CL-Auftakt: Mehr Kracher geht kaum

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Am Mittwochabend ist es soweit: Mit dem Duell gegen den FC Barcelona starten die Rhein-Neckar Löwen in die Saison 2018/19 in der VELUX EHF Champions League. Anpfiff in der SAP Arena ist um 19 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Karten gibt es sowohl noch online, als auch an der Abendkasse.

Die Bilanz der Gelben im Vergleich mit den Blau-Roten aus der katalanischen Metropole liest sich ausgezeichnet: Neun Mal spielte man gegeneinander, je drei Siege gehen auf die Konten beider Teams. Hinzu kommen drei Unentschieden – zwei davon aus der vergangenen Champions-League-Saison. So gab es fast genau vor einem Jahr in der SAP Arena – ebenfalls zum Saison-Einstand in der Königsklasse – ein 31:31, im Rückspiel Mitte November ein 26:26 im Palau Blaugrana. Beide Partien verliefen auf höchstem spielerischen Niveau geradezu dramatisch. Will heißen: Wer sich diesen neuen Klassiker des europäischen Spitzenhandballs entgehen lässt, bringt sich um die Gelegenheit eines unvergesslichen Abends.

Aus Sicht der Rhein-Neckar Löwen steht einem denkwürdigen Erlebnis nichts im Wege. „Alle sind fit, alle sind hochmotiviert“, meldet der Sportliche Leiter vom Abschlusstraining am Dienstagvormittag. Für Oliver Roggisch ist es keine Frage: Die Vorfreude auf die neue „Staffel“ Königsklasse könnte kaum größer sein. Zumal sich mit dem FC Barcelona nicht irgendeine Mannschaft zum Auftakt vorstellt. „Das ist ein Weltklasse-Team, das insbesondere in der Breite superstark aufgestellt ist. Barcelona kann zwei gleichwertige Mannschaften aufbieten, aber auch wir haben Qualität im Kader“, sagt „The Rogg“ und erwartet wie in den beiden jüngsten Duellen aus der Vorsaison eine enge Kiste.

Sicher seien beide Teams zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison noch nicht auf dem Top-Level. Dennoch freut sich Oli Roggisch auf einen spektakulären Schlagabtausch, bei dem aus Löwen-Sicht Vieles stimmen muss. „Wir brauchen eine starke Torhüter- und Abwehrleistung, das ist klar. Wir werden auf jeden Fall alles in dieses Spiel hineinlegen, wollen dabei auch den Schwung, der von den Fans kommen wird, mitnehmen.“ Der Ehrgeiz, es in der VELUX EHF Champions League weiter zu bringen als zuletzt bis ins Achtelfinale, sei auf jeden Fall vorhanden. „Das war aber auch vorher so. Die Freude bei den Jungs auf die Königsklasse ist wie immer vorhanden. Nun wollen wir diese auch in Erfolge ummünzen.“

Die Erfolgsgeschichte des FC Barcelona ist genauso lang wie die Liste von Weltklassespielern im aktuellen Kader. Unter dem Dach des spanischen Sportvereins, der zu den weltweit größten, beliebtesten und schillerndsten Clubs zu zählen ist, hat neben Fußball auch der Handball Tradition. Die erste nationale Meisterschaft feierten die Blau-Roten im Jahr 1943, es folgten 32 weitere. Seit 2011 hat überhaupt keine andere spanische Mannschaft mehr den Titel in der Liga ASOBAL holen können. Für den Pokal gilt dasselbe ab dem Jahr 2014.

Personell versammelt der FCB unter der Leitung des in der Stadt geborenen Trainerfuchses Xavier Pascual Fuertes eine Riege von Ausnahmekönnern. Neben dem spanischen Kern um die langjährigen National-Granden Gonzalo Perez de Vargas, Victor Tomas und Raul Entrerrios stehen Spieler wie Cedric Sorhaindo, Dika Mem und Aron Palmarsson für absolute Spitzenklasse. Hinzu kamen im Sommer gleich mehrere Hochkaräter, die den ohnehin schon luxuriös bestückten Kader weiter veredeln: Mit Casper Ulrich Mortensen und Kevin Möller bediente man sich zweimal in der DKB Handball-Bundesliga und rüstete mit der doppelten Dänen-Power sowohl im Tor, als auch auf Linksaußen auf. Der heißeste Neuzugang kommt aber aus Frankreich.

Von Champions-League-Sieger Montpellier haben sich die Katalanen Ludovic Fabregas geangelt – eines der vielversprechendsten Kreisläufer-Talente unserer Zeit. Mit ihm wollen sie in Barcelona das schaffen, was der Nachbar aus dem Süden Frankreichs in diesem Jahr fast schon sensationell erreicht hat: die höchsten Höhen im europäischen Club-Handball. Denn das ist der wunde Punkt in der jüngeren Historie des FCB, der seit dieser Spielzeit unter dem Namen Barca Lassa firmiert: Seit 2015 hat der vom Erfolg verwöhnte Spitzenclub keinen Königsklassen-Titel mehr eingefahren. Von 1991 bis 2015 waren es in 24 Jahren neun Triumphe in der Champions League. Das hat Erwartungen geweckt. Erwartungen, die man in dieser Saison unbedingt wieder erfüllen will.

Foto: Mads Mensah zieht an und legt ab: Szene aus dem letzten Duell in der SAP Arena mit dem FC Barcelona.