Mit dem Sonderzug nach Düsseldorf

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Zum Saisonfinale am 9. Juni spielt die SG Flensburg-Handewitt im Düsseldorfer ISS Dome und trifft dort auf den Bergischen HC. Die SG wird einen Sonderzug einsetzen, der insgesamt 750 Personen an den Rhein und zurück befördern wird. Eine solche Aktion gab es zuvor erst vier Mal.

Im November 2002 fuhr erstmals ein Sonderzug zu einem Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga. Allein 800 der insgesamt 2000 SG Schlachten-bummler nutzten das besondere Touristik-Angebot der Bahn, um nach Hamburg zu reisen. Ein „Event auf Schienen“, das der sportliche Misserfolg ein wenig vermasselte. Mit einem unerwarteten 30:26 zerstörten die Hanseaten die imposante SG Serie von elf Siegen in Folge. Anstatt der zwei Zähler durfte der lautstarke Fan-Tross aber zumindest den Service an Bord genießen. Ein großes Versorgungsdepot mit Würstchen, alkoholfreien Getränken sowie 3000 Dosen Bier erfüllten zahlreiche Wünsche. Derweil nahm Manager Dierk Schmäschke die größte Herausforderung des Tages in Angriff. Er „kämpfte“ sich durch den gesamten Zug, plauderte überall mit den vielen SG Sympathisanten. Kurz vor der Einfahrt im Flensburger Bahnhof hatte er sein Ziel, die Spitze des Zuges, erreicht.

Eine Wette führte nach Köln
Dreieinhalb Jahre später gab es eine weiterführende Neuauflage. Nachdem die Stadt Flensburg im Dezember eine Wette gegen die „Deutsche Bahn“ gewonnen hatte, beförderte tatsächlich ein Sonderzug rund 800 SG Fans an den Rhein. Als „Motor“ erwiesen sich zwei „Tanzlokale“ im Mittelteil des Zugs. Während die eine Hälfte sich auf „Viva Colonia“ einstimmte, sangen die anderen noch zu „Auf der Reeperbahn…“ 2500 Liter Flensburger Gerstensaft, Frikadellen und Kartoffelsalat sorgten für das leibliche Wohl. Nach gut sechs Stunden traf die Waggon-Kolonne in Köln-Deutz ein. Schließlich mischten die SG Fans die mit 18000 Zuschauern besetzte Kölnarena auf. Die Partie gegen den VfL Gummersbach endete 31:31. Damit war die Vize-Meisterschaft besiegelt.

Mit dem Zug ans Tennisstadion
Im März 2007 wich der TBV Lemgo für den Bundesliga-Knüller gegen die SG in das Tennisstadion von Halle aus. Die Kooperation zwischen der Stadt Flensburg, der Regionalbahn Schleswig-Holstein und der SG zauberte einen Sonderzug aus dem Hut. So schwangen viele der 630 Mitfahrer schon am Morgen das Tanzbein. Die Frühlings-Sonne schien über Westfalen. Vor Beginn der Partie leuchteten die Schleswig-Holstein-Farben. Die SG legte in den ersten 20 Minuten ein 12:7 vor, versäumte es dann, gegen ein zahmen TBV Lemgo den Sack zuzumachen und schlidderte schließlich in eine 30:34-Niederlage.

Ein „ORION-Express“ nach Hamburg
Im März 2008 waren die Würfel in der Hauptrunde der Champions League bereits vor der letzten Partie gefallen: Die SG hatte keine Chance mehr auf das Halbfinale. Angesichts der fehlenden sportlichen Brisanz startete der „ORION-Express“ gemächlich und beförderte nicht weniger als 600 SG Fans an die Elbe. Kurz nach der Abfahrt in Flensburg meldete sich der damalige SG Geschäftsführer Fynn Holpert mit einer Durchsage: „Herzlich willkommen! Ich bin Berufsoptimist, wir stürmen Hamburg.“ Nach den 60 Minuten hatte sich die Stimmung gedreht: Der HSV Hamburg siegte mit 32:30.

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