Starker TVG mit verdientem Punktgewinn

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

2.Bundesliga
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Sollte sie sich nun freuen oder eher dem einen Punkt nachtrauern? Die Mannschaft der Interimstrainer Maik Pallach und Manfred Hofmann wusste nach Spielschluss nicht so recht, mit ihren Gefühlen wohin. Gefühlt war es sicher eher ein Punktverlust, denn gut zwei Minuten vor Spielende führte der TVG im enorm wichtigen Spiel um den Klassenerhalt gegen den Tabellenfünften VfL Lübeck-Schwartau mit 25:23, konnte den Vorsprung nicht über die Zeit bringen.

Bleibt die Frage, an was es gelegen haben mag. Am Kampfgeist und Einsatz kann es nicht gelegen haben. Denn der TVG kämpfte bis zur letzten Minute. Während sich die Gäste über ihren einen Punkt freuten, wären im überlebenswichtigen Spiel für den TVG zwei enorm wichtig gewesen.

Beide Mannschaften mussten ersatzgeschwächt antreten. Beim TVG fehlte neben Tomas Urban und Jan Blank auch der grippekranke Mario Stark. Dafür war Lars Spieß, trotz seines Nasenbeinbruchs wieder mit von der Partie. Die Gäste kamen ohne ihren starken Torhüter Dennis Klockmann. Er zog im Hinspiel in den letzten Minuten dem TVG mit tollen Paraden den Zahn, musste sich allerdings diesmal einer OP (Nabelbruch) unterziehen. Neben Pawel Genda, Toni Podpolinski und Martin Waschul fehlte zudem auch Leistungsträger Markus Hansen kurzfristig aufgrund eines Außenbandrisses am Sprunggelenk.

Dass der TVG ums Überleben kämpft, war ihm von Anfang an anzumerken und dies spürten auch die gut 1000 Zuschauer in der Untermainhalle. Der VfL, der eine überragende Rückrunde spielt und die Mannschaft der Stunde ist, wollte seine Siegesserie weiter ausbauen und sich den sechsten Erfolg in Folge holen.

TVG-Interimstrainer Maik Pallach ließ in der Anfangsformation den A-Jugendlichen Paul Hüttmann auf Rechtsaußen anfangen. Er hatte zwei tolle Chancen, vergab sie aber. Doch dies war sicher seiner Nervosität und der fehlenden Routine zuzuschreiben. Dafür rückte Michael Spatz auf halbrechts, fühlte sich dort auch sehr wohl und durfte sich auch gleich über ein Jubiläum freuen. Es waren genau 1.14 Minute gespielt, als er per Siebenmeter sein 2000. Tor im TVG-Trikot erzielte. Dies war der Auftakt einer fast durchgängigen Führung der Hausherren in der ersten Hälfte. Beim 8:6 (15.) nahm VfL-Trainer Gerrit Claasen die Auszeit. Bis dahin deckte sein Team sehr offensiv, bekam nicht den gewohnten Zugriff. Der Matchplan des TVG hingegen ging auf. Er stand in der Abwehr aggressiv und spielte schnell im Angriff. Der stark auftrumpfende Kapitän Florian Eisenträger und seine Leute erspielten sich so schöne Tore und führten dank eines Doppelschlages durch den Kapitän in der 19. Minute erstmals mit drei Treffern (11:8). Die Körpersprache der Mannschaft ließ erkennen, dass sie keinesfalls gewillt war, abzusteigen. Immer wieder waren es Spieler wie Eisenträger oder Spatz, der das Publikum zum Anfeuern animierte und begeistert mitgehen ließ. Torhüter Jan-Steffen Redwitz zeigte sich glänzend aufgelegt und hatte viele Paraden zu verzeichnen.

Die Gäste blieben gelassen und ließen sich nicht abschütteln. Wenig später war es Lars Spieß, der die Fans mit zwei Treffern zum 13:10 jubeln ließ. Es war ein tolles Zusammenspiel von Spatz, der dem Gegner den Ball klaute, auf Engels spielte und dieser Lars Spieß in Szene setzte. Die Zuschauer waren begeistert. Kurz vor der Pause verteidigte die Gastgeber das 15:12 mit allem, was sie hatten. Sie wollten sich keinesfalls noch einen Gegentreffer einhandeln. Der Plan ging auf und es blieb beim 15:12.

Nach Wiederbeginn wurde auf dem Parkett leidenschaftlich weitergekämpft. Der TVG gab in der Abwehr kaum nach und versuchte sich mit schnellen Gegenstößen. Die Gäste stellten sich nun besser darauf ein, verdichteten die Defensive und blieben dran. Florian Eisenträger war es, der auf 19:16 aufstockte. Wenig später brachte der Interimscoach Pallach erstmals Jan Winkler, nahm den jungen Hüttmann runter. Zwar hielt der Drei-Tore-Vorsprung der Hausherren bis zur 43. Minute (21:18). Doch auf dem Parkett wurde es zusehends hektisch und dem TVG war nun die Nervosität anzumerken. Innerhalb kürzester Zeit fiel der Ausgleich durch Antonio Metzner. Er erzielte viel zu leichte Tore aus dem Rückraum. Bei den Einheimischen war der Druck des Gewinnen müssens greifbar. Aber sie verschafften sich Luft, erarbeiteten sich das 25:23 und der VfL nahm die Auszeit. Auf beiden Seiten ging nun einiges daneben. Am Ende behielten die Gäste die Übersicht und zehn Sekunden vor Schluss erzielte Jan Schult mit seinem dritten Tor den Ausgleich.

Am kommenden Wochenende hat der TVG erneut mit einem Heimspiel, diesmal gegen den HC Elbflorenz, die Chance auf zwei Punkte.

 

VfL-Trainer Gerrit Claasen:

„Unterm Strich sind wir froh und glücklich, dass wir einen Punkt mitnehmen können. Das Spiel lief anfangs deutlich anders als wir uns das vorgestellt hatten. Der TVG zeigte viel Kampfgeist, hat uns zu Fehlern gezwungen und wir waren die ersten 30 Minuten nicht voll da. Es hätten durchaus auch fünf, sechs Tore für den TVG sein können. Nach dem Wechsel haben wir die Abwehr verdichtet und unseren Teamgeist und Willen wieder gefunden. Unsere Personalsorgen haben uns zu Umstellungen gezwungen und jetzt sind wir froh, dass wir uns für die lange Fahrt mit einem Punkt belohnt haben.“

TVG-Coach Maik Pallach:

„Danke für die Unterstützung von den Rängen. Das war super und hat viel Druck aufs Spielfeld gemacht. Wir waren gut vorbereitet und unser Ziel war es, zu gewinnen. Wir wollten mit unserer aggressiven, offensiveren Abwehr den Gegner weiter weg vom Tor halten. Das ist uns in der ersten Hälfte gelungen. Nach dem Wechsel machte vor allem Antonio Metzner zu einfache Tore. Aber wir haben 60 Minuten Vollgas gegeben, werden den Weg weiter gehen und alles versuchen, um das Wunder von Großwallstadt noch zu schaffen.“

Großwallstadt – Lübeck-Schwartau 25:25

TVG: Redwitz (1. bis 51. Minute, 13 Paraden), Kugis (2 Paraden); Osifo (n.e.), Spatz 8/3, Engels 3, Eisenträger 6, Erifopoulos (n.e.), Schnellbacher (n.e.), Corak 2, Hüttmann, T. Spieß 1, Keck (n.e.), Winkler 1, L. Spieß 4, Göpfert (n.e.), Bergau (n.e.).

VfL: Mallwitz (1. bis 60. Minute, 8 Paraden), Haß (n.e.); Ranke, Glabisch 1, Ottsen 4, Schult 3, Damm 2/2, Köhler 2, Schrader (n.e.), Kretschmer 1, Claasen 1, Runarsson 3, Möller 1, Bruhn, Metzner 7.

Schiedsrichter: Linker/Schmidt. – Zuschauer: 1099. – Zeitstrafen: TVG 2 (Corak, T. Spieß), VfL 3 (Ranke, Ottsen, Köhler). – Siebenmeter: TVG 3/3; VfL 2/2.

Spielfilm: 1:0 (2. Minute), 2:2 (6.), 4:4 (11.), 6:6 (14.), 8:6 (15.), 11:8 (19.), 13:10 (23.), 15:12 (30.); 17:14 (34.), 18:16 (40.), 20:17 (41.), 21:18 (43.), 21:21 (48.), 25:23 (57.), 25:25 (60.).

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