Bundestrainertagung: Einheitlich zu mehr Erfolg

Foto: Jürgen Pfliegensdorfer

Aus aller Welt
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Bei der zweigeteilten DHB-Bundestrainertagung lag der komplette Fokus auf einem neuen Angriffs-Spielsystem für alle Nationalmannschaften sowie eine intensivere Spielanalyse. Wie sieht die künftige Spielidee aller deutschen Handball-Nationalmannschaften aus?

Wie können die Bundestrainer des Deutschen Handballbunds einen Mehrwert für den Angriff aus intensiveren Spielanalysen ziehen? Und wie kann parallel das Spielverständnis von Talenten und Profis gesteigert werden, obwohl die Spielanlage vereinheitlicht werden soll, auch um den Übergang aus den einzelnen Nationalmannschaften zu erleichtern? Diese Fragen rund um das künftige Angriffsspiel waren quasi der einzige Tagesordnungspunkt bei der Tagung aller DHB-Bundestrainer, die in zwei Gruppen am Dienstag und Mittwoch in der DHB-Zentrale in Dortmund über die Bühne ging.

Um alle Corona-bedingten Abstandsregeln einzuhalten, trafen sich diesmal nicht alle Bundestrainer gemeinsam, sondern am ersten Tag hatten die Trainer der weiblichen DHB-Teams ihren Workshoptag, gefolgt von den Trainern der männlichen Teams am Mittwoch. „Die Trainer haben unglaublich intensiv und mit viel Leidenschaft mitgearbeitet, alle haben an einem Strang gezogen, und wir haben viele gute Ideen für eine erfolgreiche Zukunft weiterentwickelt“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer nach zwei arbeitsreichen Tagen.

Kernaufgabe für die Zukunft ist, eine einheitliche Spielanlage für alle DHB-Mannschaften aufzustellen. „Philosophie wäre vielleicht zu hochgehangen, denn es geht vor allem um punktuelle Anpassungen im Angriffsspiel, die dann aber in der Summe viel bringen sollen“, betonte Kromer.

Resultate der Tagungen waren unter anderem: Das Team der Spielanalysten beim DHB soll vergrößert werden, die Spiele sowie die Aktionen der Spielerinnen und Spieler sollen einheitlicher analysiert werden, und dann in einer Datenbank für alle Trainer zugänglich sein. Um das so genannte Tagging bei der Analyse zu vereinfachen, aber auch um Spielerinnen und Spielern den Wechsel von einer (Nachwuchs)-Mannschaft in die nächste zu erleichtern, wird die Terminologie für alle DHB-Teams nach den nächsten Großereignissen den A-Nationalmannschaften vereinheitlicht. Auslöse- und Spielhandlungen werden namentlich vereinheitlicht. „Das bedeutet für einige Trainer auch eine Umstellung, die bisher ihre eigene Terminologie hatten, aber nur so kann ich zum Beispiel in der Video-Datenbank alle Kreuzungsbewe-gungen aus dem linken Rückraum suchen und bewerten“, sagt Kromer: „Spielhandlungen heißen dann nicht nur in allen Teams der Nationalmannschaften gleich, sondern vielmehr ist es uns auch gelungen, Schwerpunkte in den einzelnen Handlungen quasi allgemeingültig zu setzen und die Abstufung festzulegen, welche Ausbaustufe der einzelnen Handlungen in welcher Entwicklungsstufe der Mannschaften eingeführt und gegebenenfalls eingesetzt werden.“

„Das Vereinheitlichen der Handlungen bedeutet mitnichten, dass die individuellen Möglichkeiten der Spieler reduziert werden sollen, im Gegenteil: Die Spieler sollen sich mehr Spielverständnis erarbeiten, sollen nicht nur alle Details der Spielzüge kennen, sondern auch situativ entscheiden, welches die beste Lösung ist“, betont der DHB-Sportvorstand. Die Vereinheitlichung soll dazu führen, mehr taktische Möglichkeiten im Angriffsrepertoire zu haben. „Aber jede Angriffsvariante wird auf die jeweilige Mannschaft heruntergebrochen, zum Beispiel ist entscheidend, ob wir im zentralen Rückraum einen Linkshänder oder Rechtshänder haben“, sagt Kromer.

Durch die intensivere Analyse soll zudem für jede Mannschaft auch beurteilt werden, wie hoch die Erfolgswahrscheinlichkeit jeder Aktion und jedes Spielzugs ist - und nach diesen Analysen sowie den zur Verfügung stehenden Spielern wird das Konzept aufgebaut.

Denkbar ist auch, dass die Ergebnisse der Bundestrainertagung auch die Schwerpunkte bei Nachwuchssichtungen ändern. Ein wichtiges Ergebnis der Tagung sei auch gewesen, dass alle Bundestrainer die spiel- und lehrgangsfreie Zeit „sehr sinnvoll“ dazu genutzt hätten, sich intensiv mit anderen Themen zu befassen, die nun die DHB-Nationalteams voranbringen würden.

Kommentar schreiben

Bitte halte Dich an die Regeln für Kommentare.

Sicherheitscode
Aktualisieren