Die Welthandballer der HBL-Geschichte

Foto: Uwe Serreck

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Vor wenigen Tagen hat die IHF die Wahl zum Welthandballer des Jahres 2019 eröffnet, bis zum 18. Juli können die Fans nun entscheiden, wer für sie der beste Spieler der Welt des vergangenen Jahres war. Aus der LIQUI MOLY HBL haben Niklas Landin und der Neu-Kieler Sander Sagosen beste Chancen auf den Titel.

Doch bevor die Entscheidung fällt, blicken wir noch einmal zurück auf die zahlreichen bisherigen Titelträger der HBL-Geschichte.

Bereits 13 Spieler aus der "stärksten Liga der Welt" haben sich seit der ersten Wahl im Jahr 1988 die begehrte Auszeichnung gesichert. Wer sie sind, woher sie kommen und weshalb sie sich die wohl bedeutendste individuelle Auszeichnung im Handball verdient haben:

Magnus Wislander (1990, THW Kiel)

Den Auftakt macht einer der Größten aller Zeiten: Der Schwede Magnus Wislander war 1990 der erste Spieler der Handball-Bundesliga, der zum „Welthandballer des Jahres“ gewählt wurde. Kurz vorher war er von seinem Heimatverein Redbergslids IK Göteborg nach Kiel gewechselt und erzielte dort in zwölf Jahren und 369 Spielen 1.371 Tore. Damit erspielte er sich Legendenstatus beim THW Kiel - seine ehemalige Trikotnummer 2 wird an keinen anderen Spieler mehr vergeben. Als er 2012 in Kiel aufhörte, ging er als Spieler wieder zurück nach Göteborg, um anschließend bis ins vergangene Jahr hinein als Trainer und Co-Trainer tätig zu sein. Während seiner aktiven Karriere wurde der mehrmalige Welt- und Europameister nicht nur zum Welthandballer des Jahres 1990, sondern von der IHF sogar zum Welthandballer des Jahrhunderts gewählt.

Stéphane Stoecklin (1997, GWD Minden)

1997 war es Stéphane Stoecklin, der sich mit dem Welthandballer-Titel schmücken durfte. Bevor er 1996 zu GWD Minden wechselte, wurde er mit der französischen Nationalmannschaft Weltmeister und mit USAM Nimes zwei Mal französischer Meister. Die Meisterschaft konnte er während seiner Station in Deutschland zwar nicht gewinnen, doch bei Honda Suzuka, wohin er 1998 wechselte, wurde er mehrmals japanischer Meister. Davor verabschiedete er sich jedoch als Torschützenkönig der Saison 1997/98 aus Minden.

Daniel Stephan (1998, TBV Lemgo)

Daniel Stephan war 1998 der erste deutsche Handballer, der zum „Welthandballer des Jahres“ gewählt wurde. Zu dieser Zeit war er beim TBV Lemgo unter Vertrag. Er gilt als einer der besten Spielmacher der Geschichte und wurde 1996, 1997 und 1998 "Handballer des Jahres" in Deutschland. Seine Karriere beendete der mehrmalige deutsche Meister und Pokalsieger im Jahr 2009. Aufgrund vieler Verletzungen nahm er zwar nie an einer Weltmeisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft teil, wurde dafür aber 2004 Europameister.

Dragan Škrbić (2000, HSG Nordhorn)

Dragan Škrbić, ein serbisch-spanischer Handballspieler, gewann den Titel zwei Jahre später. Nachdem er mit RK Celje Pivovarna Lasko slowenischer Meister und Pokalsieger wurde, ging er nach Nordhorn in die Handball-Bundesliga und wurde zum Welthandballer des Jahres 2000 gewählt. Im Anschluss wechselte er nach Barcelona und gewann dort in den folgenden Jahren die spanische Meisterschaft, den spanischen Pokal und Supercup sowie den EHF-Pokal und die EHF Champions-League.

Yoon Kyung-shin (2001, VfL Gummersbach)

Der Südkoreaner startete ab 1996 beim VfL Gummersbach durch und war eine wahre Tormaschine. 2001 warf er sich mit seinen zahlreichen Rekorden sogar zum „Welthandballer des Jahres“. Fünf Jahre später heuerte er für kurze Zeit in Hamburg an, ehe er wieder zurück nach Südkorea ging. Während seiner Zeit bei der HBL wurde er mehrmaliger Torschützenkönig und ist mit 2.908 Toren (davon 2.262 Feldtore) Rekordhalter der ewigen Torschützenliste. Außerdem rekordverdächtig: Mit 2,04m Körpergröße ist er der elftgrößte Koreaner.

Bertrand Gille (2002, HSV Hamburg)

Im Jahr 2002 wurde Bertrand Gille, der damals als bester Kreisläufer der Welt galt, ganz offiziell zum besten Spieler der Welt gewählt. Der Franzose, der mit der Nationalmannschaft Welt- und Europameister wurde, begann seine Karriere in Frankreich. Nachdem er dort die Meisterschaft und den Pokal gewann, wechselte er 2002 gemeinsam mit seinem Bruder Guillaume nach Hamburg, wo er deutscher Meister, Pokalsieger und Pokalsieger der Pokalsieger wurde.

Henning Fritz (2004, THW Kiel)

Henning Fritz war im Jahr 2004 der zweite deutsche Handballer und der erste Torhüter, der Welthandballer des Jahres wurde. Den Titel gewann er während seiner Zeit beim THW Kiel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er Europa- und Weltmeister. 2007 spielte er sich bei er Heim-WM in die Herzen einer ganzen Nation. Neben vielen weiteren internationalen Titeln setzte er sich mit Kiel und Magdeburg auch mehrmals die nationale Krone auf.

Nikola Karabatic (2007, THW Kiel)

Der französische Weltstar Nikola Karabatic krönte sein Jahr 2007 mit der ersten Auszeichung zum besten Spieler der Welt – zwei weitere Titel sollten folgen. Seine Profikarriere begann er in Montpellier, wo er mehrmaliger französischer Meister und Champions-League-Sieger wurde, ehe er sich 2005 dem THW Kiel anschloss. Mit den Zebras holte er vier Mal die deutsche Meisterschaft sowie 2007 das Triple aus Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions-League – da verwunderte es kaum, dass er zudem "Handballer des Jahres" in Deutschland und als i-Tüpfelchen auch noch Welthandballer wurde. Mit der französischen Nationalmannschaft war er zwei Mal gleichzeitig Weltmeister, Europameister und Olympiasieger.

Thierry Omeyer (2008, THW Kiel)

Ein Jahr nach Nikola Karabatic stellte der THW Kiel den nächsten Welthandballer und wieder war es ein Franzose: Thierry Omeyer bekam 2008 die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Welt. Der Torhüter bestach durch seine unglaublichen Reflexe und die Fähigkeit in den entscheidenden Momenten über sich hinaus zu wachsen. Neben den zahlreichen Titeln mit dem THW Kiel feierte auch mit der französischen Nationalmannschaft Rekorde: Fünf WM-Titel und insgesamt zehn Titel bei Handball-Großereignissen – das schaffte bisher keiner.

Slawomir Szmal (2009, Rhein-Neckar Löwen)

Mit Slawomir Szmal gewann ein Jahr nach Omeyer erneut ein Torhüter den Titel. Der Pole spielte zu der Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen groß auf. Zwei Jahre später wechselte er zurück nach Polen zu Vive Kielce und wurde dort mehrfacher polnischer Meister und Pokalsieger sowie Champions-League Sieger im Jahr 2016. Für die polnische Nationalmannschaft stand er in 278 Länderspielen im Tor.

Filip Jicha (2010, THW Kiel)

2010 ging der Titel zum vierten Mal in Folge an einen Spieler aus der HBL: Filip Jicha, Rückraum-Stratege des THW Kiel. Der Tscheche kam über Prag, St. Gallen und den TBV Lemgo 2007 zum THW Kiel, wo er 2010 Champions League-Sieger wurde und von der IHF zum Welthandballer gewählt wurde. Seit der Saison 2019/20 sitzt er als Cheftrainer bei den Zebras auf der Bank und wurde in seiner Premierensaison nicht nur Meister, sondern auch zum „Trainer der Saison“ gewählt.

Daniel Narcisse (2012, THW Kiel)

Wieder ein Franzose, wieder ein Zebra: 2012 wurde Daniel Narcisse mit dem begehrten Titel ausgezeichnet. Nachdem er in Frankreich Meister und Pokalsieger wurde, wechselte er 2004 in die Handball-Bundesliga zum VfL Gummersbach. Im Anschluss ging es zum THW Kiel, mit dem er mehrere Titel sammelte – unter anderem 2012 das Triple aus Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions-League. Für seine herausragenden Leistungen in diesem herausragenden Jahr wurde er folgerichtig auch zum besten Spieler der Welt bestimmt.

Domagoj Duvnjak (2013, HSV Hamburg)

Den letzten Welthandballer der HBL stellte im Jahr 2013 der HSV Hamburg mit Domagoj Duvnjak. Über RK Zagreb wechselte der Kroate nach Deutschland zum HSV, mit denen er den Supercup, DHB-Pokal, die Champions League sowie die Meisterschaft gewann. Nachdem "Dule" 2013 den Titel „Welthandballer des Jahres“ erhielt, wechselte er zur Saison 2014/15 nach Kiel und sammelte dort weitere Titel: Meisterschaft, DHB-Pokal sowie EHF-Cup. Außerdem wurde er 2020 zum zweiten Mal in seiner Karriere zum MVP der Saison gewählt.

Nun bleibt es spannend, wer sich als nächstes in die Liste der HBL-Welthandballer einreiht. Bis zum 18. Juli 2020 kann auf der Homepage der IHF für den Welthandballer des Jahres 2019 abgestimmt werden. Für die HBL treten Niklas Landin vom THW Kiel und Neu-Kieler Sander Sagosen an. Die weiteren nominierten sind: Mikkel Hansen, Rasmus Lauge und Luka Cindric.

Foto: Thierry Omeyer

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