Fans feiern furiosen Löwen-Endspurt

(Foto: Verein)

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Mit einer klaren Steigerung Mitte der zweiten Halbzeit haben die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend einen hochverdienten 31:21 (15:13)-Erfolg gegen die HSG Wetzlar eingefahren.

Vor über 7000 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena taten sich die Löwen lange schwer, ehe sie, angeführt von einem überragenden Andy Schmid und einem superstarken Mikael Appelgren im Tor, die Partie binnen weniger Minuten entschieden. Am Ende sah es wieder nach Spaß am Handball aus, als Gudjon Valur Sigurdsson zwei Kempa-Tricks punktgenau abschloss. Mit dem 18. Sieg im 23. Bundesliga-Spiel bleiben die Badener auf Rang drei dicht an den Kielern dran und können weiter auf die Qualifikation für die Champions League hoffen.

Andy Schmid, mit elf Treffern und vier Vorlagen bester Löwe, sagte nach dem Spiel: „Es ist lange her, dass wir ein Spiel mit zehn Toren gewonnen haben. Das fühlt sich gut an.“ An die Fans richtete der Löwen-Kapitän gleich auch noch einen Appell mit Blick auf das nächste Heimspiel am kommenden Mittwoch: „Wir brauchen euch alle gegen Nantes!“ Sein Trainer Nikolaj Jacobsen zog ein alles in allem positives Fazit: „Mit dem Angriff bin ich sehr zufrieden, da haben wir jedes Mal eine sehr gute Chance herausgespielt – bis auf den Beginn der zweiten Halbzeit. In der Abwehr hatten wir hingegen lange Probleme, stellen dann erfolgreich um. Am Ende fällt der Sieg ein bisschen hoch aus.“
Löwen-Abwehr tut sich schwer

Auf der Platte legen die Löwen vor. Andreas Palicka hält gleich den ersten Wurf auf sein Tor, Alex Petersson bringt im Gegenzug das 1:0. Nach dem Ausgleich durch Olle Forsell Schefvert macht Gudjon Valur Sigurdsson das 2:1, ehe wieder Schefvert zum 2:2 trifft. Das alles dauert keine vier Minuten – die Partie nimmt rasantes Tempo auf. Gut für die Löwen, dass Palle direkt super im Spiel ist. Beim freien Wurfversuch von Anton Lindskog hat der Schwede zum fünften Mal entscheidend den Fuß dran, kommt zu diesem Zeitpunkt auf eine 50-Prozent-Quote und hat den Löwenanteil an der 7:5-Führung seiner Farben.

Mikael Appelgren war ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Mikael Appelgren (s. Foto) war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Palickas Paraden sind so wichtig, weil die Löwen generell in der Abwehr Probleme haben. Wetzlar stößt gezielt auf die Lücken zwischen Halb- und Außenpositionen – und hat damit immer wieder Erfolg. Als Kristjan Björnsen per Einläufer am Kreis das 8:8 markiert, nimmt Löwen-Coach Jacobsen die erste Auszeit. In der Deckung muss etwas passieren. Vorne läuft es rund, zeigt sich der zuletzt gescholtene Rückraum in Bestform. Ob Mads Mensah, Andy Schmid oder der bärenstarke Petersson: Sie alle machen mächtig Dampf. Weil aber Wetzlar wenig Fehler macht und vorne weiter eiskalt zuschlägt, gehen die Hessen beim 9:10 sogar erstmals in Führung (20.).
Appelgren für Palicka – der richtige Kniff

Palicka bekommt im Löwen-Tor keinen Zugriff mehr, in der 26. Minute muss er Platz machen für Kollege Mikael Appelgren. Ein starker Griff von Jacobsen: Apfel kommt beim 12:13, lässt bis zur Pause keinen Treffer mehr zu – bei vier Paraden – und sorgt zusammen mit den weiter wild entschlossenen Rückraum-Schützen dafür, dass die Löwen mit einem 15:13 in die Kabine gehen. Wichtig dabei ist auch der zweite Kniff des Löwen-Trainers: Gegen Ende der Halbzeit stellt er die Abwehr um und Sigurdsson auf die Spitze einer 5:1-Formation. Wetzlar bringt das aus dem Rhythmus und den Löwen die berechtigte Hoffnung, den so wertvollen Heim-Zweier einzufahren.

Nach der Pause kommt Vladan Lipovina für Petersson – und führt sich mit zwei herrlichen Toren zum 16:13 und 18:14 perfekt ein. Die erste Vier-Tore-Führung bringt allerdings keine Ruhe in die Löwen-Reihen. Im Gegenteil. Plötzlich lassen die Gelben wieder viel zu viele Würfe liegen, darunter zwei Siebenmeter. Wetzlar kommt so auf 19:17 ran – und Jacobsen reagiert mit der zweiten Auszeit (42.). Es soll die Initialzündung für den Rest des Spieles werden. Von nun agieren die Löwen wieder wesentlich konzentrierter. Lipovinas dritte Fackel zum 22:18 bildet den Auftakt für einen wuchtigen Endspurt (46.).

Andy Schmid spielte wie entfesselt auf.

Andy Schmid spielte wie entfesselt auf.In der vielleicht besten Löwen-Viertelstunde dieses Jahres ist es Andy Schmid, der als Kapitän persönlich die Entscheidung regelrecht erzwingt. Nach seinem 23:19 (50.) trifft er noch dreimal in Folge, stellt auf 26:20 (52.). Und der Löwen-Lauf geht weiter, wächst auf sieben Tore am Stück an und bringt binnen sieben Minuten die entscheidenden Treffer zum 30:20 – darunter zwei herrliche Kempa-Abschlüsse von Sigurdsson. Bemerkenswert dabei: Mikael Appelgren kommt am Ende auf neun Paraden, was bei acht Gegentoren eine Quote von über 50 Prozent bedeutet. Die letzten 90 Sekunden feiern die Fans ihre Mannschaft dann auch im Stehen. Die Stimmung auf den Rängen und auf der Platte war schon lange nicht mehr so ausgelassen. Am Ende steht es 31:21 und bleibt die Erkenntnis: So kann es in den restlichen Wochen dieser Saison gerne weitergehen.

Rhein-Neckar Löwen – HSG Wetzlar 31:21 (15:13)

Löwen: Appelgren, Palicka – Schmid (11), Lipovina (3), Sigurdsson (6/1), Radivojevic (1), Tollbring, Abutovic, Mensah (4), Groetzki, Taleski (1), Guardiola, Petersson (4), Kohlbacher (1)

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic – Kneer (1), Björnsen (1), Ferraz, Weber, Mirkulovski (2), Schreiber, Torbrügge (1), Weissgerber (1), Holst (2/2), Waldgenbach, Schefvert (5), Lux, Lindskog (5), Cavor (3)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Kai Wandschneider

Schiedsrichter: Marcus Hurst / Mirko Krag (Oberursel/Frankfurt)

Zuschauer: 7083

Strafminuten: Sigurdsson (2), Mensah (2), Guardiola (2) – Weissgerber (2), Lindskog (2)

Siebenmeter: 1/4 – 2/3

Löwen: Sigurdsson scheitert an Klimpke (3.) und an Ivanisevic (39.), Schmid scheitert an Ivanisevic (41.)

Wetzlar: Holst scheitert an Appelgren (40.)

Spielfilm: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 4:2, 4:3, 5:3, 5:4, 6:5, 7:5, 7:7, 8:8, 9:9, 9:10, 10:11, 12:11, 12:13, 15:13 (HZ), 16:13, 16:14, 18:14, 19:17, 21:17, 21:18, 22:19, 23:19, 23:20, 30:20, 31:21 (EN)

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