Konzentrierte Löwen haben Zeit zum Zaubern

Foto: Lächler

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Den personellen Widrigkeiten getrotzt, hinten sicher gestanden und vorne phasenweise gezaubert: Beim 33:27 (18:13) über HC Meshkov Brest haben die Rhein-Neckar Löwen am Mittwochabend in der SAP Arena einen rundum überzeugenden Auftritt hingelegt.

Ohne drei Leistungsträger fuhren die Badener am 3. Spieltag der VELUX EHF Champions League 2018/19 den zweiten Sieg ein und positionieren sich in der Gruppe A wieder deutlich besser als nach der 32:35-Niederlage in Kielce am vergangenen Samstag.

Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen war zufrieden mit dem Gesehenen: „Am Anfang hatten wir ein paar Probleme, haben uns dann aber gesteigert und vor allem durch unsere Abwehr und einen sehr guten Andreas Palicka das Spiel in den Griff bekommen.“ Gefallen hatte dem dänischen Meistercoach auch die Angriffsleistung: „Vorne waren wir sehr gut, haben fast immer diszipliniert gespielt. Bis auf das Ende der ersten Halbzeit haben wir kaum Fehler gemacht und damit Brest die Chance genommen, gegen uns ins Laufen zu kommen. Ich denke, dass das der Schlüssel zum Sieg war“, sagte Jacobsen bei „Sky“. Zudem lobte er das Zusammenspiel von Gedeón Guardiola und Jesper Nielsen. Auch Vladan Lipovina habe ihm sehr gut gefallen. „Ich freue mich sehr, dass uns Vladan mit einfachen Toren helfen konnte.“

Ebenfalls bei „Sky“ lobte Kapitän Andy Schmid seine Kollegen: „Wenn man hinten und vorne so gut spielt, hat man im Handball gute Chancen, ein Spiel zu gewinnen.“ Das Verständnis mit Nielsen am Kreis werde täglich besser, der Schwede sei heute „richtig stark“ gewesen. Brest habe sich unter Wert verkauft. „Das ist eine gute Mannschaft, aber wir waren heute eben auch sehr stark. Und dann hatten sie ehrlich gesagt keine Torhüter-Leistung.“ Steffen Fäth zeigte sich im Sky-Interview „sehr zufrieden“, fand den Auftritt seiner Mannschaft heute „souverän“ und betonte, sich bei den Löwen sehr wohl zu fühlen.

Den Löwen war vor dem Spiel mit Ilija Abutovic (Wade) langfristig sowie Alex Petersson (Achillessehne) und Jerry Tollbring (Auge) zumindest kurzfristig ein Trio ausgefallen. Die Vorzeichen für die Partie gegen Brest waren nicht gerade günstig, zumal auch Jannik Kohlbacher (Schulter) angeschlagen an den Start ging. Nikolaj Jacobsen verzichtete auf Nachnominierungen, setzte in der Startformation auf Mads Mensah (für Petersson) und Jesper Nielsen (für Abutovic in Abwehr und Kohlbacher im Angriff).

Die Herren Mensah und Nielsen setzen auf dem Feld direkt Akzente. Mensah trifft zum 1:0, Nielsen nach feinem Pass von Steffen Fäth zum 2:1. In der frühen Phase gelingt es beiden Teams, sich recht einfach durch die gegnerischen Abwehrreihen zu bewegen. Nach fünf Minuten sind bereits sieben Tore gefallen, dank Fäth und Nielsen führen die Löwen 4:3. Das liegt auch an Andy Schmid. Der Löwen-Spielmacher findet sofort ins Spiel, setzt seine Kollegen brillant ein. Traumhaft sein Anspiel auf Nielsen zum 6:4 (10.). Als der Schwede dann umknickt, haben die Löwen ihren nächsten Schreckmoment. Filip Taleski rückt in den Innenblock, aber Nielsen kommt – dick bandagiert – zurück. Trotz der leichten Turbulenzen gelingt den Mannheimern in dieser Phase sogar ein 3:0-Lauf, ziehen sie auf 7:4 weg.

Nun meldet sich auch Löwen-Torwart Andreas Palicka (s. Foto) mit einer spektakulären Fußparade an (12.). Vorne treffen die immer kreativer werdenden Badener nach klugem Zuspiel von Schmid auf den eingelaufenen Gudjon Valur Sigurdsson zum 9:6. Das Team aus Brest, bis dahin vor allem durch das dynamische Rückraum-Duo Shkurinskiy / Ivic noch im Spiel, baut nun Stück für Stück ab – auch weil die Löwen die Fehler des Gegners eiskalt bestrafen. Die nächste starke Palicka-Parade münzt Nielsen ins 14:9 und die erste Fünf-Tore-Führung um. Es ist der zweite 3:0-Lauf der ersten Halbzeit, in deren letztem Drittel Andy Schmid auch in Sachen Torfabrikation einsteigt. Drei Tore in Serie markiert der Schweizer und schraubt die Halbzeitführung auf 18:13.

Durchgang zwei beginnt mit der siebten Parade von Palicka. Das erste Tor aber erzielen die Weißrussen in Person von Kreisläufer Poteko (18:14, 32.). Mensah im Gegenzug lässt erst gar keine Zweifel an der Löwen-Dominanz aufkommen. Palicka legt die achte Glanztat nach. Nun schlägt die Stunde von Vladan Lipovina. Mit zwei blitzsauberen Geschossen markiert der Neuzugang der Mannheimer seine ersten beiden Champions-League-Tore für die Rhein-Neckar Löwen. Weil Sigurdsson per Gegenstoß das 23:16 nachlegt, ist die Partie kurz nach der Pause schon so gut wie entschieden. Nach Nielsen und Fäth in Durchgang eins sind nun Lipovina und Mensah die prägenden Figuren – beide meistens eingesetzt von einem blendend aufgelegten Andy Schmid. Purer Zucker der Pass auf Mensah zum 27:18 (45.).

Die letzte Viertelstunde gerät zur Formsache. Gezielt nehmen die Löwen deutlich Tempo raus, verteilen die Kräfte, während Brest minütlich nachlässt. Dass es am Ende bei einer überschaubaren Höhe des Löwen-Sieges bleibt, liegt an den Mannheimern selbst. Gefeiert wird das 33:27 von den Löwen-Fans dennoch mehr als gebührend. So macht Champions League Spaß.

Rhein-Neckar Löwen – HC Meshkov Brest 33:27 (18:13)

Löwen: Palicka, Appelgren – Groetzki (2), Radivojevic, Sigurdsson (6), Kohlbacher (1), Nielsen (4), Guardiola, Mensah (5), Fäth (5), Taleski (1), Schmid (4/1), Lipovina (5)

Brest: Pesic, Matskevich – Kulak (2), Shkurinskiy (7), Yurynok (1), Poteko (3), Ivic (7), Horak (1), Razgor (1), Obranovic (1), Selvasiuk, Djukic (4), Djordjic, Kuran, Shylovich

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Manolo Cadenas

Schiedsrichter: Bojan Lah / David Sock

Zuschauer: 2365

Strafminuten: Nielsen (2), Kohlbacher (2) – Shkurinskiy (2), Horak (4)

Siebenmeter: 1/2 – /

Löwen: Pesic hält Siebenmeter von Sigurdsson (8.)

Spielfilm: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 7:4, 7:5, 8:5, 9:6, 10:8, 11:9, 14:9, 14:10, 16:11, 18:12, 18:13 (HZ), 18:14, 20:14, 21:15, 22:16, 25:16, 26:18, 27:19, 28:21, 29:22, 30:23, 32:25, 33:27 (EN)

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