Konstanz noch mit Aufstiegschance

Foto: Verein

Magazin
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Im ersten Teil des Kampfes in der Relegation um den Aufstieg in die 2. Bundesliga lieferten sich der ThSV Eisenach und die HSG Konstanz ein un-glaublich intensives, rassiges Handballspiel.

Rene Witte, Manager der Eisenacher, trat nach dem Spiel an das Mikrofon und meinte: „Wir haben zwei Teams gesehen, die es beide verdient hätten, aufzusteigen.“ Eisenach sicherte sich mit einem 30:25 (15:10)-Heimsieg einen Fünf-Tore-Vorsprung. Die Entscheidung darüber, wem der Gang in Liga zwei direkt im ersten Anlauf gelingt, fällt am Samstag, 20 Uhr, in der Konstanzer „Schänzle-Hölle“.

Daniel Eblen und seine Spieler jedenfalls wollten sich nach einem durchaus ordentlichen Auftritt, mit „einem schlechten Beginn und unglücklichen Ende“ noch nicht geschlagen geben. Trotz fünf Toren Rückstand nach 60 von 120 Minuten im Duell mit Eisenach meinte der HSG-Cheftrainer mit Blick auf den am Samstag umgedrehten Heimvorteil: „Wir sind noch nicht weg!“ Der Vorteil und die besseren Karten liegen nun jedoch eindeutig auf Eisenacher Seite. Der Grundstein dafür war ein optimaler Beginn für die Thüringer. Obwohl Konstanz von Beginn an eine sehr gute Deckung formierte und Eisenach dadurch immer wieder in große Nöte und an den Rand des Zeitspiels geriet, gelang ihnen mehrmals mit dem letzten verbliebenen Pass und der letzten Aktion doch noch der Treffer. Ob nicht also schon der Beginn etwas unglücklich verlief? Eblen wollte weder zustimmen noch verneinen. „Das kann etwas unglücklich sein, ist aber vor allem Anzeichen für die große Qualität von Eisenach, in diesen Situationen den Ball doch noch rein zu machen.“ Vor allem der emsige Daniel Luther spielte groß auf und kam zu zehn Toren. Die HSG benötige bis tief in die zweite Halbzeit, um die Kreise des 31-jährigen
Rückraumspielers ein wenig einzuengen.

Nach fünf Minuten allerdings stand es bereits 4:1. Das Kuriose: Eigentlich war die HSG defensiv gut im Spiel – und dennoch erhöhte sich nun mit der steigenden Euphorie auf den Rängen der Druck auf die Gäste. Wenig später war Konstanz dennoch endgültig in der Relegation angekommen und schnell auf 4:5 am langjährigen Erstligisten dran. In der Folge zog erneut Eisenach auf drei, kurz vor der Pause sogar kurzzeitig (15:9) sechs Tore davon. Kurz vor und gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit nutzte die HSG eine doppelte Überzahl zu einem 4:0-Lauf und alles war wieder offen (15:13). Der Anschlusstreffer wollte jedoch, trotz mancher Möglichkeit und guten Paraden des eingewechselten Maximilian Wolf, nie gelingen.

Die Hereinnahme von Tom Wolf und Matthias Hild brachten jedoch neuen Schwung nin das Spiel der Gäste vom Bodensee. Bis auf zwei Tore blieben die Gelb-Blauen, immer wieder angetrieben von über 200 mitgereisten laustarken Anhängern, lange dran. Am Ende kam es aber knüppeldick für die Gäste: Zunächst scheiterte Tom Wolf – nachdem Paul Kaletsch mit vier von vier verwandelten Würfen zuvor rustikal niedergerungen worden war und verzichtete – vom Strafwurfpunkt per Aufsetzer an der Latte und quasi mit der Schlusssirene hämmerte der israelische Nationalspieler Yoav Lumbroso den Ball aus „gefühlt 13 Metern unter die Latte“ schüttelte Daniel Eblen den Kopf. Statt einer möglichen Drei-Tore-Hypothek waren es so doch noch
fünf. „Da müssen wir aufmerksamer sein“, meinte er.

Mit dem Spiel zeigte der Konstanzer Übungsleiter sich allerdings über weite Strecken zufrieden. „Aber wir hätten ein besseres Ergebnis mitnehmen können“, so der 44-Jährige. „Zwei, drei Tore Differenz liegen da begraben. Eisenach hat aber auch eine starke Leistung gezeigt und kaum Fehler gemacht. Sie waren besser.“
Insbesondere die gute zweite Halbzeit kann seiner jungen Mannschaft Mut für das Rückspiel vor den eigenen enthusiastischen Fans machen. So sagt Eblen: „Die Jungs haben sich immer wieder aufs Neue zurückgekämpft.“ In Konstanz wird die Gäste ein heißer Empfang erwarten, die mit einem zunächst beruhigenden Polster anreisen können. Das sei schon ein Wort, gibt der HSG-Coach zu. Gerade wenn man die Leistungsmöglichkeiten des Gegners betrachte. „Auf der anderen Seite“, so der A-Lizenzinhaber, „ist Handball ein unberechenbarer Sport, in dem es ganz schnell gehen kann.“ Bestes Anschauungsmaterial sind die Phase zu Beginn des zweiten Durchgangs – und viele vergangene Spiele in der „Schänzle-Hölle“ gegen haushohe
Favoriten. Alleine auf den Heimvorteil will man sich bei der HSG allerdings nicht verlassen.
Denn: „Von alleine wird nichts passieren“, stimmt Eblen sein Team ein. „Wir brauchen noch mehr Geduld, kämpferisch haben die Jungs mich voll überzeugt.“
Genauso wie die HSG-Fans, für deren Rückhalt er sich im Namen der Mannschaft bedankte. Immer wieder ein gutes Gefühl sei es gewesen, den Kontakt zu den unermüdlichen Schlachtenbummlern zu suchen. Im Rückspiel wird dies noch einfacher werden. „Das können“, freut sich der gebürtige Konstanzer auf das Heimspiel, „die fünf Gramm mehr auf der Waage sein.“

Die Konzentration gilt dabei dem, was man beeinflussen könne: Mit Kampf und Wille dem Favoriten noch einmal einen heißen Tanz zu liefern und den eigenen Hexenkessel so richtig zum Brodeln zu bringen. Dann ist noch vieles möglich. Und wirklich alles drin.

HSG Konstanz: Maximilian Wolf (7 Paraden), Simon Tölke (4 Paraden, davon zwei Siebenmeter) (Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (2), Matthias Hild (3), Tom Wolf (4), Fabian Wiederstein (2), Paul Kaletsch (7/4), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann, Joschua Braun (3), Tim Jud (2), Tim Keupp, Samuel Wendel, Patrick Volz, Samuel Löffler.

Zuschauer: 2986 in der Werner-Aßmann-Halle Eisenach.
Schiedsrichter: Martin Thöne und Marijo Zupanovic.

Aufstiegsrelegation zur 2. Handball-Bundesliga:
ThSV Eisenach – HSG Konstanz 30:25 (15:10)

Kommentar schreiben

Bitte halte Dich an die Regeln für Kommentare.

Sicherheitscode
Aktualisieren