Das älteste Zebra in hervorragender Verfassung

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Das THW-Arena-Magazin "ZEBRA" sprach Anfang der Saison mit dem neuen Zebra Pavel Horak - liebender Vater, passionierter Golfer, mehr Hunde- als Katzenfreund. So beschreibt sich der charismatische Neuzugang im Rückraum des THW Kiel selbst - nicht ohne das eine oder andere Augenzwinkern.

Was sagt der "sehr alte Handballspieler aus Tschechien" noch über sich selbst? "Ich mag kein heißes Wetter. Deshalb bin ich froh, dass es am Ende der Karriere endlich mit einem Wohnort geklappt hat, an dem es nicht so warm ist." Der 36-Jährige kam in der Sommerpause von Meshkov Brest aus Weißrussland zu den Zebras. Ein Wechsel, der "sich länger entwickelt hat", erzählt der Rückraumspieler mit dem imposanten Bart. "Ich wurde schon Ende November des vergangenen Jahres gefragt, ob ich nach der Saison noch Lust hätte, weiter professionell Handball zu spielen. Ich wusste allerdings auch, dass neben mir noch andere Spieler zur Auswahl standen, und deshalb war ich mir ziemlich sicher, dass es mit einem Engagement in Kiel vermutlich nichts werden würde. Am Ende hat es sich doch anders ergeben - ich kann mich also nicht beklagen", sagt Pavel Horak mit berechtigtem Anflug von Stolz Stolz in der Stimme.

Die schweißtreibende Vorbereitung hat er mit Bravour hinter sich gebracht, am 25.08.19 feierte Horak nach zwei Jahren Abstinenz seine Rückkehr in die Handball-Bundesliga. Und das, obwohl er nach seinen vorherigen Stationen bei Frisch Auf! Göppingen, den Füchsen Berlin und dem HC Erlangen eigentlich nicht noch einmal zurück in die höchste deutsche Spielklasse kommen wollte. Was hat den Ausschlag gegeben, seine Meinung doch noch einmal zu ändern? "Der THW Kiel", antwortet er knapp, aber mit einem deutlichen hörbaren Ausrufezeichen in der Stimme, und erklärt weiter: "Für 90 Prozent der Vereine hatte ich nicht das Verlangen, noch einmal in Deutschland zu spielen, weil ich in den vergangenen zwei Jahren in der Champions League spielen durfte - das ist ein sehr besonderer Wettbewerb. Ich weiß, wie hart die Bundesliga ist und wie man sich da quälen muss und ständig kämpft, am Ende aber nur selten belohnt wird, wenn die Saison zu Ende geht. In Göppingen, Berlin und Erlangen hatten wir oft gar keinen Titel in Sicht, das war über die Jahre schon ein wenig bedrückend."

Ein paar Titel durfte Horak in Deutschland allerdings doch feiern: Mit Göppingen gewann er gleich zwei Mal den EHF-Pokal, mit Berlin dann ein weiteres Mal und wurde mit den Füchsen zudem DHB-Pokalsieger. "So langweilig war es dann auch wieder nicht", lacht Horak, "aber hier in Kiel sind die Aussichten schon andere", freut sich Pavel Horak auf die Aufgaben, die in der Bundesliga, der Champions League und im DHB-Pokal auf die Zebras warten.

"Hier in der Bundesliga braucht man viele gute Spieler und muss auch gegen die Aufsteiger kämpfen und alles geben. Denn wenn man da etwas nachlässt, kann man auch verlieren. Kein Spiel wird leicht", blickt Horak voraus. Die Erwartungen für die noch junge Saison sind klar: "Ich hoffe, dass alles so funktionieren wird, wie wir uns das als Mannschaft vorstellen und so, wie es auch der Verein von uns verlangt: dass wir jedes Spiel gewinnen oder zumindest alles dafür tun werden." Der Erfolg der Mannschaft steht für Pavel Horak über allem, aber auch für sich selbst definiert Pavel Horak einige Ziele. Der wohl wichtigste Wunsch: "Ich will so gesund bleiben wie in den vergangenen drei Jahren, dafür tue ich auch viel." Horak weiß, wovon er spricht: zwei Kreuzbandverletzungen hielten ihn 2009 und 2015 monatelang vom Handballspielen ab."Ich persönlich erhoffe mir, dass ich der Mannschaft helfen und mit meinen jüngeren Teamkollegen mithalten kann. Ich möchte, obwohl ich im Handball schon viel erlebt habe, noch etwas dazulernen. Ich habe wieder einmal eine große Motivation, noch an mir weiterzuarbeiten. Ich glaube, dass ich dafür bei Filip genau richtig bin."