War das Eisenachs Meisterstück?

Foto: sportfotoeisenach

3.Liga Ost
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Im baden-württembergischen Nußloch intonierten die Blau-Weißen aus der Wartburgstadt, das Team und die an einem Sonntag über 100 mitgereisten Fans des ThSV Eisenach, völlig losgelöst Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied.

Freilich, ThSV-Keeper Blaz Voncina fehlten (noch) Text und Melodie, doch der 35-Jährige hatte während seines 40-minütigen Einsatzes 15 von 28 Bällen pariert. Eine beeindruckende Quote! Er war, „The man of the Match“ in den Eisenacher Reihen. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten noch Daniel Luther und Adrian Wöhler heraus. Daniel Luther fütterte im ersten Abschnitt seine Mitspieler, insbesondere Justin Mürköster am Kreis und seinen Rückraum-Rechten Alexander Saul (8 Treffer), mit besten Vorlagen. Adrian Wöhler zog dem Herzstück der SG Nußloch den Stecker. Er meldete ab Mitte der ersten Halbzeit Ex-Nationalspieler Christian Zeitz per Sonderbewachung ab. Christian Zeitz versuchte mit zunehmender Spielzeit immer weniger, sich der persönlichen Obhut zu entziehen. Im Schlussgang wurde er von seinem Gegenspieler, Eisenachs Rückraumspieler Marcel Schliedermann, mehrfach „vernascht“. Aus 6 Würfen machte der ThSV-Kapitän 6 Treffer. Die Wartburgstädter lieferten mit einem 33:25 (16:12)-Erfolg ihr Meisterstück!

Sead Hasanefendic, strahlte nach dem „Spiel der Wahrheit“, so der Coach des ThSV Eisenach. „Wir wollen die Partie gewinnen. Wir reisten bestens vorbereitet an. Und wir haben das Spiel gewonnen. Mit einer starken Verteidigung, mit schnellem Spiel nach vorn und guten Lösungen im Positionsangriff“, bilanzierte ein aufgekratzter ThSV-Trainer. Trotz einer Wurfquote von 70 Prozent monierte er die eine oder andere ausgelassene gute Torchance. Doch das fiel kaum ins Gewicht, im Eisenacher Kasten brachte Blaz Voncina die Gastgeber schier zur Verzweiflung, wurde von der in der Nähe postierten Eisenacher Fankolonie mit Beifall überschüttet, putschte sich dadurch zusätzlich auf. Der Beifall wurde zum Orkan, als Blaz Voncina aus dem eigenen Kreis zum 30.Treffer seines Teams einnetzte (23:30, 56.). „Er war der Mann des Spiels“, betonte Sead Hasanefendic. Die geringe Zahl an Technik- und Regelfehlern (insgesamt 5) dürfte er wohlwollend registriert haben.

„Großes Kompliment an das Team und den Trainer. Der Siegeswille war beeindruckend. Der Sieg war auch in der Höhe völlig verdient. Ein großer Dank geht an unsere mitgereisten Fans, die an einem Sonntagnachmittag die 600-Kilometer-Fahrt auf sich genommen und für Heimspielatmosphäre gesorgt haben“, betonte Rene Witte. „Wir dürfen aber nicht nachlassen, müssen die verbleibenden Spiele konzentriert angehen, um unser aller großes Ziel zu erreichen“, fügte der Eisenacher Manager hinzu. Aber auch Christian Fingerle, der Sportliche Leiter der SG Nußloch, zollte trotz der deutlichen Niederlage seinem Team Lob und Anerkennung: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie gekämpft hat. Schade, dass wir nicht mit voller Kapelle antreten konnten.“ Das Fehlen von Torjäger Kevin Bitz, beim Hinspiel in Eisenach 10 Feldtreffer markierend, war ein erheblicher Nachteil für die SG Nußloch.

Mit der besseren Spielanlage und raschem Zugriff in der Abwehr übernahmen die Eisenacher sofort das Sagen. Nußloch-Star Christian Zeitz, Auf der Rückraum-Mitte-Position aufgeboten, zunächst zum 4:3 für seine Farben erfolgreich (8), wurde hernach frühzeitig gestoppt, was ihm sichtlich nicht behagte. Die sicheren Schiedsrichter Florian Reuther und Michael Tobiasch trafen von Beginn die richtigen Entscheidungen. Die Eisenacher ließen nahezu wie im Training das Leder durch die eigenen Reihen laufen, mit Daniel Luther als finalen Passgeber. Justin Mürköster konnte nur regelwidrig am Wurf gehindert werden, Daniel vollstreckte von der Siebenmeterlinie (4:5. 12.) Nach einer harten Attacke musste Eisenachs Spielgestalter Marcel Schliedermann für einige Minuten zur Behandlung auf die Bank. Yoay Lumbroso kam, konnte nur durch Foulspiel gestoppt werden. Daniel Luther markierte per Strafwurf das 5:7 (14.). Noch hatte der gastgebende Tabellen-Zweite eine Antwort parat, traf nach einer Auszeit durch Philipp Müller zum 11:11 (22.). Das Signal für den Endspurt der Eisenacher im ersten Abschnitt. Effizienter Angriffshandball war angesagt. Jetzt fanden sich Daniel Luther und Alexander Saul, zum 11:13 (25.) und 12:15 (28.). Die Schaltzentrale der Hausherren war längst stromlos.

Schon 35 Sekunden nach Wiederanpfiff zappelte ein Luther-Aufsetzer zum 12:17 (31.), nutzte Alexander Saul eiu Zuspiel von Daniel Luther zum 13:18 (34.). Jetzt begann die Blaz-Voncina-Show. Er zog dem Gastgeber den letzten Nerv. Selbst beim Gegenstoß schien ihnen das Herz in die Hose zu rutschen, parierte der Eisenacher Keeper in Serie, beifallsumrauscht vom eigenen Anhang. Adrian Wöhler vernaschte seinen Gegenspieler zum 15:21 (38.). Willy Weyhrauch netzte zum 16:22 ein (42.). Adrian Wöhler erhöhte per Dreher von Linksaußen auf 16:24 (45.). Der Versuch, Eisenachs Angriffswirbel mittels einer Sonderbewachung für Marcel Schliedermann einzudämmen, verpuffte. Nicht ganz regelkonform war Eisenachs Abwehrarbeit, so dass Nicolas Herrmann seine Qualitäten als Siebenmeter-Werfer zeigen konnte. Hannes Iffert markierte vom Kreis das 21:26 (51.), zerstörte damit die letzte leise Hoffnung der Hausherren. Der beim ThSV Eisenach im linken Rückraum gekommene Andrej Obranovic sorgte für frischen Wind. Marcel Schliedermann brachte seine Zweikampfstärke voll zum Tragen. Andrej Obranovic stellte mit einem Doppelpack den Endstand her.

SG Nußloch : M. Bitz, Lieb; Körner, Crooll (4), Ph. Müller (4), Zeitz (3), Geppert (2), M. Schmitt (2), Buse, Gerdon, N. Schmitt, Herrmann (10/6), Petroczi

ThSV Eisenach : Gorobtschuk, Voncina (1); Iffert (1), Wöhler (4), Luther (5/3), Miljak (1), Schliedermann (6), A. Alaj, Streckhardt, Mürköster (2), Obranovic (3), Lumbroso, Weyhrauch (2), Saul (8)

Siebenmeter : SG Nußloch 7/6 – ThSV Eisenach 3/3

Zeitstrafen : SG Nußloch 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach 1 x 2 Min.

Schiedsrichter : Reuther/Tobiasch

Zuschauer : 680 in der Olympiahalle Nußloch

Foto: Nicht zu stellen, auch von Ex-Nationalspieler Christian Zeitz nicht: unser Kapitän Marcel Schliedermann

 

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Letzte Aktualisierung: 19.03.2019 17:57:11
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