmals in dieser Königsklassen-Spielzeit hatte der große Titel-Favorit aus Frankreich vor eigenem Publikum Federn lassen müssen. Durch den Punktgewinn verteidigten die Kieler Platz vier in der starken Gruppe B, sicherten sich damit das Heimrecht im entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel am Oster-Wochenende und gingen einem deutsch-deutschen Duell mit den Rhein-Neckar Löwen aus dem Weg. Gegner in der Runde der besten 16 Mannschaften ist nun der ungarische Vize-Meister MOL-Pick Szeged. "Gegen Szeged wird es mit Sicherheit nicht leichter als gegen die Löwen", sagt Gislason. "Aber interessanter. Denn sonst hätten wir innerhalb einer Woche dreimal gegen die Löwen gespielt." Der Vorverkauf für das Achtelfinal-Heimspiel der Kieler läuft unterdessen auf Hochtouren.

Mit dem Remis in Paris beendeten die "Zebras" eine extrem schwierige Gruppenphase erfolgreich. Mit 0:4 Punkten waren sie gestartet, hatten beim hart erkämpften 27:26-Heimerfolg gegen Aalborg ihre ersten Zähler gesammelt, dann unglücklich in Veszprem verloren und beim 20:20 gegen Flensburg ebenso unglücklich einen Punkt liegengelassen. Auch nach der anstrengendsten Auswärts-Tour ins weißrussische Brest, für 60 Minuten Handball waren die "Zebras" 60 Stunden mit Bus und Flugzeug unterwegs, mit einem 25:24-Sieg und den ersten Zählern auf fremdem Boden gab es wieder Rückschläge: Zu Hause verlor der THW Kiel gegen den slowenischen Meister RK Celje mit 26:29, urplötzlich war sogar der Einzug in die nächste Runde in Frage gestellt. Dann startete der THW Kiel aber die große Aufholjagd: Fünf Siege in Serie, darunter der 33:30-Derby-Erfolg in Flensburg und das leidenschaftlich erarbeitete 22:20 gegen Veszprem, bedeuteten die vorzeitige Achtelfinal-Qualifikation, das Unentschieden in Paris im furiosen Finale nach dem 30:31 gegen Kielce Platz vier. Jetzt geht es - sollte die EHF zustimmen - voraussichtlich am 21./22. März zunächst nach Szeged, ehe wahrscheinlich am Osterwochenende (31. März/1. April) der ungarische Top-Club um seinen Star Jonas Källman in Kiel zum entscheidenden Rückspiel erwartet wird.

Die Ungarn wollen bei ihrer 16. Teilnahme an der "VELUX EHF Champions League" wie im Vorjahr mindestens das Viertelfinale erreichen. Im April 2017 verpasste die Mannschaft des spanischen Coaches Juan Carlos Pastor nur knapp gegen Paris Saint-Germain die erste Teilnahme am "VELUX EHF Final4" und war bis zum Remis der Kieler an der Seine die vorerst letzte Mannschaft, die einen Punkt aus Paris mit nach Hause nehmen konnte. In dieser Spielzeit sorgte Pick Szeged in der Königsklasse einige Male für Aufsehen. Vor allem in der extrem lauten "Varosi Sportcsarnok", die 3.200 enthusiastischen Fans Platz bietet, ist der ungarische Vizemeister eine Macht. So gewannen die Magyaren beispielsweise gegen den Rekord-Champion FC Barcelona zu Hause mit 31:28, und selbst dem Titelverteidiger Vardar Skopje (26:26) gelang kein Sieg in der drittgrößten Stadt Ungarns. Aber auch auf fremdem Terrain ist die erfahrene Mannschaft des kommenden THW-Gegners gefährlich, wie die Rhein-Neckar Löwen schmerzhaft erfahren mussten: Mit 35:37 verlor der deutsche Meister vor eigenem Publikum gegen Pick Szeged, das im finalen Gruppenspiel einmal mehr das Star-Ensemble aus Barcelona an den Rand einer Niederlage brachte. Am Ende retteten die Katalanen einen 28:27-Erfolg über die Zeit.

Bekanntester Akteur der Ungarn ist ein Schwede: Der inzwischen 36-jährige Jonas Källman, der 2006, 2008 und 2009 mit Ciudad Real die Königsklasse gewann und dabei mehrfach auch den THW Kiel bezwang, gehört mit seiner Abwehr- und Abschlussstärke zu den Leuchttürmen in Juan Carlos Pastors Team. Dieses baut im Tor ebenfalls auf Erfahrung: Jose Manuel Sierra (39 Jahre), Weltmeister 2013 mit Spanien und ebenfalls dreifacher Champions-League-Sieger, sowie Ex-Kielce-Keeper Marin Sego (32), der 2016 mit den Polen in der Königsklasse triumphierte, sind der große Rückhalt von Pick Szeged. Mit Szabolcs Zubai, Matej Gaber und Bence Banhidi bilden gleich drei Kreisläufer einen massiven Mittelblock. Auch der ehemalige Rhein-Neckar-Löwe Sergej Gorbok, mittlerweile auch schon 35 Jahre alt, kann im Szegediner Abwehr-Verbund ordentlich Beton anrühren. Im Angriff sorgt ein Ungar für ordentlich Betrieb in der gegnerischen Defensive: Linkshänder Zsolt Balogh ist mit 57 Treffern Szegeds erfolgreichster Königsklassen-Torschütze, vom Kreis ist Benhidi (41) erfolgreich, während sich auf Halblinks Richard Bodo (41) , Gorbok (25 Tore) oder der Brasilianer Thiagus dos Santos (17) die Arbeit teilen. Auf Linksaußen wirbelt neben Källman, der aktuell mit 41 Treffern ebenfalls zu den besten Szeged-Torschützen gehört, der Isländer Stefan Sigurmansson (35 Tore), der einst ebenfalls für die Mannheimer Löwen in der Bundesliga spielte.

Auf der Mitte setzt Pastor auf einen Neuzugang: Dmitry Zhitnikov kam vor dieser Spielzeit von Orlen Wisla Plock und spinnt neben dem slowenischen Nationalspieler Stas Skube die Fäden im Angriffsspiel der Ungarn. "Das ist eine sehr erfahrene, eingespielte Mannschaft, die gerade zu Hause richtig stark ist", weiß THW-Trainer Alfred Gislason um die Stärken der Ungarn. "Zu Hause machen die Fans einen unheimlichen Druck, und auch auswärts kann Pick Szeged überraschen. Das werden zwei richtig heiße Achtelfinal-Partien, zwei unglaublich schwere Spiele." Gislason spricht aus Erfahrung, traf seine Mannschaft doch bereits sechs Mal auf MOL-Pick Szeged. Zweimal siegte der THW 2011 in der Gruppenphase, bei den K.o.-Spielen im Viertelfinale 2015 und im Achtelfinale 2016 verloren die Kieler jeweils auswärts, holten den Rückstand in zum teil dramatischen Rückspielen in der Sparkassen-Arena aber wieder auf.

Der freie Vorverkauf für das Heimspiel gegen MOL-Pick Szeged läuft bereits auf Hochtouren. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, bei CITTI, in der KN-Kundenhalle, in den famila-Märkten, im THW-Online-Ticketshop und unter der Hotline 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig). Parallel dazu können sich auch Champions-Card-Inhaber, die ein Vorkaufsrecht für das Achtelfinalticket bis zum 9. März (21 Uhr, siehe Extra-Artikel zum Einlösen des Vorkaufsrechts) haben, online oder in der THW-Geschäftstelle ihre Plätze in der Sparkassen-Arena sichern. Auf geht's ins Achtelfinale, Kiel!

Ergebnisdienst Pokal

Es finden keine Begegnungen statt.