Kiel schon wieder in Stuttgart

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

1.Bundesliga
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Vor nicht einmal zwei Wochen musste der THW Kiel im DHB-Pokal beim TVB Stuttgart alles in die Waagschale werfen, um nach 60 dramatischen Spielminuten und einer mehr als 40-minütigen Unterbrechung aufgrund eines Feueralarms zum 17. Mal das REWE Final4 zu erreichen.

Am Sonntag nun wollen die Zebras dem 35:34 im Pokal auch in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga folgen lassen. "Wir wissen, dass das Spiel nicht leicht werden wird", sagt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak. "Die Erinnerungen an den Pokal-Fight sind noch frisch, und der TVB hat auch in der Liga zuletzt durch drei Siege viel Selbstvertrauen gesammelt. Wir müssen alles in dieses Spiel legen." Die Partie der Kieler beim Tabellen-14. wird um 13:30 Uhr angepfiffen, Sky überträgt live aus der ausverkauften Porsche-Arena.

Nicht nur Duvnjak, sondern auch THW-Trainer Filip Jicha erinnert vor dem Liga-Duell mit den Schwaben an das Pokalspiel vor zwölf Tagen: "Das war eine heftige Probe." Vor allem Rückraum-Schütze David Schmidt hatten die Zebras nicht in den Griff bekommen: Acht Tore erzielte der Linkshänder (siehe Spielbericht). "Er hat uns große Schwierigkeiten bereitet", so Jicha, der auch feststellen musste, dass der TVB jede sich bietende Chance nutzte. So wurde es trotz einer zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Führung noch einmal eng, weil sich der THW Kiel einige vorschnelle Abschlüsse genehmigte und Johannes Bitter im Stuttgarter Kasten sich im Verlauf des Spiels steigerte. "In dieser Phase waren wir zu heiß", sagt hendrik Pekeler. "Wir wollten die Entscheidung zu schnell. Und 34 Gegentore in Stuttgart waren einfach zu viel. Das darf uns in der Liga nicht noch einmal passieren."

Am Sonntag treffen die Kieler auf einen selbstbewussten Gegner - und das nicht nur wegen des engen Pokalspiels. Denn auch in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga verschaffte sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Schweickardt, die wir bereits im Vorbericht zum Viertelfinale ausführlich vorstgestellt hatten, Luft im Abstiegskampf. Mit 29:24 wurde die HSG Nordhorn-Lingen förmlich überrollt, was im "Ländle" überschwänglich gefeiert wurde: Der erste Heimsieg seit neuneinhalb Monaten gab Selbstvertrauen, das zuletzt auch die HSG Wetzlar zu spüren bekam: Mit 28:27 gewann der TVB bei den so heimstarken Mittelhessen und arbeitete sich durch diesen Erfolg auf Rang 14 der Tabelle vor. Zuletzt gab es dann auch noch das 31:28 gegen die MT Melsungen - ein weiteres Ausrufezeichen der Stuttgarter. Viel wichtiger aber: Durch die drei Siege in Folge wuchs der Abstand auf die Abstiegsränge, die zwischenzeitlich bedrohlich nahe gerückt waren, auf sechs Punkte an. Dass die Schwaben überhaupt so weit unten in der Tabelle zu finden sind, ist auch in einer "Ergebniskrise" begründet: Denn vor allem gegen die stärkeren Teams überzeugte der TVB. So holte er zu Hause gegen die SG Flensburg-Handewitt ein 23:23-Unentschieden, in Magdeburg verlor man nach Halbzeitführung unglücklich mit 28:33, und auch die Rhein-Neckar Löwen hatte man am Rand einer Niederlage. Zudem ließen die Stuttgarter bei vier Unentschieden Punkte liegen.

Und jetzt kommt erneut der THW Kiel - für den TVB dürfte das Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister wieder ein "Spiel des Jahres" sein, auf das sich nicht nur Patrick Zieker, mit 87 Treffern erfolgreichster Torschütze der Schwaben, freuen dürfte. Denn nachdem die Pokal-Partie in der benachbarten, aber wesentlich kleineren Scharrena stattgefunden hat, ziehen die Stuttgarter für das Liga-Spiel gegen den THW Kiel in die Porsche-Arena um. An sich sollte die Begegnung am 1. September, einem 24 Grad warmen Spätsommer-Tag in Stuttgart, ausgetragen werden. Da die Zebras aber einen Tag zuvor bei der Vereins-Weltmeisterschaft in Dammam gegen den FC Barcelona das Finale spielten, musste die Partie auf den dritten Adventssonntag verlegt werden. Offenbar gut für den TVB, denn die Porsche-Arena wird gegen Kiel ausverkauft sein. Auch, weil der TV-Sender Sky wie schon im September das schwäbisch-schleswig-holsteinische Duell als Top-Spiel deklariert hat und somit bereits zur familienfreundlichen Zeit um 13:30 Uhr angepfiffen wird.

Geleitet wird das neunte Bundesliga-Aufeinandertreffen beider Mannschaften von Sebastian Grobe und Adrian Kinzel. Für die vielen Kieler Fans im Stuttgarter Raum, die die Partie live verfolgen werden, hat der mobile THW-Fanshop im Eingangsbereich der Arena geöffnet. Alle TV-Zuschauer können die vorletzte Auswärtspartie der Kieler 2019 bei Sky sehen, mit dem "Sky Ticket" kann man auch flexibel ohne lange Vertragsbindung live dabei sein (mehr Infos und Buchung unter skyticket.de). "Wir wollen die Punkte - unbedingt", sagt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak. Also: Auf geht's nach Stuttgart, Kiel!

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Letzte Aktualisierung: 21.01.2020 09:19:58
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