Löwen erwartet Knochenjob in Skopje

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

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Weniger als 48 Stunden liegen zwischen dem Bundesliga-Spiel der Rhein-Neckar Löwen gegen Gummersbach und dem Gastspiel in der VELUX EHF Champions League bei Vardar Skopje. Am Samstag um 17.30 Uhr treffen die Mannheimer in der mazedonischen Hauptstadt auf den Königsklassen-Champion von 2017. Dabei müssen sie nicht nur Reisestress und Müdigkeit überwinden, sondern auch eine der härtesten Abwehrreihen im euro-päischen Club-Handball.

Als die Löwen nach dem hart erkämpften 30:24 gegen Gummersbach am Donnerstagabend ihre Taschen packten, ging es damit nicht etwa zur Entspannung nach Hause. Nein. Die Reisegruppe um Trainer Nikolaj Jacobsen setzte sich in den Bus, um von Mannheim nach Frankfurt zu fahren und dort im Flughafen-Hotel zu übernachten. „Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr“, sagte Oliver Roggisch vor der Abfahrt. Der Sportliche Leiter und seine Truppe sollten in aller Herrgottsfrühe am Freitagmorgen in den Flieger steigen. Ziel: Das rund 1300 Kilometer entfernte Skopje.

Mit dem unerwartet kräftezehrenden Heimspiel in den Knochen saßen die Löwen leicht verdattert in der Abflughalle. Immerhin zeigte sich Gudjon Valur Sigurdsson zum Scherzen aufgelegt, rührte wie ein Betonmischmeister durch seinen Joghurtbecher. Die Strapazen eines Berufshandballers, der Liga, Champions League, Pokal und obendrein noch Nationalmannschaft spielt, kennt der Isländer aus über 20 Jahren Profi-Karriere. Und so könnte der abgezockte Linksaußen einer jener Spieler sein, welche am Samstagabend in Skopje vorangehen.

Um gegen das Vardar-Bollwerk zu bestehen, kann Erfahrung nicht schaden. Trotz zahlreicher Abgänge ist die Truppe mit ihrem neuen Trainer Roberto Garcia Parrondo überaus gut gestartet in die neue Saison. In der supranationalen SEHA-Liga gab es fünf Siege aus fünf Spielen, in der VELUX EHF Champions League drei aus drei. Besonders beeindruckend waren die beiden Auswärtsauftritte: Bei Titelverteidiger Montpellier landete Vardar zum Rundenauftakt ein 27:24 und ließ nach dem 33:25 zuhause gegen Kristianstad bei Telekom Veszprem den nächsten Hammer folgen, gewann in der Halle eines der Top-Favoriten 27:25.

Acht Siege aus acht Pflichtspielen machen deutlich: Auch ohne Führungskräfte wie Joan Canellas, Jorge Maqueda, Luka Cindric oder Arpad Sterbik besitzt der Vardar-Kader noch ausreichend Qualität, um auf europäischem Spitzenniveau zu bestehen. Hintergrund des personellen Aderlasses ist der Teil-Rückzug von Präsident und Geldgeber Sergej Samsonenko. Aktuell gehen auf der Platte vor allem die Erfahrenen wie Vuko Borozan, Timur Dibirov und Ivan Cupic, der Ex-Löwe, voran. In der Abwehr muss man als Gegner erst einmal an den Schwergewichten Borozan und Rogerio Moraes vorbei. Dahinter steht mit dem serbischen Neuzugang Dejan Milosavljev eines der hoch gehandelten Torwart-Talente des Kontinents, das unter anderem das Gastspiel in Montpellier mitentscheidend prägte.

„Wenn wir gegen Vardar so spielen wie vor allem in der ersten Halbzeit gegen Gummersbach, werden wir keine Chance haben“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen nach der Partie am Donnerstagabend. Was ihm besonders negativ aufgefallen war: „Generell ist es momentan so, dass wir eine Halbzeit gut, eine Halbzeit schlecht spielen. Wir kriegen beides noch nicht zusammen. Da fehlt uns die Stabilität.“ Solange dies der Fall sei, müsse man weder über die höchsten Ziele in der heimischen Liga, noch in der Champions League reden. Andererseits sei ihm schon vor der Saison klar gewesen, dass die Integration von fast einem halben Dutzend Neuzugängen nicht wird reibungslos über die Bühne gehen können.

In Skopje nun ist die Aufgabenstellung extrem, werden sich die Löwen auf höchstem Niveau beweisen müssen, wie weit sie in Sachen Stabilisierung der eigenen Abläufe sind. Vardar führt die Tabelle der Gruppe A mit 6:0-Punkten an, die Löwen folgen mit 4:2-Zählern auf Rang 3. Übertragen wird die Partie live auf Sky Sport 2 ab 17.15 Uhr. Für alle ohne Sky-Zugang wird es auf der Facebook-Seite der Rhein-Neckar Löwen einen Liveticker geben.

Bereits in der vergangenen Spielzeit waren die Löwen und Skopje in der Gruppenphase des Wettbewerbs aufeinandergetroffen. Zuhause schafften die Badener ein 21:21, in Mazedonien gab es ein 26:30.

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