Zebras gegen Nordhorn

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

1.Bundesliga
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Sieben Partien bestreiten die Zebras insgesamt im von einer Länderspiel-Pause zweigeteilten Oktober - und nur zwei davon mit der Unterstützung ihrer Fans im Rücken. Das erste von nur zwei Heimspielen des Monats führt am Donnerstag die HSG Nordhorn-Lingen in die Sparkassen-Arena.

Zehn Jahre nach dem bisher letzten Bundesliga-Spiel beider Mannschaften gegeneinander kehrt der Aufsteiger aus dem Emsland zurück an die Ostsee. "Auch wenn die Tabellensituation klar ist, müssen wir mit voller Konzentration in diese Begegnung gehen", weiß THW-Rückraumspieler Nikola Bilyk. "In dieser Liga darf man sich gegen keinen Gegner eine Schwäche erlauben. Wir müssen alles in dieses Spiel legen." Anwurf ist um 19 Uhr, Tickets für das 2.Welle-Abo haben noch keine Gültigkeit. Sky wird wird am Donnerstag zudem live aus Kiel berichten.

Mehr als zehn Jahre nach dem bisher letzten Aufeinandertreffen beider Team in der stärksten Liga der Welt ist die HSG Nordhorn-Lingen zurück auf der großen Bühne des deutschen Handballs. Nach dem 38:27-Sieg der Zebras im ausverkauften Euregium am 19. Mai 2009 hatte die HSG ihren schwersten Gang antreten müssen: Insolvenz. Kaum ein Club findet den Weg aus dem dunklen Finanzgrab zurück. Der HSG Nordhorn-Lingen ist es gelungen - zehn Jahre harter Arbeit hat es gebraucht, bis die Grafschafter ihre Rückkehr in das Handball-Oberhaus feiern konnten.Das erklärte Ziel der Verantwortlichen und der gesamten handballbegeisterten Region, es nach dem Tiefschlag 2009 wieder ganz nach oben zu schaffen, wurde Realität: Mit dem zweiten Platz in der 2. Bundesliga schaffte die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann in der vergangenen Saison den Aufstieg.

Noch vor dem Neustart gab es einen neuerlichen Rückschlag für die HSG Nordhorn-Lingen: 15 Tage vor dem ersten Spiel gegen den Bergischen HC musste der Aufstiegsmacher Bültmann aus gesundheitlichen Gründen passen. "Diese Entscheidung so zu treffen, ist mir unheimlich schwergefallen", sagte der Coach in einer Vereinsmitteilung. "Doch mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen." Die Verantwortlichen mussten also handeln - und taten dies: Kurz nach der Hiobsbotschaft verpflichteten sie den Isländer Geir Svensson als neuen Trainer. Der 55-Jährige, der in der Bundesliga schon den SC Magdeburg trainerte und für die isländische Nationalmannschaft verantwortlich zeichnete, unterschrieb bis zum Sommer 2021 bei der HSG.

Schwierige Voraussetzungen für den Neustart in die stärkste Liga der Welt. Und so verlief die Spielzeit bis zum vergangenen Wochenende nicht wie erhofft. Sieben Spiele, sieben Niederlagen waren die Bilanz des schweren Auftaktprogramms, das für den Aufsteiger unter anderem Heimspiele gegen die Rhein-Neckar Löwen und die MT Melsungen sowie Auswärtspartien in Wetzlar und Magdeburg bereithielt. Nachdem die HSG gegen den HC Erlangen nur knapp und äußerst unglücklich am ersten Punktgewinn seit 2009 vorbeischrammte, stand das Emsland am vergangenen Wochenende Kopf: Mit 33:30 besiegte die Mannschaft von Geir Sveinsson den SC DHfK Leipzig und ließ die Fans in Lingen und Nordhorn feiern - die HSG Nordhorn-Lingen, die in beiden Städten ihre Heimspiele austrägt, ist endlich wieder richtig angekommen in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga! Treffsicherster Werfer gegen Leipzig war mit acht Toren der prominenteste Neuzugang der HSG: Robert Weber, Liga-Torschützenkönig 2015, kam vor dieser Saison vom SC Magdeburg. Der 33-jährige Außen gehört mit 52 Treffern wieder zum Spitzen-Quintett der LIQUI MOLY HBL.

Ihm folgt mit Pavel Mickal einer der Aufstiegshelden: Der tschechische Nationalspieler, der seit 2005 (!) das Nordhorner Trikot trägt, erzielte bisher 37 Tore. Das zeigt, dass man bei der HSG einen eigenen Weg nach dem Aufstieg beschritt: Niemand der Zweitliga-Leistungsträger verließ den Verein, der mit Weber, Kreisläufer Dominik Kalafut (kam aus Cesson-Rennes in Frankreich) und dem Halblinken Anton Prakapenia, der zuvor für den HSC 2000 Coburg auf Torejagd ging, seine Mannschaft gezielt verstärkte. Neben Mickal erlebten auch die Torhüter Björn Buhrmester und Dennis Bartels sowie Kapitän Alexander Terwolbeck, beide tragen seit der Jugend das HSG-Trikot, den schweren Gang aus der Insolvenz zurück in die erste Liga mit. "Wir haben als Mannschaft eine unglaubliche Gecshlossenheit und einen enormen Zusammenhalt", beschrieb Terwolbeck vor der Spielzeit die größten Vorzüge des HSG-Kaders. "Natürlich hat man vor dem Start auch auf die letzten zehn Jahre und die Entwicklung geschaut - jetzt haben wir ein neues Ziel. Und das heißt Klassenerhalt!"

Bisher trafen beide Mannschaften 20 Mal in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga aufeinander, bei zwei Unentschieden siegte der THW in 14 dieser Partien. Das 21. Duell wird am Donnerstag um 19 Uhr von Christoph Immel und Ronald Klein angepfiffen, die Unparteiischen leiteten zuletzt beim Auswärtsspiel in Magdeburg eine Partie mit Kieler Beteiligung. Es gibt noch Sitz- und Stehplätze im freien Vorverkauf in der THW-FANWELT, bei CITTI, in den famila-Märkten mit Eintrittskartenverkauf, im Ticketcenter der Arena und an allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketskop des THW Kiel. Am Spieltag haben die Abendkassen in der THW-FANWELT und im Ticketcenter bis zum Anpfiff geöffnet. Wichtig: Das 2.Welle-Abo gilt noch nicht für dieses Spiel!

 "Wir müssen konzentriert an die Aufgabe herangehen", sagt THW-Spielmacher Miha Zarabec, der nach der Partie zum Live-Interview in der THW-Fanarena (Arena-Umlauf, Seite Ziegelteich) erwartet wird, und schiebt nach: "Jetzt kommen wichtige Spiele, und wir wollen uns Schritt für Schritt steigern." Auf geht's, Zebras!

 

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31.10.2019 17:00
2.Handball-Bundesliga, 10.Spieltag
  
HSV Hamburg - VfL Lübeck-Schwartau 0 : 0
31.10.2019 19:00
Liqui Moly Handball-Bundesliga, 11.Spieltag
  
TSV Hannover-Burgdorf - HSG Nordhorn-Lingen 0 : 0
  
THW Kiel - MT Melsungen 0 : 0
  
Die Eulen Ludwigshafen - Bergischer HC 0 : 0
31.10.2019 19:30
2.Handball-Bundesliga, 10.Spieltag
  
TSV Bayer Dormagen - VfL Gummersbach 0 : 0
31.10.2019 20:00
2.Handball-Bundesliga, 12.Spieltag
  
DJK Rimpar Wölfe - HSG Konstanz 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 23.10.2019 00:22:52
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