Gummersbach verliert Derby trotz Kampf

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Im Bergischen Derby hat der VfL Gummersbach am späten Sonntagnachmittag eine erneute Niederlage in der Handball-Bundesliga hinnehmen müssen. Am 25. Spieltag verloren die Oberbergischen vor 3.899 Zuschauern in der SCHWALBE arena mit 22:29 (11:14) gegen den Bergischen HC.

Trotz eines starken Florian Baumgärtner im Angriff und einer guten Torhüterleistung von Matthias Puhle gab der VfL die Punkte schlussendlich an die Nachbarn ab. Trotz deutlicher Leistungssteigerung gegenüber den vergangenen Partien fiel die Niederlage schlussendlich höher aus, als es der Spielverlauf hergab. Beim 600. Bundesliga-Spiel seiner Karriere konnte Carsten Lichtlein gegen coole Bergische Löwen keine Punkte einfahren, konnte jedoch sehen, wie sein Team das Rezept wiedergefunden hat um die fehlende Sicherheit im eigenen Spiel zurückzugewinnen.

Der VfL legte einen Raketenstart hin. Nach dem ersten Treffer der Partie durch Stanislav Zhukov (1. Minute) parierte Puhle den folgenden BHC-Angriff, ehe Baumgärtner mit dem 2:0 für die Gummersbacher nachlegte. Anders als in den bisherigen Spielen im Kalenderjahr 2019 agierten die Blau-Weißen von Beginn an hellwach und nahmen die Zuschauer auf den Rängen mit. Insbesondere Puhle fand sehr gut in die Begegnung und hatte nach zehn Minuten bereits vier Paraden zu verbuchen. Auch seine Vorderleute – insbesondere die Rückraumschützen unter der Regie von Yonatan Dayan – präsentierten sich in Spiellaune und hatten sich bis zu diesem Moment ein 5:2 herausgespielt.

Dem Bergischen HC gelang es in der Folge jedoch mehr sich in die Partie hineinzufinden. Vier Treffer in Folge brachten die Gummersbacher erstmals ins Hintertreffen (5:6, 14. Minute). Immer wieder schlichen sich beim VfL die Fehler der vergangenen Wochen ein, dennoch verteidigten die Oberbergischen mit Leidenschaft und Körperlichkeit, so dass sie zumindest weiter mit den Gästen mithielten. Im Angriff mischte insbesondere Baumgärtner die Defensive der Bergischen Löwen auf und sorgte mit seinen Gewaltwürfen für Furore, so auch in der 22. Minute beim 9:9-Ausgleich der Heimmannschaft durch den Linkshänder. Ein erneuter 4:0-Lauf der Nachbarn aus Wuppertal und Solingen sorgte für die erste komfortable Führung der Gäste (9:13, 27. Minute). In den Schlussminuten der ersten Halbzeit bewiesen die Gummersbacher jedoch noch einmal Kämpferherz und kamen durch Alexander Becker vor dem Pausenpfiff auf drei Tore heran (11:14, 30. Minute). Eine doppelte Glanzparade von Puhle untermauerte den Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel lieferten sich die beiden bergischen Teams einen Derbyfight, wie er im Buche steht. Mit den beiden Youngsters Dayan und Albin Xhafolli gaben die Gummersbacher Vollgas, um dem starken Gegner vom Bergischen HC Paroli zu bieten. Bis zur 36. Minute ließ der erste VfL-Treffer nach der Pause auf sich warten, als Zhukov den Ball regelrecht ins Eck hämmerte (12:15). Schlag auf Schlag ging es dagegen in den Folgeminuten. Beim 14:16 durch Moritz Preuß eine Minute später waren die Blau-Weißen wieder auf zwei Tore herangezogen. Der BHC hielt mit einer guten Offensive dagegen und demonstrierte, warum der Aufsteiger in der oberen Tabellenhälfte steht. Doch auch vom ersten Fünf-Tore-Rückstand im Spiel (14:19, 42. Minute) ließen sich die Gummersbacher nicht unterkriegen.

Aus einer leichten Führung heraus spielten die Gäste selbstbewusst und zogen ruhig ihren Spielrhythmus durch. Der VfL blieb in Schlagdistanz, konnte aber nicht entscheidend Boden gut machen. In der 48. Minute war es wieder Baumgärtner, der aus dem Rückraum mit seinem achten Treffer des Tages zum 19:23 traf. Während der BHC vorne weiter Druck machte, fehlte den Gummersbacher in der Offensive nun zunehmend das letzte entscheidende Quäntchen um das Ruder noch einmal umzureißen. Das 20. Tor des VfL fiel nach einigen unglücklichen Fehlwürfen durch die Bank weg erst in der 58. Minute, als Preuß den Abpraller seines eigenen Siebenmeterwurfs im Netz des BHC platzierte (20:27). Diese zehnminütige Durststrecke verhinderte ein besseres Ergebnis, das den Spielverlauf eher widergespiegelt hätte. In der 60. Minute traf Puhle selbst nach Parade zum 22:28, ehe der BHC im Schlusssprint den letzten Treffer erzielte und die beiden Punkte beim Endstand von 22:29 an die Bergischen Gäste gingen.
Auch wenn noch einige Aktionen misslangen und sieben Tore Rückstand eine deutliche Sprache sprechen, stand heute ein ganz anderer VfL auf dem Parkett als in den vergangenen Wochen. Erstmals legten die Gummersbacher über das gesamte Spiel entscheidende Tugenden wie Kampf und Willen an den Tag. Darauf muss in den kommenden Wochen aufgebaut werden, denn nach dem Sieg der Eulen über Lemgo sind auch die Konkurrenten aus Ludwigshafen wieder ins Rennen um den Klassenerhalt eingestiegen. Für den VfL geht es bereits am kommenden Donnerstag weiter, wenn um 19

Torge Greve (VfL Gummersbach): Glückwunsch zum verdienten Erfolg an den Bergischen HC. Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen und standen mit der Abwehr richtig gut. Unsere Rückraumschützen kamen ebenfalls gut ins Spiel und haben mit Toren vorgelegt. Aber ab der 20. Minuten kam dann unsere erste Schwächephase, als wir angefangen haben kopflos zu agieren und in alte Muster zurückzufallen. Dadurch haben wir uns den ersten Rückstand eingefangen und den BHC gestärkt. Wir sind teilweise auch etwas zu übermotiviert in Situationen gegangen, das hat mir nicht so gefallen. In der zweiten Halbzeit wollten wir auch eigentlich so weiter machen und in der ersten Viertelstunde hatten wir den BHC auch ganz gut im Griff, bis sie dann wieder jeden Angriff in unserem Tor versenkt haben. Unsere Außen sind heute auf keinen einzigen Treffer gekommen, während der BHC über Außen sehr erfolgreich war. Daran müssen wir weiterarbeiten. Hinzu kommt, dass wir zum Schluss dann über rund 15 Minuten ein ums andere Mal an Bastian Rutschmann gescheitert sind. Am Ende haben wir uns dann auch nicht mehr so konsequent gegen die Niederlage gewehrt wie ich es mir gewünscht hätte, so dass der Sieg des BHC für mich deutlich zu hoch ausgefallen ist.

Sebastian Hinze (Bergischer HC): Wir sind extrem glücklich, dass wir das Spiel erfolgreich bestreiten konnten. Wir waren 60 Minuten lang hochkonzentriert und das war bitter nötig, weil der VfL auch nur kleine und wenige Schwächephasen hatte, aber eben mehr als wir. Wir haben auf die Abwehr und den Positionsangriff gesetzt, was dann nach der ersten VfL-Schwächephase auch erfolgreich war. In der Abwehr haben wir vor allem Tore aus dem Rückraum bekommen. Wir wollten aber unser System nicht verändern. In der zweiten Halbzeit sind wir defensiv auch sehr gut reingekommen, im Angriff aber nicht, bis zu der Phase, in der wir uns dann gut absetzen konnten. Der K.O. für Gummersbach war dann aber die hervorragende Torwartleistung von Bastian Rutschmann in den letzten 15 Minuten, der uns damit die deutliche Führung bis zum Ende festgehalten hat.

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