Sieg über Polen als Auftakt

Foto: Sascha Klahn/DHB

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Erst Stotterstart, dann Schützenfest: Die deutschen Handballer nehmen einen Monat vor ihrer Heim-WM Fahrt auf. Die Mannschaft von Bundes-trainer Christian Prokop besiegte den Olympia-Vierten Polen dank einer klaren Leistungssteigerung am Ende deutlich mit 35:23 (16:13) und tankte mit einer torreichen zweiten Halbzeit frisches Selbstvertrauen für das Turnier im Januar.

Bester Torschütze vor 4489 Zuschauern in der ausverkauften Rostocker Stadthalle war Linksaußen Matthias Musche mit sechs Treffern. Für Glanzlichter sorgten auch die beiden Torhüter Andreas Wolff und Silvio Heinevetter, die je eine Halbzeit spielten und teils spektakuläre Paraden zeigten.

"Unsere zweite Halbzeit war deutlich aggressiver, wir haben williger verteidigt und Polen zu Fehlern gezwungen", sagte Prokop im ZDF und zeigte sich zufrieden mit der Arbeit seines Teams in den vergangenen Tagen: "Wir haben die Struktur des Kaders geschärft. Jetzt ist die Vorfreude auf die WM unglaublich, wir haben viele Bilder und Gedanken im Kopf, wenn wir an die Arenen und die Fans denken. Aber wir brauchen Fokus und auch Lockerheit, um auf dem Platz abzuliefern."

29 Tage vor dem WM-Auftakt gegen ein gesamtkoreanisches Team in Berlin offenbarte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) aber noch viel Luft nach oben. Vor allem im gebundenen Angriffsspiel, dem von Coach Prokop längst ausgemachten Problembereich, hakte es streckenweise gewaltig.

Viel Zeit zur Korrektur bleibt nicht. Zum nächsten Lehrgang trifft sich die deutsche Mannschaft kurz vor dem Jahreswechsel in Barsinghausen, ehe es nach den letzten Testspielen gegen Tschechien (4. Januar in Hannover) und Argentinien (6. Januar in Kiel) ernst wird.

"Das Feeling wird immer kribbeliger", hatte Prokop vor der Partie am Mittwochabend gesagt. Mit dem Länderspiel an der Ostsee könne "schon ein kleines Gefühl in Richtung WM aufkommen". Und Kreisläufer Jannik Kohlbacher meinte: "Es geht jetzt darum, alle Abläufe möglichst perfekt einzuspielen." Bei der WM würden "Details über Sieg und Niederlage entscheiden".

In der Abwehr setzte Prokop gegen das im Umbruch befindliche Polen zunächst auf die bewährte 6:0-Formation um den Kieler Mittelblock mit Hendrik Pekeler und Aushilfskapitän Patrick Wiencek, der den abwesenden Uwe Gensheimer vertrat, sowie Wolff im Tor. In der Offensive vertraute der Bundestrainer dem kürzlich reaktivierten Spielmacher Martin Strobel vom Zweitligisten HBW Balingen. Die Rolle des verletzten Rückraum-schützen Julius Kühn, der wegen eines Kreuzbandrisses die WM verpassen wird, übernahm Fabian Böhm.

Doch vorn lief zunächst kaum etwas zusammen bei Strobel und Co. Fehlwürfe wechselten sich ab mit technischen Fehlern und ungenauen Pässen, sodass die nicht für die WM qualifizierten Polen die Partie lange (10:10) ausgeglichen gestalten konnten. Nur den Paraden von Keeper Wolff war es zu verdanken, dass die deutsche Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht in Rückstand lag. Erst mit dem Halbzeitpfiff gelang Fabian Wiede per Schnellangriff die erste Drei-Tore-Führung.

Im zweiten Abschnitt spielte das deutsche Team mit deutlich mehr Zug zum Tor. Durch deutlich verbesserte Abwehrarbeit gelangen nun immer wieder Schnellangriffe, die schnell zu einem beruhigenden Vorsprung führten. Spätestens beim Treffer zum 27:17 durch Linksaußen Musche nach einer Dreiviertelstunde war die Partie entschieden. Nun trug sich sogar Abwehrchef Finn Lemke in die Torschützenliste ein.

Deutschland - Polen 35:23 (16:13)

Deutschland: Wolff, Heinevetter; Lemke (1), Wiencek (1), Reichmann (4), Wiede (2), Pekeler (4), Weinhold (1), Strobel, Fäth (4), Groetzki (3), Schiller (4), Semper (1), Musche (6), Böhm, Kohlbacher (2), Drux (2)

Polen: Kornecki, Malcher; Klimow, Salacz (2), Olejniczak (1), Adamczyk (2), Krajweski (3), Mokrzki, Krupa, Kornecki, Genda (1), Czuwara (1), Szpera (1), Moryto (6), Daszek (5), Kondratiuk, Gebala (1). Zeitstrafen: 3/2. Siebenmeter: 3/3:2:3. Schiedsrichter: Palsson/Eliasson (Schweden) - Zuschauer: 4.489

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