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Melsungens Klatsche als Warnung für die Löwen

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1.Bundesliga
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„Das ist eine stabile Truppe“, sagt Löwen-Trainer Martin Schwalb. Gemeint ist der HC Erlangen, Gegner der Rhein-Neckar Löwen am Sonntag. Um 16 Uhr beginnt die Begegnung des fünften Spieltages in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga – leider ohne Zuschauer.

„Aufgrund der stark gestiegenen Infektionszahlen in Nürnberg und der Region haben die zuständigen Behörden des Gesundheitsamts die Verantwortlichen des HC Erlangen darüber informiert, dass das kommende Heimspiel in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung gegen die Rhein-Neckar Löwen ohne Zuschauer ausgetragen werden muss“, verkündeten die Franken am Dienstag auf ihrer Website. Denkt man an die hitzigen und stets dramatischen Duelle der vergangenen Jahre, muss das für die Löwen kein Nachteil sein.

Nachteile gibt es aus Löwen-Sicht auch ohne den Gegenwind von den Tribünen genug: Neben dem Langzeit-Verletzten-Trio Appelgren/Nielsen/Kohlbacher fehlt Martin Schwalb am Sonntag Alexander Petersson. Der Linkshänder bekam im letzten Liga-Spiel gegen Leipzig einen Schlag auf den Wurfarm, wird den Löwen mehrere Wochen fehlen. Für den Routinier rückt Kaspar Veigel von den Junglöwen in den Profi-Kader. „Das tut uns schon richtig weh“, sagt Coach Schwalb mit Blick auf die Ausfälle und stellt fest: „Im Moment gibt es in dieser Liga viele verrückte Ergebnisse.“

Kiel verliert haushoch in Wetzlar, deklassiert kurz darauf die bis dahin verlustpunktfreien Flensburger. Magdeburg verliert daheim gegen den BHC und feiert fünf Tage später einen Kantersieg in Berlin. Melsungen haut die starken Lemgoer mit sechs aus der eigenen Halle, um im nächsten Auswärtsspiel eine Rutsche mit zehn Toren zu kassieren. Wo? Beim HC Erlangen! Das, so Schwalbe, müsse einem schon Warnung genug sein. Reiche das nicht, könne man sich ja den Kader der Franken einmal genauer betrachten: „Die haben sich toll verstärkt, unter anderem mit Steffen Fäth von uns und Simon Jeppsson aus Flensburg.“

Während Ex-Löwe Fäth mit Muskelfaserriss ausfällt, dürfte Jeppsson am Sonntag ein zentraler Faktor für das fränkische Offensivspiel werden. 16 Tore hat der Halblinke in 4 Partien auf sein Konto gebucht, bei nur 6 Fehlwürfen. Zusammen mit Sime Ivic (21 Tore) und Antonio Metzner (18), beide halbrechts, steht der schwedische 2,03-Meter-Mann für die neue Wucht im HCE-Rückraum. Klar ist, dass die Löwen gegen die wurfstarken Erlanger Jungs einen guten Plan in der Abwehr brauchen werden.

Viel wird wieder ankommen auf den Innenblock, den zuletzt Ymir Örn Gislason und Mait Patrail bildeten. Was laut Martin Schwalb nicht heißt, dass sich Ilija Abutovic vorerst hintenanstellen müsse: „Wir haben so viele Spiele, da muss ich auf allen Positionen die Belastung verteilen. Und Mait hat das gut gemacht.“ Der Neuzugang aus Hannover ist zudem ein wichtiger Faktor in der zweiten Welle, zeigte auch schon im linken Rückraum seine Qualitäten und kann gegen die harte Franken-Abwehr eine tragende Rolle spielen mit seiner Übersicht und Wurfstärke aus größerer Distanz.

Beim 23:28 gegen Leipzig lag die Löwen-Fehlerquote im tiefroten Bereich – so etwas dürfe sich laut Schwalbe nicht mehr wiederholen. Allerdings sei auch klar, dass seine Mannschaft noch lange nicht so eingespielt und weit sei, wie viele sich das erhofft hatten. Die Löwen, das wird immer offensichtlicher, sind immer noch ein Team im Umbruch. Und als solches müssen sie sich in jedem Spiel von Neuem beweisen. Das mit den vielen Fehlern will Schwalbe deshalb nicht überbewerten: „Das geht ja allen so. Wenn man sich die Spiele der anderen anschaut: Die machen alle extrem viele Fehler.“

Löwen-Fans können das Spiel am Sonntag ab 16 Uhr über die Live-Ticker der Löwen verfolgen sowie bei HBL-Medienpartner Sky im Pay-TV. Für die Löwen wäre ein Sieg im Frankenland übrigens alles andere als selbstverständlich. Die drei letzten Gastspiele endeten allesamt mit einem Unentschieden. Den letzten Löwen-Sieg beim HCE gab es am 30. April 2017. Beim 37:26 versenkte Gudjon Valur Sigurdsson zehn von zehn Würfen.

 

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