Großer Kampf mit einem Punkt belohnt

Foto: H. Burbach

2.Bundesliga
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Das Spielglück war in den letzten Minuten kein Ferndorfer. Aufopferungsvoll hatten sich die in rot gekleideten Mannen von Coach Michael Lerscht gegen ein Spitzenteam der Liga gewehrt.

Nicht nur gewehrt, sondern einen Gegner aus dem oberen Regal am Rande einer Niederlage gehabt. Und trotzdem fehlte am Ende diese eine Sekunde, die Herbert Grönemeyer in einem seiner neueren Songs beschreibt: „Es sind die einzigartigen Tausendstel-Momente, das ist was man Sekundenglück nennt.“ Dabei sagt der Volksmund allgemein, Glück könne man sich erarbeiten. Und gearbeitet hatten die Rot-Weißen äußerst intensiv in der vergangenen Trainingswoche, weshalb auch Michael Lerscht nochmal herausstellte: „Die Jungs haben nach dem unglücklich verlorenen Spiel gegen Hüttenberg hart und gut trainiert. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich heute auch endlich wieder belohnt haben.“

Die harte Arbeit zahlte sich schon zu Beginn aus. Die Abwehr hatte sich sehr gut auf die Spieler des ASV Hamm vorbereitet. Lucas Puhl im Tor konnte immer wieder Akzente setzen, und war am Ende mit mehr als 35% gehaltener Bälle bester Keeper des Spiels. Und im Angriff spielte Marijan Basic seine Schnelligkeit aus und setzte in der Kleingruppe immer wieder seine Mitspieler auf den Halbpositionen, Andreas Bornemann und Patrick Weber, in Szene. Es ging gut los für den TuS. Julius Lindskog Andersson, der am Ende all seine Siebenmeter erfolgreich verwandeln sollte, netzte mit dem ersten von fünf Strafwürfen zur 2:1 Führung. So wogte das Spiel, auf beiden Seiten gestützt durch gute Deckungsformationen, bis zum 6:6 in der 21.Minute hin und her.

Dann der erste Aufreger des Spiels, als Hamms Linksaußen und etatmäßiger Siebenmeter-Schütze Fabian Huesmann, den Ball beim Strafwurf,nach Ansicht des Schiedsrichter-Gespanns, Lucas Puhl ins Gesicht warf. Eine rote Karte ist die Folge, wenn sich der Keeper dabei nicht bewegt. Da die Schiedsrichter das so bewerteten, war der Ausschluss von Huesmann die Folge. Und auch wenn man die folgende Überzahl verlor und Hamm nun vorlegte, ging man doch mit einem Gleichstand und gutem Gefühl in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn konnten die beiden Rückraum-Shooter Weber und Bornemann erste Akzente setzen und brachten die Lerscht-Sieben mit 15:12 in Front. Was folgte, war bis zum 18:14 in der 42.Minute die beste Phase im Spiel des TuS. Was danach folgte war allerdings die schlechteste Phase im Spiel des TuS. Innerhalb von nur sechs Minuten warf man die mühsam erarbeitete Führung weg, so dass die von Kay Rothenpieler trainierten Hammer wieder ausgleichen konnten. Apropos Rothenpieler – der hört am Saisonende auf und die Hammer Presse vermeldete in der vergangenen Woche, dass Michael Lerscht ein Nachfolge-Kandidat sei. Alles legitim, aber so etwas macht man nicht unmittelbar vor dem Aufeinandertreffen beider Teams.

In dieser von Hamm dominierten Phase trat insbesondere der Hammer Linksaußen Vyron Papadopoulos in Erscheinung, der allerdings jedes seiner acht Feldtore feierte, als sei es das jeweils spielentscheidende. „Bei dem kleinen Durchhänger den wir haben, kassieren wir zu schnell den Ausgleich. Das passiert aber immer wieder mal in dieser Liga“, wollte Lerscht seinen Mannen für die sechs fehlerbehafteten Minuten keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil. Die Lerscht-Equipe fing sich wieder, und der heute sehr gut aufspielende Rückraum mit Bornemann und Weber hatte wieder Gefallen am Torewerfen gefunden. So ging es Kopf an Kopf in die Crunch-Time, in der sich die beiden Kontrahenten wieder nahezu neutralisierten. Als Patrick Weber in der 56.Minute zum 23:22 traf, träumten 1027 Zuschauer in der Stählerwiese von zwei Punkten gegen den Favoriten.

Doch innerhalb von nur wenigen Sekunden drehte Hamm das Spiel. Erneut Weber konnte dann zum 24:24 ausgleichen – die Stählerwiese bebte. „Wieder einmal ein geiles Publikum, dem wir heute durch eine große kämpferische und emotionale Leistung was zurückgeben konnten“, war auch Lerscht fasziniert vom Heimspielfaktor Hexenkessel Stählerwiese. Bei Hammer Ballbesitz anderthalb Minuten vor Schluss hätte man sich mit einem Punkt begnügt. Als die Spieler aus dem östlichen Ruhrgebiet den Ball allerdings eine Minute vor Schluss den Ball durch technischen Fehler hergaben, wollten alle Ferndorfer mehr. Doch auch eine letzte Auszeit von Lerscht dreißig Sekunden vor dem Ende sollte die Waage nicht mehr Richtung TuS ausschlagen lassen. Ein ebenfalls technischer Fehler wenige Sekunden vor dem Ende besiegelte das Unentschieden. „Ich lasse keinerlei Diskussion über gewonnenen oder verlorenen Punkt aufkommen. In dieser Liga zählt jeder Punkt und ist enorm wichtig“, freute sich Lerscht über den Teilerfolg und zielte auf das aktuelle Tabellenbild ab. In eben jener Tabelle rangiert der TuS mit nunmehr 9:15 Punkten weiterhin im unteren Tableau. Allerdings geht es von Platz 9 bis Platz 17 immer noch brutal eng zu und es entscheiden von Woche zu Woche Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage, resp. über Aufstieg oder Fall in der Tabelle. Schon kommenden Freitag erwartet die Jungs um Kapitän Lucas Puhl eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison. Der Gegner am Freitagabend heißt HC Elbflorenz Dresden. Ein Gegner mit der Kragenweite des TuS, und somit ein weiteres Spiel in dem Kleinigkeiten entscheidend sein werden. Tore: Andreas Bornemann (8), Patrick Weber (6), Julius Lindskog Andersson (5/5), Marijan Basic (3), Lucas Schneider, Magnus Neitsch (je 1)

Foto: Andreas Bornemann war von der Hammer Abwehr kaum zu halten und erzielte 8 Treffer für den TuS

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