Löwen in Kielce vor hammerharter Aufgabe

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Wenn die Rhein-Neckar Löwen auf PGE Vive Kielce treffen, resultiert daraus meistens ein besonderes Handballspiel. Die gemeinsame Geschichte der beiden Vereine hat einiges an Spannung, Emotionen und Kuriositäten zu bieten. Am Samstagabend nun kommt es in Gruppe A der VELUX EHF Champions League zum 14. direkten Vergleich zweier Teams, die sich in diesem Jahr viel vorgenommen haben.

Anwurf in der Hala Legionów ist um 18 Uhr, die Übertragung auf Sky Sport 2 beginnt um 17.45 Uhr.

„In Kielce haben sie die höchsten Ansprüche und das erklärte Ziel, die Champions League zu gewinnen“, sagt Andy Schmid. Der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen hat seine Magen-Darm-Erkrankung auskuriert, die ihm im Bundesliga-Duell vergangenen Sonntag gegen Leipzig zu schaffen gemacht hatte. „Das soll kein Alibi dafür sein, dass ich der Mannschaft nicht helfen konnte. Es war ganz einfach ein schlechter Zeitpunkt. Jetzt aber ist alles überstanden“, so der fünffache Bundesliga-MVP und Löwen-Anführer. In Kielce wird man wieder einen anderen Andy Schmid auf der Platte sehen. Einen, der genau weiß, was auf ihn und seine Mannschaftskameraden zukommt. „Wir haben unsere Erfahrungen mit Kielce gemacht und wissen, dass wir viel investieren müssen, wenn wir dort etwas holen wollen. Das wird eine hammerharte Aufgabe.“ Eine, die man in Hinblick auf das erklärte Ziel, unter die besten Drei der Gruppe zu kommen, unbedingt erfolgreich lösen sollte.

Der polnische Serienmeister, der mit Ausnahme von 2011 seit zehn Jahren durchgängig an der Spitze der nationalen „Superliga“ steht, hat sich für die gerade gestartete Königsklassen-Kampagne tatsächlich viel vorgenommen. So wurde der ohnehin stets blendend aufgestellte Kader noch einmal gezielt verstärkt, inklusive einer satten Verschuldung. Mit Luka Cindric hat man einen der weltweit besten Spielmacher verpflichtet, mit Arciom Karalok eines der größten Kreisläufer-Talente. Angel Fernandez Perez, der im Winter mit Spanien EM-Gold holte, stürmt seit diesem Sommer auf dem linken Flügel – und hat sich mit 19 Toren in den ersten vier Liga-Spielen gleich bestens eingeführt. Ein Treffer weniger steht bei Blaz Janc auf dem Konto. Das slowenische Ausnahmetalent geht in seine zweite Saison bei PGE Vive Kielce und soll einen weiteren Schritt Richtung Weltklasse gehen. Dasselbe gilt für die Trainersöhne Alex und Dani Dujshebaev. Bei deren Entwicklung helfen sollen gestandene Handballgrößen wie Michal Jurecki und Julen Aginagalde.

„Kielce hat sich super verstärkt, dafür bis auf Krzysztof Lijewski die „alten Löwen“ aussortiert“, sagt Oliver Roggisch über das Star-Ensemble. Gerade auswärts sei der Club eine der größten Herausforderungen, welche die Champions League zu bieten habe. „In Polen erwartet uns eine brutale Kulisse, da brauchen wir einen richtig guten Tag“, so der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen. Dass seine eigenen Jungs genügend Qualität mitbringen, um auch dort zu bestehen, bezweifelt „The Rogg“ mit keinem Wort. „Es ist ja nicht so, dass wir nicht auch eine starke Mannschaft hätten. Wir müssen in erster Linie auf uns gucken und sehen, dass wir unser bestes Niveau erreichen, dann sind wir auswärts immer gut für Punkte.“ Einen Vorteil sieht Oli Roggisch in der ungewohnten Situation, vor und nach dem Spiel ausreichend Zeit zu Vorbereitung und Regeneration zu haben. „Wir werden sehen, wie viel Energie uns das zusätzlich gibt.“

Fast eine komplette sowie eine halbe Woche liegen zwischen den Spielen gegen Leipzig, in Kielce und dann zuhause gegen Meshkov Brest, wo die Löwen am Mittwoch, 26. September, das nächste Mal gefordert sind. Kielce musste zuletzt am Dienstag in Lubin ran, gewann dort 35:26, und hat das nächste Liga-Spiel erst am 2. Oktober. So können sich also beide Teams voll und ganz auf das direkte Duell miteinander vorbereiten. Apropos: Bisher trafen sie 13 Mal aufeinander, je fünf Siege für beide Seiten und drei Unentschieden stehen in der Statistik. Während die Löwen 2016 in Kielce ein Feuerwerk abbrannten und 34:26 gewannen, geriet der vorerst letzte Auftritt am 24. März dieses Jahres zur Farce. Wegen des Terminstreits zwischen deutscher Handball-Liga und europäischem Verband mit der Doppel-Terminierung in Liga und Champions League an einem Tag schickten die Löwen ihre zweite Mannschaft nach Polen – und gingen mit 17:41 unter. Das, so Oliver Roggisch, spiele nun aber keine Rolle mehr: „Wir leben nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart.“

In Polen dürfte man das ähnlich sehen. Coach Talant Dujshebaev hatte genauso wie einige seiner Spieler seinem Unverständnis und Ärger über die damalige Situation deutlich Luft gemacht. Nun wollen er und seine Jungs wieder den Sport in den Mittelpunkt rücken, den finanziellen Engpass weiter ausblenden und an die guten Leistungen vom Saisonstart anknüpfen. In der heimischen Liga hat Kielce die ersten vier Spiele gewonnen, und das immer mit mindestens neun Toren Vorsprung.

In die Champions League startete man allerdings mit einem Rückschlag, unterlag in Veszprém 27:29. Weil die Löwen ihre erste Aufgabe mit einem 35:34-Heimsieg über Barcelona exzellent gelöst haben, können sie mit breiter Brust nach Kielce reisen - und der gemeinsamen Geschichte mit der polnischen Star-Truppe ein weiteres denkwürdiges Kapitel hinzufügen.

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18.12.2018 18:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
Füchse Berlin - Rhein-Neckar Löwen I 0 : 0
18.12.2018 19:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
TSV Hannover-Burgdorf - FA Göppingen 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 13.12.2018 05:39:49
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