Zebras sind nicht der Favorit in Vardar

Foto: Lächler

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Alles oder nichts, Teil zwei: Am Sonntag fällt im Viertelfinale der VELUX EHF Champions League die Entscheidung, wer das Finalturnier Ende Mai in Köln erreicht. Der THW Kiel reist dabei nach der unglücklichen 28:29-Niederlage im Hinspiel als Außenseiter zum bärenstarken Titelverteidiger HC Vardar.

5.500 heißblütige Fans werden im seit Wochen ausverkauften Hexenkessel "Jane Sandanski" für eine Höllen-Atmosphäre sorgen, in der keines der "Zebras" das eigene Wort verstehen wird. "Natürlich ist Vardar nach dem Hinspielsieg und mit ihren Fans im Rücken der große Favorit", sagt THW-Kreisläufer Patrick Wiencek. "Aber wir fliegen nicht nach Skopje, um dort Urlaub zu machen. Wir wollen die Überraschung schaffen und gewinnen." Anwurf ist um 17 Uhr, Sky überträgt live aus der mazedonischen Hauptstadt.

THW-Trainer Alfred Gislason weiß, was die Kieler neben dem starken Titelverteidiger mit seiner abgezockten, erfahrenen Mannschaft am Sonntag erwartet: "Die mazedonischen Fans sind heißblütig, werden einen unglaublichen Lärm und viel Hektik erzeugen. Es wird nicht einfach werden, in dieser Atmosphäre einen kühlen Kopf zu bewahren." Auch deshalb war der Isländer enttäuscht, dass seine Mannschaft im Hinspiel durch Fehler in der Schlussphase einen möglichen Sieg weggeworfen hatte. "Mit einem Tor Rückstand wird es am Sonntag noch schwerer. Wir reisen als krasser Außenseiter nach Skopje. Wenn wir weiterkommen wollen, muss bei uns wirklich alles klappen." Denn die "Zebras" haben neben dem Nachteil, das Rückspiel auswärts bestreiten zu müssen, auch noch das Bundesliga-Spiel in Leipzig in den Knochen. Die Mazedonier konnten sich hingegen seit Sonntag auf das entscheidende Spiel gegen die Kieler vorbereiten. Zudem hat Gislason einmal mehr in dieser Spielzeit mit einem dezimierten Kader zu kämpfen: Neben den beiden Langzeit-Verletzten Rune Dahmke und Rene Toft Hansen (beide Schambein-Entzündung) wird auch Steffen Weinhold, der sich im Hinspiel am Oberschenkel verletzte, am Samstag nicht mit im Charter-Flieger sitzen, der die Schwarz-Weißen direkt nach Skopje bringen wird. Gislason: "Ohne Steffen sind unsere Aussichten für das Rückspiel in Skopje nicht besser."

Die Gastgeber hingegen gehen in Bestbesetzung in die Partie am Sonntag - und mit dem sicheren Gefühl, auch in der "Jane-Sandanski-Arena" eine echte Macht zu sein: Zuletzt verlor die Mannschaft von Trainer Raul Gonzales im November 2016 gegen die Rhein-Neckar Löwen ein Königsklassen-Spiel auf heimischem Terrain. In dieser Spielzeit gewann der HC Vardar bis auf das - aufgrund des vorzeitig feststehenden Gruppensieges - bedeutungslose 31:31 gegen Orlen Wisla Plock alle Heimspiele: Der FC Barcelona wurde mit 27:24 besiegt, gegen den "VELUX EHF Final4"-Kandidaten HBC Nantes gab es ein klares 27:23, die "Löwen" kehrten mit einer 26:30-Niederlage aus Skopje zurück nach Mannheim, und auch der Kieler Achtelfinal-Gegner Pick Szeged hatte beim 30:34 keine Chance. "Vardar ist neben PSG die aktuell beste Mannschaft der Königsklasse", unterstreicht Alfred Gislason.

Die Kieler reisen mit Respekt an, freuen sich aber auch auf das Duell in Mazedonien: "Das sind die Spiele, für die man hart arbeitet", sagt Linksaußen Emil Frend Öfors, der im Hinspiel Torwart-Legende Arpad Sterbik dreimal bezwang. Auch Rechtsaußen Ole Rahmel hat den Traum von Köln noch nicht ad acta gelegt: "Es ist Halbzeit, und wir sind mit Sicherheit im Rückspiel nicht der Favorit. Das kann gut für uns sein." Auch THW-Regisseur Miha Zarabec besteigt das Flugzeug mit vorsichtigem Optimismus: "Wir können es schaffen, dafür müssen wir aber einen perfekten Tag erwischen." Ein perfekter Tag wäre Sonntag, wenn der THW Kiel beim HC Vardar mit zwei oder mehr Toren gewinnen könnte. Bei einem Erfolg mit einem Tor Unterschied müssten die "Zebras" 30 oder mehr Tore erzielen, um die Qualifikation für das "VELUX EHF Final4" zu schaffen. Bei einem 29:28-Sieg für den THW Kiel würde ein Siebenmeter-Werfen die Entscheidung bringen, bei allen anderen Ergebnissen wäre Vardar weiterhin auf Kurs Titelvertei-digung in der VELUX EHF Champions-League.

Das vielleicht wichtigste Spiel der bisherigen Saison wird am Sonntag um 17 Uhr von den beiden tschechischen Unparteiischen Vaclav Horacek und Jiri Novotny angepfiffen, um die Belange der Schiedsrichter kümmert sich der EHF-Referee-Delegierte Helmut Wille aus Österreich. Das Kampfgericht leitet der EHF-Delegierte Tomo Vodopivec aus Slowenien.  Die zweite Viertelfinal-Halbzeit steht an: Auf geht's Kiel!

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