Pixum Super Cup im Siebenmeterwerfen entschieden

Foto: Lächler

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Wie schon 2017, als der THW Kiel bei seiner bisher letzten Teilnahme am Pixum Super Cup gegen die Rhein-Neckar Löwen den Kürzeren zog, war auch 2019 das Glück nicht auf Seiten der Zebras: Mit 31:32 (28:28, 13:14) nach Siebenmeterwerfen verloren die Kieler das 100. Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt.

Nach 60 intensiven Minuten hatte der erste Titel der Saison noch keinen Sieger gefunden. Vor 9713 Zuschauern im Düsseldorfer ISS Dome ging der Pixum Super Cup in das Strafwurf-Shootout: Benjamin Buric hielt den letzten Siebenmeter von Kapitän Domagoj Duvnjak und ließ die SG zum dritten Mal den Pokal gewinnen. Bester Kieler Torschütze war Magnus Landin (5), bei der SG überragte Kreisläufer Johannes Golla mit sieben Toren in der regulären Spielzeit.

Beide Teams setzten zunächst auf eine 6:0-Abwehr, zunächst ging Flensburg mit 4:2 in Führung. Was auffiel: Das Schiedsrichtergespann ahndete Trikotzerren und Halten äußerst progressiv. So gab es zwischen der zwölften und 15. Minute gleich drei Zeitstrafen auf beiden Seiten. Bitter für den THW Kiel: Steffen Weinhold, bis dato zweifacher Torschütze, kassierte in der 12. Minute bereits seine zweite Hinausstellung - fortan kam Harald Reinkind. In Unterzahl gelang eben diesem Reinkind beim 7:6 die erste Kieler Führung der Begegnung (14.), die Patrick Wiencek nach Reinkind-Pass auf 9:7 ausbaute. Beim 11:8 durch Wiencek war der THW Kiel erstmals mit drei Toren in Führung, ließ in der Folge aber im Angriff die Präszision etwas vermissen. In den elf Minuten bis zur Pause gelangen nur noch zwei Treffer. In der Abwehr taten sich zudem immer wieder Lücken auf, die Flensburg zu einem 6:2-Lauf bis zum Wechsel nutzte. Mit einer 14:13-Führung ging die SG in die Kabine.

Es kam, wie es offenbar wieder kommen musste: Wie 2017 fiel die Entscheidung beim Pixum Super Cup im Siebenmeterwerfen. In diesem griffen beide Trainer tief in die Trickkiste und wechselten ihre Torhüter munter durch. Wanne traf gegen Landin, Buric hielt gegen Ekberg. Quenstedt parierte gegen Jepsson, Magnus Landin traf gegen Bergerud zum 1:1. Jöndal legte vor, Zarabec zog nach. Bitter: Bei Gottfridssons Siebenmeter war Niklas Landin mit der Hand dran, irgendwie fand der Ball aber doch noch de Weg ins Tor. Weil auch Weinhold einnetzte, kam es auf das letzte Duell an: Svan traf zum 4:3 für die SG, Buric hielt den Strafwurf von Domagoj Duvnjak. 32:31 für Flensburg - das aus Kieler Sicht mehr als unglückliche Ende eines tollen Handballabends, der Lust auf die Saison gemacht hat!

Denn am Sonntag starten die "Zebras" endlich in die 54. Saison der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga - und das gleich mit einem Heimspiel. Zu Gast sein wird beim Traditionsduell der Altmeister Frisch Auf! Göppingen. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist zur familienfreundlichen Zeit um 16 Uhr, noch gibt es zusammenhängende Sitz- und Stehplätze. Diese sind in der THW-FANWELT (Ziegelteich 30), an allen bekannten Vorverkaufsstellen (in Kiel zum Beispiel bei CITTI, im Ticketcenter der Arena oder in den famila-Märkten mit Ticketverkauf), an der telefonischen Hotline 01806 30 02 34 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem deutschen Mobilfunknetz) und rund um die Uhr im Online-Ticketshop. Dieser bietet - so verfügbar - bis kurz vor Anpfiff noch Karten an, durch das Print@Home-Prinzip kann man das gekaufte Ticket sofort selbst ausdrucken. Die Zebras freuen sich schon auf ihre Liga-Heimpremiere: "Heimspiele in dieser Halle mit diesen Fans war einer der Gründe, warum ich noch einmal in die Bundesliga zurückgekehrt bin", sagt Neuzugang Pavel Horak. Auf geht's, Kiel!

Pixum Super Cup, 21.08.2019: SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel: 32:31 n.S. (28:28, 14:13)

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud (1.-60., 14 Paraden); Golla (7), Hald (1), Glandorf, Svan (3), Wanne (6), Jeppsson, Jöndal, Steinhauser, Versteijnen, Zachariassen, Johannessen (4), Gottfridsson (5), Jurecki (1), Röd (1); Trainer: Machulla

THW Kiel: N. Landin (1.-,60., 15 Paraden Quenstedt; Duvnjak (4), Reinkind (1), M. Landin (5), Kristjánsson, Weinhold (4), Wiencek (3), Ekberg (5/3), Rahmel, Dahmke, Zarabec (1), Horak, Bilyk (2), Pekeler (2), Nilsson; Trainer: Jicha.

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies
Strafzeiten: SG: 6 (Röd (8.), 2x Golla (15., 60.), 3x Hald (24., 39., 44.)) / THW: 5 (2x Weinhold (4.,12.), Pekeler (16.), Ekberg (50.), Wiencek (56.))
Rote Karte: Hald (3. Zeitstrafe (44.))
Siebenmeter: SG: 0 / THW: 2/2
Spielfilm: 1:0, 1:1 (3.), 2:2 (5.), 4:2 (6.), 4:4 (9.), 6:5 (13.), 6:7 (14.), 7:7, 7:9 (16.), 8:9, 8:11 (19.), 12:11 (27.), 12:12, 14:12 (29.), 14:13; 16:13 (33.), 16:16 (36.), 18:16 (37.), 18:19 (41.), 19:20, 21:21 (46.), 23:21 (48.), 23:23, 25:23 (51.), 25:26 (55.), 26:26, 26:28 (57.), 28:28 (58.).

Siebenmeterwerfen: Wanne 1:0, Buric hält Ekberg, Quenstedt hält Jeppsson, M. Landin 1:1, Jöndal 2:1; Zarabec 2:2, Gottfridsson 3:2, Weinhold 3:3, Hansen 4:3, Buric hält Duvnjak
Zuschauer: 9713 (ISS Dome, Düsseldorf)

THW-Trainer Filip Jicha: Wir hätten natürlich gerne gewonnen. Am Ende haben - wie so oft im Handball - Kleinigkeiten entschieden. Dazu zählen der letzte Angriff, in dem wir in Überzahl eine bessere Chance kreieren müssen, und unsere Chancenverwertung in der letzten Viertelstunde. Wenn man solch eine Partie gewinnen will, muss man seine Möglichkeiten nutzen. Wir dürfen aber nicht die Köpfe hängen lassen, dafür gibt es keinen Grund. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, und wir müssen unsere Lehren daraus ziehen. Sonntag starten wir in die Bundesliga, und da müssen wir weiter an uns arbeiten. Wir wollen dieses Jahr wieder mehr von Spiel zu Spiel und nicht zu weit in die Zukunft schauen, das müssen wir wieder lernen.

SG-Trainer Maik Machulla: Wir freuen uns, dass wir nach den vielen Rückschlägen in dieser Partie mit dem Titel nach Hause fahren. Es war insgesamt gut, was wir gemacht haben. Wir haben den THW Kiel geschlagen. Wenn man mit dem Topclub mithalten kann und am Ende das Quäntchen Glück hat, dann ist alles in Ordnung. Heute bin ich zufrieden, und ich freue mich, dass es bald richtig los geht.

 

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