Herausragende Moral rettet einen Punkt

Foto: TuS Ferndorf

2.Bundesliga
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Unentschieden sind bei Handballspielen das Salz in der Suppe. Meist enge Spiele – oft der vielzitierte Ritt auf der Rasierklinge und für den neutralen Beobachter toll anzusehen. Den Mannen von Ferndorfs scheidendem Coach Michael Lerscht dürften diese engen Spiele allerdings nur noch bedingt gefallen.

Denn auch dieses Wochenende wurde ein Spiel des TuS Ferndorf durch einen Buzzer Beater entschieden. Gott sei Dank endlich einmal zugunsten des TuS. Stand man doch in den vergangenen Wochen, nach meist sehr couragierten Auftritten, am Ende oft mit leeren Händen da. Ob das aber nun ein gewonnener oder verlorener Punkt war lässt sich bei dieser verrückten 2.Liga nicht abschließend sagen. Die HSG Krefeld als Tabellenletzter lässt ein wenig abreißen. Von den sieben davor platzierten Teams standen sich an diesem Wochenende sechs Teams in direkten Duellen gegenüber. Alle drei Spiele endeten mit einem Remis. Einzig der HC Elbflorenz musste in Gummersbach eine Niederlage quittieren. Das sagt alles über diese ausgeglichene Liga aus !!

Das Spiel begann erst einmal so, wie sich das die Lerscht-Sieben erhofft hatte. Man legte zum 1:0 und 2:1 vor. Wer zu diesem Zeitpunkt allerdings vorhergesagt hätte, dass das die letzte Führung der Rot-Weißen sein sollte, derjenige sollte sein „Wissen“ bei einem Sportwetten-Anbieter vergolden. Denn es war tatsächlich die letzte Ferndorfer Führung in diesem Spiel. Und als Andreas Bornemann in der 9.Minute zum 5:5 traf, sollte dies auch für lange Zeit der letzte Gleichstand gewesen sein. Die HSG Konstanz, gestützt auf eine sehr gute Torhüterleistung von Maximilian Wolf, der am Ende auf eine gute Quote von 30% kam, zog Tor um Tor davon. Das bereits im Vorfeld angesprochene Kleingruppen-Spiel des Rückraums mit dem Kreis funktionierte bei der Mannschaft von Konstanz Coach Daniel Eblen wie bei einem Schweizer Uhrwerk. 6:11 hieß es aus TuS-Sicht nach nicht einmal sechzehn gespielten Minuten. Als dann beim Zwischenstand von 9:12 etwas Hoffnung aufkeimte, zogen die Schiedsrichter mit der zweiten Zwei-Minuten-Strafe gegen Abwehrchef Branimir Koloper (siehe Foto) schnell wieder den Stecker. Die TuS-Equipe musste erneut abreißen lassen, da man „viel zu einfache Gegentore bekam“, wie Lerscht anmerkte. Mit einem 12:16 ging es zum Pausentee, der den Ferndorfern kaum geschmeckt haben dürfte. „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht präsent genug. In der Defensive müssen wir deutlich stärker den Abwehrverbund schließen“, war Lerscht mit dem Gesehenen in Halbzeit Eins überhaupt nicht einverstanden.

Nach der Pause ging es im Gleichschritt weiter. Bis zur 40.Minute konnte keines der beiden Teams aus dem Tabellenkeller weitere Akzente setzen. Als dann Koloper nach seiner dritten Zeitstrafe den roten Karton unter die Nase gehalten bekam und die nachfolgende Unterzahl 1:2 verloren ging, musste man Schlimmes befürchten. Doch dann ging so etwas wie ein Ruck durch Team und Stählerwiese. Tim Rüdiger, Thomas Rink, Marijan Basic, Moritz Barwitzki und Patrick Weber sorgten innerhalb von sieben Minuten für den Ausgleich zum 22:22. Die Stählerwiese kochte und das Team, auf welches man nach 41 Minuten kaum noch einen Pfifferling gesetzt hätte, war zurück in der Partie. „In der zweiten Halbzeit sind wir präsent, emotional und bereit auf den Beinen“, war nun auch Lerscht mit den Seinen wieder im Reinen.

Es ging gleichauf in die Crunch-Time. Doch den Ferndorfer Jungs war es nicht vergönnt, auch nur ein einziges Mal die Führung zu übernehmen. Als dann Konstanz Rückraum-Ass Paul Kaletsch einen Siebenmeter 52 Sekunden vor dem Ende zur 27:28 Führung netzte, kamen bei allen die es mit den Spielern im rot-weißen Trikot hielten Erinnerungen an die vergangenen Wochen hoch. Sollten die herausragend fightenden Andersson & Co. am Ende wieder einmal mit leeren Händen dastehen? Mitnichten – nach einer letzten Auszeit von Lerscht nutzte der endlich wieder befreit aufspielende Julius Lindskog Andersson eine Lücke in der Konstanzer Hintermannschaft mit der Schlusssirene zum erlösenden 28:28.

952 Zuschauer in der Stählerwiese wussten trotzdem nicht so recht, ob man sich am Ende über einen tollen kämpferischen Auftritt freuen, oder sich über einen recht blutleeren Auftritt in Halbzeit Eins ärgern sollte. Die Beurteilung bleibt jedem selbst überlassen und die Tabelle wird wohl erst ganz am Ende Aufschluss darüber geben, wie wertvoll dieser eine Punkt war. So wie sich die Liga nach knapp der Hälfte der Saison präsentiert, wird es wohl auch beim Rückspiel noch Spitz auf Knopf stehen. Für dieses Rückspiel sollten sich die Reisefreudigen unter den TuS-Fans schon einmal das Datum notieren. Ins wunderschöne Konstanz am Bodensee geht es für die Ferndorfer am Samstag, den 02.Mai 2020 zum viertletzten Saisonspiel.

Tore: Julius Lindskog Andersson (9/5), Tim Rüdiger (5), Patrick Weber (4), Andreas Bornemann, Thomas Rink (je 3), Jonas Faulenbach (2), Marijan Basic, Moritz Barwitzki (je 1)

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