Kiel ist Pokalsieger - Update

Foto: Lächler

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Der THW Kiel ist deutscher Pokalsieger 2019! In einem spannenden Finale besiegten die Kieler am Sonntagnachmittag den SC Magdeburg mit 28:24 (14:13). Dabei drehten die Kieler nach dem Wechsel richtig auf und konnten sich zu jeder Zeit auf Niklas Landin verlassen:

Der zum besten Torwart des REWE Final Four gewählte dänische THW-Torhüter hielt im Endspiel drei Siebenmeter und parierte insgesamt 20 Würfe. Bester Torschütze der Kieler war Harald Reinkind mit sechs Treffern.

Im Finale konnte THW-Trainer Alfred Gislason auf seine Halbfinal-Mannschaft vertrauen: Am Morgen gab die medizinische Abteilung der Zebras für Patrick Wiencek, der sich beim 24:22-Krimi gegen Berlin eine Oberschenkel-Blessur zugezogen hatte, grünes Licht. Und das war auch gut so, denn Wiencek wurde wie alle anderen Zebras in diesem Finale, das ohne Abtasten sofort in die Vollen ging, benötigt. Das Duell der ersten Hälfte: Niklas Landin gegen seinen dänischen Weltmeister-Kollegen Jannick Green. Beide hielten weltmeisterlich, Green ermöglichte dem SCM den Zwischenspurt auf 13:10 (26.), Landin holte seine Mannschaft mit dem zweiten gehaltenen Siebenmeter gegen Musche (29.), eine spektakulären Flugparade gegen Musa und weiteren tollen Aktionen zurück ins Spiel. Pekeler traf nach Schneller Mitte zum 11:13, Wiencek per Gegenstoß und mit ganz viel Willen zum 12:13, der starke Reinkind mit seinem vierten Treffer zum Ausgleich (29.) und Domagoj Duvnjak zur erneuten Kieler Führung. Die letzte Aktion der ersten Hälfte gehörte wieder Niklas Landin: Er hielt den finalen Wurf von Bezjak, mit dem knappen 14:13 für die Zebras wurden die Seiten gewechselt.

Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit gehörten dann wieder den Magdeburgern: Damgaard brachte die Rot-Grünen wieder in Führung, was der starke Reinkind aber umgehend egalisierte. Dann kamen die nächsten großartigen Minuten von Niklas Landin und der beweglichen, leidenschaftlich kämpfenden Abwehr um den Mitteblock Wiencek/Pekeler: Landin hielt gegen Damgaard, Niclas Ekberg traf zum 16:15. Dem SCM unterlief ein Fehler, Pekeler netzte zum 17:;15 ein. Wenige Sekunden später klaute Rune Dahmke den Ball und schickte Ekberg zum 18:15 auf die Reise. SCM-Coach Wiegert versuchte den Lauf der Kieler mit einer Auszeit zu stoppen - doch ohne Erfolg. Landin hielt gegen den freien O'Sullivan, Reinkind jagte den Ball mit 100 km/h ins Tor. Dahmke wurde freigespielt und traf, Weber scheiterte am Pfosten, Zarabec bediente Pekeler: 21:16. Und der Rausch ging weiter: Zarbaec zum 22:16, Dahmke nach Landin-Pass zum 23:16, Sekunden später traf erneut der Kieler Linksaußen nach einem Wiencek-Steal: 24:16 (45.)!

Ekstase bei den unglaublich mitgehenden Kieler Fans, Frust beim SCM, der mit einer erneuten Auszeit zurück in dieses Finale kommen wollte. Doch mit dem 10:1-Lauf zwischen der 33. und 45. Minute hatten die Zebras die Weichen auf den elften Pokalsieg gestellt. Dieser geriet auch nach der Magdeburger Serie zum 19:24-Anschluss nicht in Gefahr, weil Landin in den richtigen Momenten hielt, weil die Defensive um jeden Zentimeter kämpfte und im Angriff in den richtigen Momenten getroffen wurde, Spätestens mit Duvnjaks 27:21 (56.) war der Triumph perfekt - die Fans feierten auf den Tribünen mit Gesängen, die Spieler machten sich bereit für die Pokalsause.

Sekunden später war es amtlich: Der THW Kiel ist DHB-Pokalsieger 2019! Emotional wurde es bei der Siegerehrung, bei der die Zebras nicht nur ein Trikot des erkrankten Marko Vujin dabei hatten, sondern auch Alfred Gislason eine besondere Ehre zuteil werden ließen: Kapitän Domagoj Duvnjak reichte den Pokal direkt an den THW-Trainer weiter, der zum letzten Mal bei einem DHB-Pokal-Final-Four an der Seitenlinie stand. Dieser reckte zum ersten Mal in seiner langen, erfolgreichen Karriere den Pokal als erster gen Hallendecke und freute sich im Glitzerfontänen-Regen mit seiner Mannschaft über seinen sechsten Triumph bei der sechsten Teilnahme mit dem THW Kiel. Die "weiße Wand" huldigte dem Trainer mit "Alfred, Alfred"-Rufen - und genoss dann mit allen Zebras die Party nach dem offiziellen Teil.

THW-Trainer Alfred Gislason: Mir fehlen fast die Worte. Ich bin sehr stolz auf den Titel und die Mannschaft. Wir konnten die Last auf fast alle verteilen. Das hat uns sehr geholfen. Niklas Landin hat eine überragende Leistung gezeigt. Mit dem Halbzeitstand war ich zufrieden, trotz der Probleme, die wir mit dem erneut sehr starken Damgaard hatten. Wir haben insgesamt unsere Chancen gut genutzt und sind verdient Pokalsieger.

SCM-Trainer Bennet Wiegert: Ich bin stolz, aber auch enttäuscht. Wir haben alles in dieses Saison-Highlight investiert. Dann tut es weh, wenn eine andere Mannschaft den Pokal gewinnt, aber der THW war an diesem Wochenende die beste Mannschaft.

Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter THW Kiel: Das war ein grandioses Wochenende. Dass die Jungs aus der heutigen Start-Sieben so gestochen haben, die gestern kaum gespielt haben, macht mich unglaublich stolz. Mir fehlen die Worte.

DHB-Pokal, Finale, 07.04.19: SC Magdeburg - THW Kiel: 24:28 (13:14)

SC Magdeburg: Green (1.-47., 12 Paraden), Quenstedt (47.-60., 4 Paraden); Musa (2), Chrapkowski (1), Musche (5/1), Kluge, Petersson (3/2), Plaza, Molina, Christiansen, Mertens (2), Lagergren (2), O'Sullivan (1), Bezjak (1), Weber (2), Damgaard (6), Grafenhorst; Trainer: Wiegert

THW Kiel: N. Landin (1.-60., 20/3 Paraden), Wolff (n.e.); Duvnjak (3), Reinkind (6), M. Landin (1), Firnhaber (n.e.), Weinhold, Wiencek (1), Ekberg (4/1), Rahmel (n.e.), Dahmke (3), Zarabec (1), Bilyk (3), Pekeler (5), Nilsson (1); Trainer: Gislason

Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild
Strafzeiten: SCM: 1 (Bankstrafe (49.))/ THW: 3 (Pekeler (6.), Duvnjak (21.), Wiencek (58.))
Siebenmeter: SCM: 7/3 (Landin hält 2x Musche (2., 28.), Weber an den Pfosten (42.), Landin hält Pettersson (47.)) / THW: 2/1 (Green hält Ekberg (9.))

Spielfilm: 0:2 (2.), 1:3 (3.), 2:4 (5.), 4:4 (10.), 5:5, 5:7 (14.), 9:7 (17.), 11:10 (24.), 13:10 (26.), 13:14 (30.); 15:14 (33.), 15:19 (39.), 16:19, 16:24 (45.), 19:24 (48.), 20:26 (55.), 21:27 (56.), 24:28.
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft) (Barclaycard-Arena, Hamburg)

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