Früchte hingen in Hamm zu hoch

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

2.Bundesliga
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Es war ein enttäuschender Abend für alle, die es mit dem VfL halten. Die Mannschaft von Coach Piotr Przybecki konnte dem Aufstiegsfavoriten aus Hamm über 60 Minuten nie wirklich gefährlich werden – ganz zum Leidwesen der etwa 50 VfL-Fans, die im Schwartauer Relax beim Public-Viewing mitgefiebert haben.

Dabei war die Ausgangsposition gar nicht so schlecht: Auf der einen Seite sollte der letzte Heimsieg gegen die SG BBM Bietigheim den Lübeckern Selbstvertrauen gegeben haben. Auf der anderen Seite mussten die Hammer auf ihren etatmäßigen Spielgestalter Merten Krings verzichten und hatten zwei Niederlagen in Folge zu verdauen (gegen Eisenach in der Liga und gegen Friesenheim im Pokal). Dies gelang der Mannschaft von Kay Rothenpieler aber überaus erfolgreich.

Von Beginn an war die Heimmannschaft spielbestimmend, ging bereits in der siebten Minute mit 5:2 in Führung. In dieser frühen Phase standen beim VfL schon sechs Fehlversuche zu Buche. Überragend beim ASV: Ex-VfLer Oliver Milde, der in der ersten Viertelstunde bereits fünf Mal traf (insgesamt sieben Treffer) und Torhüter Felix Storbeck (50% gehaltene Bälle im ersten Durchgang). Ein sichtlich enttäuschter Piotr Przybecki zum Spielbeginn: „Ich bin mit unserer ersten Halbzeit überhaupt nicht einverstanden. Das muss ich erst einmal sacken lassen. Uns war völlig klar, dass in Hamm nur etwas zu holen ist, wenn alles passt. Bei uns aber passte gerade in der Anfangsphase gar nichts. Wir haben das Spiel im ersten Durchgang verloren.“

Und so ergab sich ein deprimierendes Bild. Hamm brachte die Schwartauer Abwehr ordentlich in Bewegung, konnte erfolgreich aus dem Rückraum abschließen oder fand im entscheidenden Moment den Weg an den Kreis. Marino Malllwitz hielt noch, was zu halten war, konnte aber den Vorsprung der Gastgeber nur unwesentlich im Rahmen halten. Die Ostholsteiner hingegen mühten sich im Angriff nicht nur sichtlich, sondern auch vielfach vergebens. Zu schwer war es, die beiden Urgewalten im Mittelblock, Jan Brosch und Markus Fuchs, zu überwinden. Und gelang dies, stand immer wieder Felix Storbeck im Weg. Der VfL hatte alle Mühe, nicht bereits zur Halbzeit chancenlos hinten zu liegen. Die Stimmung im Relax konnte wohlwollend als überschaubar bezeichnet werden. Der verletzte Markus Hansen fasste die erste Hälfte wie folgt zusammen: „Unsere Chancenverwertung war einfach nicht gut. Das lag vor allem am überragenden Schlussmann der Hammer und an etwas Pech im Abschluss (mehrfach standen der Pfosten oder die Latte dem Torerfolg im Weg). Zusätzlich fehlte uns in der Abwehr etwas der Zugriff. Aber in der zweiten Halbzeit kann ja noch etwas gehen.“

Die wurde auch in der Tat besser. Piotr Przybecki zum zweiten Durchgang: „Wir haben uns nach der Halbzeit gut in das Spiel gekämpft. Da hat man gesehen, dass der Unterschied gar nicht so groß sein muss. Leider war die Hypothek aus den ersten 30 Minuten etwas zu groß.“ Erst einmal allerdings startete der ASV Hamm furios, zog auf 22:13 davon. Danach schlichen sich aber auch bei den Westfalen einige Unkonzentriertheiten ein, und der VfL kam mit einem 4:0-Lauf auf fünf Tore heran. Es schien so, als könnte den Hammern angesichts der Belastung unter der Woche etwas die Puste ausgehen. Leider waren es in dieser Phase Kleinigkeiten, die das Pendel nicht vollends auf die Seite der Schwartauer ausschlagen ließen. Immer, wenn die Möglichkeit bestand, den Druck auf die Gastgeber zu erhöhen, fehlte es an erfolgreichen Torabschlüssen (vergebene Tempogegenstöße oder freie Wurfmöglichkeiten vom Kreis).

Die Vorentscheidung fiel in der 53. Minute: Der VfL konnte den Ball (allerdings in Unterzahl) nicht im Tor des ASV unterbringen. Der Hammer Stefan Lex hingegen war über 30 Meter mit einem Wurf ins leere Tor der Schwartauer erfolgreich – 27:21. Der Rest war Statistik, Endstand 31:24. Der Geschäftsführer des VfL Lübeck-Schwartau war enttäuscht, aber auch realistisch: „Wir haben gegen DEN Aufstiegsfavoriten verloren, zudem auch noch auswärts. Wir hätten einen perfekten Tag erwischen müssen, um hier erfolgreich zu sein. Den hatten wir aber nicht.“ 25 vergebene Tormöglichkeiten (darunter beide 7-Meter) waren deutlich zu viel. Und Piotr Przybecki ergänzt mit einem Blick auf die kommende Aufgabe: „Das müssen wir jetzt schnell verarbeiten. Am nächsten Wochenende spielen wir in Eisenach. Die Aufgabe wird ähnlich herausfordernd, denn auch dort erwartet uns eine leidenschaftlich spielende Heimmannschaft.“ Das belegt der zweite Favoritensturz in Folge: Der ThSV Eisenach besiegte, nach dem ASV Hamm-Westfalen, auch den zweiten Tabellenführer TuSEM Essen mit 30:26!

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