Björn Seipp: Wir haben enttäuscht!

Foto: Leica-Akademie

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Die Enttäuschung sitzt tief bei den Verantwortlichen, Spielern und Fans der HSG Wetzlar. Zu bitter verlief die Halbfinalpartie beim REWE Final Four am Samstag gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Die Niedersachsen zeigten sich den übernervösen Mittelhessen in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegen und zogen letztlich mit einem 24:19 (15:4)-Erfolg ins Endspiel gegen den späteren DHB-Pokalsieger, die Rhein-Neckar Löwen ein.

Wobei die desaströse erste Halbzeit die Domstädter auch am Tag danach noch ratlos zurücklässt.

„Dass wir es nach Hamburg geschafft haben, war eine tolle Leistung. Aber hier haben wir dann das Publikum in der Halle und vor dem Fernseher sowie vor allem unsere tollen Fans, die zahlreich mit in Hamburg waren, enttäuscht. Dazu uns selbst“, nimmt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp kein Blatt vor den Mund. „Die Mannschaft war taktisch gut vorbereitet, aber dem Druck, den ein solches Halbfinale mit sich bringt, zu Beginn leider überhaupt nicht gewachsen. Wir haben in der ersten Halbzeit total verkrampft gespielt und relativ klar gesehen, dass Spitzensport auch Kopfsache ist. Ich kann Fans verstehen, dass sie ob der Leistung angefressen sind, denn auch bei mir und den Trainern sitzt die Enttäuschung immer noch tief. Jetzt gilt es für die Spieler daraus Erfahrungen zu sammeln und Lehren zu ziehen. Wir müssen das Wochenende schnell aus den Klamotten schütteln und haben bereits am Donnerstag im Liga-Heimspiel gegen Berlin die Möglichkeit, wieder unser wahres Gesicht zu zeigen. Also: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen!“

"Die erste Halbzeit ist immer noch schwer in Worte zu fassen", schüttelt auch Trainer Kai Wandschneider (s. Foto) über den 4:15-Halbzeitstand den Kopf. Es funktionierte in den ersten 30 Minuten einfach gar nichts. Und das von Anfang an. „Wir haben gleich alle freien Würfe vergeben, Hannover damit aufgebaut und stark gemacht. Danach haben wir uns im Angriffsspiel immer schwerer getan und zu viele überhastete oder ungenaue Aktionen gehabt, die Hannover über ihre Gegenstöße gnadenlos bestraft hat.“

„Ich habe uns noch nie so schlecht gesehen wie in den ersten 30 Minuten“, gab Linksaußen Maximilian Holst zu. „Es war grausig mit anzuschauen“, meinte Kapitän Nikolai Weber. „Wir haben unseren Saisonhöhepunkt gehörig in den Sand gesetzt“, so Nationalspieler Jannik Kohlbacher.

Dass der zweite Durchgang letztlich mit 15:9 an die Mittelhessen ging und „wir das mit Würde zu Ende gebracht hatten“ (Holst), lag an einer Leistungssteigerung von Wandschneiders Schützlingen und einem starken Auftritt von Torhüter Nikolai Weber gegen seine Ex-Verein. „Niko hat eine herausragende Leistung gezeigt", so Björn Seipp. „Er hat dafür gesorgt, dass wir zumindest Schadenbegrenzung betreiben konnten.“

Neben Weber waren es vor allem die Wetzlarer Fans, die die stärkste Leistung bei den Mittelhessen ablieferten. Sie applaudierten ihrem Team noch minutenlang, auch wenn der große Traum geplatzt ist. "Was die Fans“, staunt Weber anschließend immer noch, „gemacht haben, war unfassbar. Umso schlimmer, dass wir sie und uns am Samstag so enttäuscht haben. Wir sind immer noch fassungslos!“

 

 

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Letzte Aktualisierung: 21.11.2018 14:32:23
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