In Wuppertal ohne Glück im Endspurt

Foto: Hartung

1.Bundesliga
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Bitteres Ende einer packenden Begegnung. Die MT Melsungen unterlag nach 60 spannenden Minuten beim Bergischen HC mit 24:25 (14:14) und verpasste damit die große Chance, sich im Kampf um Platz fünf und die mögliche Qualifikation für das internationale Geschäft vom Feld der Verfolger abzusetzen.

In dem die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze nun voll dabei ist und nur noch einen Punkt hinter der MT liegt. Starke Leistungen von Yves Kunkel und Roman Sidorowicz vor, sowie Lasse Mikkelsen, der mit acht Treffern einmal mehr erfolgreichster MT-Schütze war, nach der Pause reichten unter dem Strich nicht, die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Beim BHC überzeugte Fabian Gutbrod mit sechs Toren, Daniel Fontaine verletzte sich schwer.

Es war ein Bild, das es so schon lange nicht mehr gab aus Sicht der MT Melsungen: der Spielberichtsbogen war bis auf die letzte Zeile gefüllt, 16 Spieler inklusive Finn Lemke, Tobias Reichmann und – Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch sollte Recht behalten haben – auch Marino Maric sowie Domagoj Pavlovic standen mit drauf. Einzig Julius Kühn fehlte, war aber dennoch mit in der Halle. Beste Voraussetzungen also gegen ebenfalls nahezu in Bestbesetzung angetretene Bergische Löwen, den Vorsprung auf die Verfolgerschar wieder auszubauen.

In der Anfangsformation stand indes noch keiner der Genannten. Dafür startete Johan Sjöstrand an Stelle von Nebojsa Simic zwischen den Pfosten. Der war auch gleich in seiner ersten Aktion erfolgreich gegen den Wurf von Daniel Fontaine und bereitete damit den Boden für zwei Müller-Tore zur 2:1-Führung: Erst traf Michael, dann Philipp (3.). Weil die Abwehr stand und gleich die nächsten zwei Bälle eroberte, erhöhten Felix Danner und Yves Kunkel sogar auf 4:1 (6.).

Probleme, wenn man es so nennen wollte, hatte die Hintermannschaft allein mit dem Kreis der Bergischen. Max Darj machte Betrieb in der Nahwurfzone, bekam feine Anspiele von Linus Arnesson sowie Csaba Szücs und traf beim 4:6 schon zum zweiten Mal. Als Linus Arnesson, der für die ersten beiden BHC-Treffer verantwortlich zeichnete, am Kreis auftauchte, war er auch nur auf Kosten eines Siebenmeters zu stoppen, den Arnor Thor Gunnarsson zum 5:7 verwandelte. Danach war der Kreis dann zwar abgeschirmt, dafür traf Fabian Gutbrod doppelt – die Gastgeber waren auf 7:8 dran (16.).

Stark auf Melsunger Seite präsentierte sich Yves Kunkel. Der gab seinem Gegenspieler Gunnarsson einige Rätsel zu knacken, tauchte sogar zuweilen am Kreis auf und machte von dort auch das 10:8, nachdem zuvor zweimal Roman Sidorowicz den Part des Vollstreckers übernommen hatte. Dann allerdings musste Lasse Mikkelsen für zwei Minuten runter. Das nutzte sofort wieder Darj über den Kreis. An ein Absetzen war seitens der Nordhessen also nicht zu denken. Stattdessen hatte Fabian Gutbrod gar die Chance zum Ausgleich, setzte den Ball zwar unter Sjöstrand durch, von dort sprang das Leder aber über die Latte. Im Gegenzug war es wieder Kunkel, der auf 11:9 stellte (22.).

Spektakuläre Szenen gab es auch. Als die Melsunger im Spiel ohne Torhüter vorn den Ball verloren und Arnor Gunnarsson von der Mittellinie abzog, sprang Roman Sidorowicz fast artistisch dazwischen und lenkte das Spielgerät am Tor vorbei. Linus Arnesson gelang anschließend dennoch der Ausgleich zum 11:11, aber auch Tobias Reichmann traf – die MT blieb noch in Vorlage. Um dann doch in Rückstand zu geraten. Zwei unnötige Ballverluste bei verloren gegangener Ordnung im Angriff nutzten erst Gunnarsson, dann Gutbrod zum 13:12. Jetzt lief Melsungen hinterher. Und konnte sich bei Johan Sjöstrand bedanken, dass der Wurf von Kristian Nippes zum möglichen Pausenvorsprung für den BHC nicht hinter der Linie landete.

Mit dem Vorteil des Anwurfs übernahm die MT nach dem Seitenwechsel zwar wieder die Führung; Lasse Mikkelsen traf von der Siebenmeterlinie. Doch die Bergischen ließen sich auch von zwei Zeitstrafen gegen Max Darj und Csaba Szücs nicht beirren. Jeffrey Boomhouwer nutzte einen erneuten Fehler im Melsunger Angriff zum 17:16 für die Blau-Weißen. Gefolgt von einer Schrecksekunde, als Daniel Fontaine wegrutschte und sich dabei so schwer verletzte, dass er vom Feld musste (37.). Die Diagnose noch vor Ort lautete auf Achillessehnen-Abriss.
Die schon in der ersten Hälfte kampfbetonte Partie wurde noch intensiver. Sehr zum Gefallen von Lasse Mikkelsen, der gleich dreimal hintereinander traf und die MT mit 19:18 nach vorn warf (41.). Jedoch direkt gekontert von Linus Arnesson und erneut Jeffrey Boomhouwer per Tempogegenstoß, der BHC war wieder im Vorteil. Auch nach Arnor Gunnarssons 21:20 per Siebenmeter, dem er von der Linie sogar die erste Führung mit zwei Toren hätte folgen lassen können. Sein Versuch ging aber glatt über den in der zweiten Halbzeit von Nebojsa Simic gehüteten Kasten (47.).

Auch die nächste Chance vergab Gunnarsson, diesmal im Tempogegenstoß gegen den fantastisch reagierenden Simic. Vorn hatten die Nordhessen Glück, dass Yves Kunkel nach Lasse Mikkelsens von Christopher Rudeck pariertem Wurf den Abpraller zum 21:21 versenkte (48.). Und es wurde noch heißer in der Unihalle. Als nämlich Yves Kunkels Griff nach dem Ball in der Hand von Kristian Nippes mit der Roten Karte bestraft wurde, Jeffrey Boomhouwer aber mit dem zusätzlich verhängten Strafwurf an Nebojsa Simic scheiterte. In Unterzahl drehten Felix Danner und Roman Sidorowicz die Partie dennoch ein weiteres Mal: 24:23 für Melsungen (53.).

Auch in der nächsten kritischen Szene war Simic da, als er den Wurf von Nippes parierte und damit den nächsten Ausgleich verhinderte. Christopher Rudeck auf der anderen Seite machte es ihm aber nach, hielt gegen Sidorowicz. Rafael Gonzales Baena traf, Rudeck parierte ein weiteres Mal und Boomhouwer setzte das Spielgerät unter tosendem Jubel von den Rängen zum 25:24 für den BHC in die Maschen (59.). Es war bereits die Entscheidung. Weil sich die Hausherren den Ball in der Abwehr gleich wieder holten. Zwar blieb auch Simic noch einmal gegen Linus Arnesson siegreich, doch der allerletzten Versuch des Spiels von Lasse Mikkelsen prallte von Rudecks Fingerspitzen an den Innenpfosten – und raus. Das dramatische Ende eines packenden Spiels, das eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte.

MT Melsungen: Sjöstrand (7 Paraden / 14 Gegentore), Simic (6 P. / 11 G.); Maric, Lemke, Reichmann 1, Ignatow, Kunkel 5, Mikkelsen 8/2, Danner 2, P. Müller 1, Schneider, Allendorf, Birkefeldt, M. Müller 2, Sidorowicz 5, Pavlovic - Trainer Heiko Grimm.

Bergischer HC: Rudeck (10 P. / 18 G.), Rutschmann (1 P / 6 G.); Darj 4, Petrovsky 1, Gunnarsson 4/2, Nippes 1, Kotrc, Baena 1, Fontaine, Fraatz, Babak, Szücs, Gutbrod 6, Arnesson 4, Boomhouwer 4, Criciotoiu - Trainer Sebastian Hinze.
Schiedsrichter: Martin Thöne / Marijo Zupanovic (Berlin)

Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten (Mikkelsen 18:26, P. Müller 22:18, Reichmann 59:56 – Petrovsky 22:46, Darj 30:54, Szücs 32:35, Nippes 59:56)

Disqualifikation: Kunkel (MT, 52:07)

Strafwürfe: 2/2 – 4/2 (Gunnarsson über das Tor 46:18, Boomhouwer scheitert an Simic 52:10)

Zuschauer: 2.729 in der Unihalle, Wuppertal.

Das nächste Spiel:
Sa., 27.04.2019, 20:30 Uhr, MT Melsungen – GWD Minden, Rothenbach-Halle Kassel

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