Kreisläufer Fabian Wiederstein im Interview

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Seit einer Woche befindet sich Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz wieder in der Vorbereitung auf das erste Spiel nach der WM-Pause am 2. Februar in Pfullingen.

Nach 32:4 Punkten in den ersten 18 Spielen zieht Fabian Wiederstein im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas ein Fazit, blickt auf die Handball-Weltmeisterschaft, seine eigene beeindruckende sportliche Bilanz im ersten halben Jahr bei der HSG und die Arbeit bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Fabian Wiederstein, 23-jähriger Kreisläufer mit Gardemaß (1,94 Meter, 106 Kilogramm), wechselte im Sommer vom HBW Balingen-Weilstetten, wo er auch einige Male in der ersten Bundesliga zum Einsatz kam, zur HSG Konstanz. Am Bodensee wird der in Esslingen geborene Junioren-Europa-meister von 2014 an der mit der HSG kooperierenden Fachhochschule HTWG nach Abschluss seiner Bachelor-Arbeit ein Masterstudium in Wirtschaftsingenieurwesen aufnehmen. Mit 76 Toren in 17 Begegnungen ist er zweitbester HSG-Torschütze und der derzeit erfolgreichste Kreisläufer der 3. Liga Süd.

Fabi, die Vorbereitung hat vor einer Woche wieder begonnen. Ist schon wieder Vorfreude auf die zweite Saisonhälfte zu spüren?
Ich habe schon in der Pause mit Gewichten trainiert, aber wir haben uns alle gefreut, uns gesund wiederzusehen und haben Lust auf die letzten zwölf Spiele. Wir wollen in jedem Spiel gewinnen und sind hochmotiviert. Die Pause hat aber gut getan, um den Kopf frei zu bekommen und den Körper regenerieren zu lassen.

Wie hast du dich erholt, neben ein paar Eindrücken bei der Handball-Weltmeisterschaft?
Ich habe mit meiner Freundin einen Kurzurlaub im Allgäu gemacht, mir Skispringen angesehen und viel Zeit daheim mit Familie und Freunden verbracht. All das, wofür sonst leider zu wenig Zeit bleibt. Von der Handball-WM in München war ich positiv überrascht. Das war schon toll.

Was traust du der deutschen Nationalmannschaft zu?
Sehr viel. Mit Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek verfügt Deutschland über einen der besten Innenblöcke. Dazu kommen zwei starke Torhüter. Das ist im Handball die halbe Miete.

In den letzten Wochen gab es diverse Publikationen zur Sportart Handball an sich. Was macht die Faszination dieses Sports für dich aus?
Im Handball sind viel Intelligenz und Verständnis gefordert. Und man muss Situationen richtig entscheiden können. Handball ist sehr komplex und stellt hohe körperliche Anforderungen wie Kraft und Schnellkraft – und das alles in einem Sport. Dazu die Geschwindigkeit und viele spektakuläre Tore. Obwohl ich selbst spiele, kann ich nie genug davon bekommen. Ich sehe mir sehr gerne viele Spiele an und freue mich über jede Partie.

Wie können aus deiner Sicht insbesondere die Vereine, anders als etwa 2007 nach der letzten WM in Deutschland, nachhaltig von einer Heim-WM profitieren?
Das ist eine große Chance für die Landesverbände und Vereine. Wichtig ist, früh in die Schulen zu gehen und dafür zu sorgen, dass Kinder den Sport früh kennenlernen. Damit bietet sich auch die Chance, in der Breite zu wachsen. Dazu muss es das Ziel sein, noch mehr Zuschauer in die Hallen zu bekommen und auf unseren Sport aufmerksam zu machen. Unsere Aufgabe ist es dann, gute Spiele zu machen und uns gut zu präsentieren.

Genau das ist der HSG Konstanz in der ersten Saisonhälfte mit zuletzt 14 Siegen in Folge sehr gut gelungen. Warum ist es zuletzt so gut gelaufen?
Allen voran, weil wir die Abwehr stabilisiert und im Zusammenspiel mit den Torhütern nur selten mehr als 25 Gegentore zugelassen haben. Das ist immer unser Ziel. Im Angriff konnten wir unsere individuelle Klasse einsetzen. Dazu eine gewisse Lockerheit und viel Spaß an der Sache – so sind wir in einen richtigen Flow gekommen.

Gleiches gilt für dich persönlich. Du hast innerhalb kürzester Zeit eine tragende Rolle im Innenblock übernommen, gehst mit vielen Emotionen voran und bist mit 76 Toren der erfolgreichste Kreisläufer der Liga. Über das erste halbe Jahr in Konstanz wirst du sehr glücklich sein.
Ich bin sehr zufrieden, ja. Allerdings nicht wegen der vielen Tore. Vor allem, weil ich gesund geblieben bin und bis auf eins alle Spiele absolvieren konnte. Das gab es lange nicht, denn ich hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Die Gesundheit ist für mich besonders schön. Was die Tore angeht, so ist diese Bilanz das Verdienst der Mannschaft. Ich werde mit Vorlagen auf hohem Niveau perfekt eingesetzt. Diese muss ich dann nur noch verwerten. In dieser Form hatte ich dies in meiner bisherigen Karriere so auch noch nicht.

War die Rückkehr nach Balingen in der letzten Begegnung vor der Pause mit dem 29:24-Sieg beim bisherigen Tabellenzweiten der emotionale Höhepunkt?
Für mich war das ein besonderes Spiel mit vielen tollen Wiedersehen. So eine tolle Kulisse habe ich in meinen fünf Jahren in Balingen beim HBW II nicht erlebt. Ich habe schon damit gerechnet, dass uns einige Fans begleiten. Dass es dann so viele und über 200 werden, ist schon der Wahnsinn. Das spricht für den Verein, das Umfeld und die Begeisterung in Konstanz. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Das war ganz wichtig.

Was steht jetzt in der Vorbereitung an und wie weit ist der Weg bis zum großen Ziel?
Wir wollen das Geleistete in der zweiten Saisonhälfte bestätigen und mit guten Leistungen weitere Fans für uns begeistern. Dazu gilt es, uns zunächst athletisch auf ein noch höheres Niveau zu bringen. Am Wochenende werden dafür im Trainingslager wichtige Reize gesetzt. Ansonsten sehen wir, ganz nach der alten Floskel, von Spiel zu Spiel auf uns und was dann daraus wird.

Mit zwei Auswärtsspielen in Pfullingen in Pforzheim wartet kein leichter Start.
Diese beiden Gegner werden hochmotiviert sein – wir aber auch. Wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir gute Chancen haben. Doch das müssen wir von Anfang an zeigen. Wir werden uns gut vorbereiten, um am 2. Februar topfit zu sein. Dann gehen wir mit viel Spaß und Laune ran.

Welche Rolle kommt dabei der guten Atmosphäre und dem großen Zusammenhalt im Team zu?
Im Mannschaftssport ist das alles entscheidend. Wir harmonieren als Team und sind an den Erfolgserlebnissen gewachsen. Wir sind zusammengerückt und haben uns zusammen aus einer schwierigen Situation zu Saisonbeginn herausgekämpft. Es wird jedoch die Zeit kommen, in der es wieder schwer wird. In dieser Situation wird es wichtig, dass wir dies aufrechterhalten

Fragen: Andreas Joas

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