Handballer starten in neue Zeitrechnung

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Debütantenball in Düsseldorf: Beim ersten Länderspiel nach der Heim-WM gibt Bundestrainer Christian Prokop vier Neulingen eine Chance. Der Blick geht beim Test gegen die Schweiz aber schon Richtung EM-Quali.

Kater nach dem WM-Rausch? Von wegen! Mit frischen Kräften und hohen Zielen starten die deutschen Handballer am Wochenende in eine neue Zeitrechnung. An der Lust auf die kommenden Aufgaben lässt Bundestrainer Christian Prokop keinen Zweifel, eine Delle nach dem emotionalen Höhenflug bei der Heim-WM erwartet er nicht.

"Wir haben hochmotivierte Spieler, die mit Stolz zur Nationalmannschaft reisen", sagte Prokop vor dem ersten Länderspiel nach dem aufwühlenden Turnier im Januar. Exakt 41 Tage nach WM-Platz vier trifft das DHB-Team am Samstag (14.00 Uhr/Sport1 und im Livestream via www.sportschau.de) vor über 10.000 Fans in Düsseldorf auf die Schweiz. Mit einem engagierten Auftritt vor "toller Kulisse" wolle man weiter "das Potenzial dieser geilen Sportart entfalten. Das ist unsere Aufgabe."

Zum einen dient der Test zur Einstimmung auf die wichtigen Spiele der EM-Qualifikation im April gegen Polen. Zum anderen gibt Prokop dem Nachwuchs eine Chance: Kreisläufer Johannes Golla (Flensburg/21, s. Foto), Rückraumspieler Sebastian Heymann (Göppingen/21), Rechtsaußen Timo Kastening (Hannover/23) und Torhüter Christopher Rudeck (Bergischer HC/24) betreten erstmals die große Bühne.

"Ich freue mich total, dass ich diese Spieler, die ich sonst in der Bundesliga nur als Gegner sehe, auch mal ganz anders im Umfeld der National-mannschaft kennenlernen darf", sagte der Flensburger Senkrechtstarter Golla: "Es ist ein tolles Zeichen für uns Jüngere, dass wir nach einer so tollen WM reinschnuppern dürfen." Und Keeper Rudeck versprach: "Die Motivation ist sehr hoch, und das wird man auch am Samstag im Spiel merken."

Während einige arrivierte Kräfte pausieren, will Prokop seine Perspektivspieler an das internationale Niveau heranführen. Trotz der Abwesenheit von Stars wie Kapitän Uwe Gensheimer oder Rückraumspieler Steffen Weinhold stellte der Coach klar: "Der Stamm der Mannschaft wird beibehalten. Grundsätzlich zählt bei uns aber immer das Leistungsprinzip." Einen Umbruch werde es nach der WM nicht geben.

Kein Wunder, denn die Ziele beim mitgliederstärksten Handballverband der Welt bleiben unverändert hoch. Prokop, der sein Team bereits seit Dienstag in der Sportschule Kamen-Kaiserau versammelt hat, erhofft sich im kommenden Jahr sowohl bei der Europameisterschaft in Norwegen, Österreich und Schweden als auch bei den Olympischen Spielen in Japan erneut mindestens den Halbfinal-Einzug.

"Wir zählen zu den vier besten Teams der Welt. Das ist eine tolle Erkenntnis", sagte Prokop in seiner WM-Analyse. Zur absoluten Weltspitze und zum Gewinn von Titeln müsse man aber "noch drei, vier, fünf Prozent draufpacken".

Erster Zwischenstopp auf dem Weg nach ganz oben ist nun aber erstmal Düsseldorf - und die Schweiz mit ihrem Weltklasse-Spielmacher Andy Schmid. Der fünfmalige Bundesliga-Spieler des Jahres in Diensten der Rhein-Neckar Löwen verspricht der deutschen Mannschaft maximale Gegenwehr. "Wir kommen sicherlich nicht nach Düsseldorf, um das Spiel abzuschenken", sagte Schmid: "Wir sind gegen eine Mannschaft wie Deutschland zwar der klare Außenseiter, aber wir wollen schon zeigen, was wir können."

Das wollen die Deutschen mit ihren Debütanten auch. Karten für das erste Länderspiel nach der Heim-WM sind via dhb.de/tickets erhältlich.

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