Dänischer Weltmeister verlässt die Löwen Richtung Norden

Foto: Lächler

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„Den Grundstein meiner persönlichen Entwicklung habe ich in diesem Verein gelegt. Hier habe ich die entscheidenden Schritte gemacht“, sagt Mads Mensah. Als er 2014 zu den Rhein-Neckar Löwen kam, galt er als eines der größten Talente auf seiner Position im linken Rückraum.

Mit den Löwen hat er dann alle bedeutenden nationalen Titel gewonnen und die Voraussetzungen dafür geschaffen, um mit dem Nationalteam Dänemarks höchste Höhen zu erreichen. Jetzt, nach sechs Jahren in der Rhein-Neckar-Region, verabschiedet sich das Kraft- und Spaßpaket Richtung Norden – nicht ohne ein weinendes Auge.

„Am meisten werde ich die Mannschaft vermissen und die Jungs, mit denen ich all die Jahre zusammengespielt habe. Patrick, Apfel, Andy. Das sind mehr als Mannschaftskollegen für mich“, sagt der 28-Jährige, der ab 1. Juli bei der SG Flensburg-Handewitt unter Vertrag stehen wird. Dort wird er sich nicht nur an anderes Wetter, sondern auch an andere sportliche Abläufe gewöhnen müssen. „Ich freue mich auf die Herausforderung. Es wird ungewohnt sein, nicht mehr mit Andy zu spielen. Wahrscheinlich“, mutmaßt Mads, „wird es niemanden mehr geben, mit dem ich mich so gut und quasi blind verstehen werde.“
„Das wird eine sehr große Umstellung für mich“

Nimmt man Alexander Petersson auf Rückraum rechts dazu, löst sich mit dem Weggang von Mads Mensah jene Rückraum-Achse auf, welche die Rhein-Neckar Löwen mehr als ein halbes Jahrzehnt lang handballerisch geprägt hat. „Wir haben sehr lange so zusammengespielt. Das wird eine sehr große Umstellung für mich“, konstatiert der Däne, der sich nun auf eine skandinavische Rückraum-Reihe mit dem Schweden Jim Gottfridsson auf Mitte und dem Norweger Magnus Rød als Halbrechtem freuen kann. „Das ist auch eine gute Kombination, wie ich finde. Die Jungs spielen schnell und damit ähnlich wie die Löwen.“

Bisher kennt er die neuen Mitspieler nur vom Spielfeld. Immerhin: Den Umzug nach Flensburg hat er bereits eingeleitet, wenngleich das unter Corona-Bedingungen durchaus anspruchsvoll sei, wie Mads gesteht. Als wir mit ihm sprechen, sitzt er gerade im Auto, um die Wohnortverlagerung vom Südwesten in den äußersten Norden zu organisieren. Der Blick geht noch einmal zurück, zu den Anfängen seiner Löwen-Zeit: „Dass ich mich damals für die Löwen entschieden habe, hatte verschiedene Gründe. Niko (Ex-Trainer Nikolaj Jacobsen, Anmerkung der Redaktion) war ein Grund, aber auch die ganze Mannschaft. Das war schon damals ein tolles Team und ich hatte ab dem ersten Gespräch ein gutes Gefühl. Schließlich hat sich bestätigt, dass man generell auf sein Bauchgefühl hören sollte.“

Mads Mensahs Bauch konnte damals nichts wissen von zwei Deutschen Meisterschaften, einem Pokalsieg, drei Supercup-Erfolgen nacheinander. Aber eine Ahnung davon hatte er anscheinend schon – und zwar völlig zurecht: „Ich hatte das Gefühl: Mit dieser Mannschaft geht was. In Bezug auf Erfolge und Titel, aber auch in Hinblick auf meine eigene Entwicklung. Dann haben sich tatsächlich viele Dinge gut zusammengefügt. Am Ende kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung.“ Und das, obwohl der Start nicht der beste gewesen sei: „In meiner ersten Saison lief es noch nicht so, da waren meine Leistungen nicht konstant. Das hat sich dann in der zweiten Saison schon deutlich gebessert.“

Parallel zu Mads‘ Entwicklung entfalteten die Löwen mehr und mehr ihr ganzes Potenzial. Nach 2014/15, dem Einstiegsjahr des explosiven Rechtshänders, ging es kontinuierlich nach oben. Es folgten drei Jahre voller Titel, es brach die Glanzzeit an der Löwen-Generation der 2010er Jahre um Andy Schmid, Alexander Petersson, Gedeón Guardiola, Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer, Kim Ekdahl Du Rietz. Teil dieses Teams gewesen zu sein, an der Seite legendärer Typen gespielt zu haben, das wird der Teamplayer und Familienmensch Mads Mensah nie vergessen.

Umgekehrt wird Mads Mensah immer eng verbunden bleiben mit den bisher erfolgreichsten Löwen-Jahren. Unvergesslich sein explosiver Antritt, sein unwiderstehliches Eins-gegen-eins, seine Unterarm- und Hüftwürfe, die unhaltbar im Winkel des gegnerischen Tores einschlagen. Seine Schlagwürfe direkt am Mann, die man kaum kommen und dann schon im Netz zappeln sieht. Auf all das können sich jetzt die Flensburg-Fans freuen. Und bei den Löwen kann man nur hoffen, dass er sich seine besten Spiele in Zukunft für andere Gegner aufhebt.

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