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Auf Punktejagd am Bodensee

2.Bundesliga
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Robert Andersson stehen schwierige Tage bevor. Denn eine der wichtigsten Aufgaben im Trainerdasein ist es, Spieler vor möglichen Höhenflügen zu bewahren. Wobei sich der Ferndorfer Coach da keine Sorgen um seine Jungs macht, die allesamt weiterhin konzentriert im Training arbeiten.

Wobei man sich bei einem 6:2 Punkte Start sicherlich den ein oder anderen Blick auf die, u.a. wegen der coronabedingten Spielausfälle wenig aussagekräftigen, Tabelle gönnen darf.

Der letztjährige Aufsteiger aus Konstanz ist der nächste schwere Brocken den es aus dem Weg zu räumen gilt. In dieser verrückten zweiten Liga, wo überraschende Spielergebnisse auf der Tagesordnung stehen, kein leichtes Unterfangen. „Ein Gegner, der von allen Positionen Gefahr ausstrahlt und sich mit uns auf Augenhöhe befinden dürfte“, so sieht Andersson den sonntäglichen Gastgeber. Ihre „Lebensversicherung“ haben die Mannen vom Bodensee allerdings im Sommer gen Zürich ziehen lassen müssen. Rückraum-Shooter Paul Kaletsch, der von 2013-2020 knapp 1500 Tor für die HSG Konstanz erzielte, verließ die Süddeutschen und riss eine riesige Lücke. Die will Konstanz’ Trainer Daniel Eblen, der in sein achtzehntes (!!) Jahr als Trainer der HSG geht, über das Kollektiv schließen. Viele Aktionen über die Kleingruppe, mit einem erfolgreich und sicher agierenden Kreisläufer – so sieht das aktuelle Spiel der Konstanzer oft aus. Zwischen den Pfosten stellt der bundesligaerfahrene Michael Haßferter seine Gegner häufig vor Probleme.

Ein Nachteil, wie für so viele Teams, ist für die Konstanzer der fehlende Heimvorteil. Denn nicht selten hat das Publikum in der Vergangenheit die Schänzle-Halle zur Schänzle-Hölle umfunktioniert und ihr Team zum Sieg getragen. Das wird am Sonntag definitiv nicht möglich sein, da auch dieses Spiel wieder vor leeren Rängen stattfinden wird.

Für die TuS-Equipe gab es am Mittwochabend allen Grund zum Strahlen. Neben dem unerwarteten Erfolg gegen die favorisierten Hammer gab Patrick Weber ein Kurzzeit-Comeback. Ziel des Trainerteams ist es, Weber bis Weihnachten auf der Höhe zu haben. Bis dahin wird er immer wieder seine Einsatzzeit bekommen. Somit fehlt bei den kommenden Aufgaben nur noch der Zerberus Lucas Puhl. Und auch wenn Puhlic nicht ersetzbar ist, so muss man den beiden aktuellen Keepern ein großes Lob aussprechen. Ob Marin Durica im Spiel gegen Fürstenfeldbruck oder aber insbesondere Tim Hottgenroth im Spiel gegen den ASV Hamm. Wohl dem, der sich auf solch sichere Rückhalte verlassen kann. Vor diesen Keepern hält der Mann den Laden zusammen, der gefühlt seinen vierten Frühling erlebt – Branimir Koloper, unumstrittener Abwehrchef und sicherlich einer der besten Abwehrspieler der zweiten Liga.. Und auch die anderen Spieler im rot-weißen Dress befinden sich, trotz der ungewohnten Corona-Zwangspause in exzellenter Form. Was gerade in Bezug auf den konditionellen Bereich nicht unbedingt zu erwarten hier. Am Sonntagabend können sich die TuS-Fans aber zumindest auf ein ausgeruhtes Team freuen. Denn die Anreise ins 500 Kilometer entfernte Konstanz erfolgt bereits am Samstag. Vergleiche zwischen Handball- und Fußball-Trainern verbieten sich, aber irgendwie hat Andersson was von Huub Stevens. Beliebt bei den Spielern, keine große Reden schwingend, absolut unumstrittener Fachmann, aber nie müde werdend den mahnenden Zeigefinger zu heben: „Konstanz wird unbedingt sein Heimspiel gegen uns gewinnen wollen. Wir müssen stabil sein und über 60 Minuten im Konzept bleiben. Nur dann haben wir eine Chance zu gewinnen.“

Fast schon selbstredend in Corona-Zeiten kommt der unermüdliche Hinweis auf sportdeutschland.tv. Denn auch wenn viele reisefreudige TuS-Fans ein Tränchen verdrücken, ob der verpassten Möglichkeit auf den Kurzurlaub an der schweizerischen Grenze – so drücken wir doch alle dem Team vor dem Fernseher die Daumen. Und wo auch immer am Sonntagabend um 17 Uhr eingeschaltet wird, vergesst eines nie: Scream for your team !

WISSENSWERTES
Entfernung: 490 Kilometer
Fahrzeit: ca. 5 Stunden
Einwohner Konstanz: 86.300 (zum Vergleich: Ferndorf = 4200)
Heimspielstätte:Schänzle-Sporthalle – 1900 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: gelb-blau
größte Erfolge: Aufstiege in die 2.Handball-Bundesliga 2001, 2016 + 2019

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