Löwenspieler im Netz zur Lage

Foto: Lächler

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Über 23 Mal geteilt, mehr als 350 Mal kommentiert und mit über 430 Likes und Loves versehen: Andy Schmids Facebook-Live-Premiere ist bei der Fangemeinde der Rhein-Neckar Löwen bestens angekommen. Im Schnitt rund 500 Zuschauer hatte das Format am Freitagabend, insgesamt kam das Video bis Samstagmorgen auf weit über 21 000 Abrufe.

Am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr gibt es eine Fortsetzung: Dann meldet sich Patrick Groetzki mit einem Instagram Live aus seiner häuslichen Quarantäne.

Andy Schmid begrüßte die Zuseher aus seinem Wohnzimmer nebst dem jüngsten Sohnemann, der immer wieder neugierig den Kopf vor die Kamera hielt und damit nicht nur bei seinem Papa für das eine oder andere Schmunzeln sorgte. Familie Schmid befindet sich seit dem ersten positiven Corona-Test innerhalb der Löwen-Mannschaft in Quarantäne – genauso wie der komplette Rest des Teams. „Es sind sehr spezielle und schwierige Zeiten. Wir sind seit letztem Montag zuhause und probieren uns so gut es geht die Zeit zu vertreiben“, erklärte Andy. Das Wichtigste: Im Hause Schmid sind alle gesund!

Die Fan-Fragen beantwortete der Schweizer offen und ehrlich – darunter gleich zu Beginn auch die Frage nach der sportlichen Entscheidung der aktuell unterbrochenen Saison: „Momentan sieht es so aus, dass nicht fertig gespielt wird. Deshalb wird es meiner Meinung nach dieses Jahr keinen Meister geben.“ Ob er Respekt vor der Zukunft habe? „Wenn man in einer solchen Situation steckt, hat man schon ein bisschen Bammel. Es ist eine Extrem-Situation. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir da alle gut durchkommen.“

Ähnlich wie Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, der kürzlich ein sehr nachdenkliches Interview zur Corona-Krise gegeben hat, macht sich Andy Schmid seine Gedanken zu den Lehren, die man daraus ziehen sollte: „Ich finde, dass wir alle wieder ein bisschen bewusster leben sollten. Wir merken, dass wir nur Gast auf dieser Welt sind und dass uns solche Sachen wie jetzt hart treffen können. Das „Höher, schneller, weiter“ – das hat vielleicht ein Ende.“

Wie schon in seinem „Sky“-Interview vom Donnerstag unterstrich der zweifache Familienvater die Verantwortung, die nun jeder für seine Gesundheit und den Schutz von Menschen aus Risikogruppen trage: „Wir müssen schauen, dass wir da als Gemeinschaft durchkommen.“ In der Löwen-Mannschaft habe man am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich das Virus verbreite und wie wichtig es nun sei, die Hygiene und Verhaltensvorschriften einzuhalten. Wenn man jetzt zuhause bleibe und die sozialen Kontakte auf das Nötigste beschränke, „dann trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass wir die Situation gut überstehen“.

Die Folgen der Krise für die Handball-Klubs schätzt Andy Schmid als gravierend ein: „Es wird alle Vereine treffen, den einen mehr, den anderen weniger. Solidarität wird es von allen Seiten brauchen – dabei geht es nicht nur um die Sportvereine. Es geht um jeden Betrieb, ob das der Bäcker oder Metzger ist.“ Denen, die es am härtesten trifft, müsse vorrangig geholfen werden, findet der Schweizer. Nach dem Verzicht auf Gehälter von Spielern gefragt, untermauerte er seine Aussagen aus dem „Sky“-Interview, in dem er eine solche Maßnahme in Aussicht stellte: „Wir müssen nicht nur in guten Zeiten, sondern auch in schlechten Zeiten zusammenstehen. Ich bin überzeugt, dass wir in der Mannschaft Lösungen finden, wie wir dem Verein helfen können.“

Zur Frage „Abbruch oder Geisterspiele“ äußerte sich der Löwen-Spielmacher differenziert: „Geisterspiele sind nicht schön, auch nicht für uns Spieler. Wenn man damit finanzielle Mittel erlösen und als Verein überleben kann, ist es vielleicht gut. Eigentlich bin ich eher für Abbruch, würde aber vielleicht ganz anders sprechen, wenn wir auf dem ersten Tabellenplatz stehen würden.“ In der momentanen Lage seien solche Fragen sekundär. Letztlich vertraue er den Liga-Verantwortlichen, die richtige Entscheidung zu treffen.

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