THW - Sieg im Thriller

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

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60 Minuten zittern, 60 Minuten kämpfen, 60 Minuten hadern, 60 Minuten alles geben - um am Ende zu jubeln: Der THW Kiel hat einen echten Pokal-Krimi bei der HSG Wetzlar mit 26:25 (12:14) gewonnen und damit das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht!.

Die Kieler drehten dabei einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand, in den letzten Minuten setzte Trainer Filip Jicha dann alles auf eine Karte. Mit dem siebten Feldspieler und fünf wichtigen Paraden des eingewechselten Dario Quenstedt behielten die Zebras im Hexenkessel Rittal-Arena die Oberhand: Hendrik Pekeler traf 26 Sekunden vor Schluss, dann stemmten sich die Schwarz-Weißen mit Macht dem letzten Angriff der Hessen entgegen. Der Rest war unbändiger Jubel beim Titelverteidiger, für den Niclas Ekberg mit 6/1 Treffern am erfolgreichsten war.

Die Kieler erwischten den besseren Start, führten durch schnelle Tore von Harald Reinkind schnell mit 3:1 und 4:2. In der 13. Minute gelang den Gastgebern zum ersten Mal der Ausgleich, den der THW postwendend zum 7:5 konterte. Nach dem 8:6 durch einen von Ekberg verwandelten Siebenmeter (20.) geriet aber vor allem das Angriffsspiel in Stocken: Mit einem Doppelschlag von Björnsen, der jeweils einen Konter vollstreckte, ging die HSG beim 9:8 erstmals in Führung - und sollte die bis zum Pausenpfiff sogar noch auf 14:12 ausbauen.

Auch im zweiten Durchgang kamen die Zebras nicht richtig in Tritt, trafen die falschen Entscheidungen, leisteten sich Fehler, zogen kräftig am Fahrkartenschalter. Und sie trafen an diesem Abend auf einen Gegner, der bis zur 41. Minute wenig bis keinen Fehler machte. Da führte die HSG mit 21:17 - 3734 Fans hatten aus der Rittel-Arena längst einen Hexenkessel gemacht. Jicha reagierte, brachte Quenstedt für den im zweiten Durchgang glücklosen Landin, stellte in der Defensive auf 3-2-1 um. Die Folge waren neun Minuten ohne Gegentor, in denen sich aber auch beide Keeper auszeichnen konnten. Und doch waren urplötzlich die Zebras zurück in der Partie. Bilyk tankte sich zum 18:21 durch (42.), Harald Reinkind blockte einen Wurf von Alexander Feld, was Wiencek zu einem kraftvollen Konter veredelte: 19:21. Quenstedt hielt gegen Rubin, Pekeler traf zum Anschluss. Dann kaufte der Kieler Torhüter dem Ex-Zebra Emil Frend Öfors gleich zweimal einen freien Wurf ab, was Ekberg zum 21:21 nutzte. Neun Minuten vor dem Ende war der THW wieder da - und es wurde eine echte Pokalschlacht.

Denn binnen 36 Sekunden war Wetzlar wieder mit zwei Treffern vorn - und hatte die Chance, noch weiter davonzuziehen. Doch Cavor, zehnfacher Torschütze, verzog. Jetzt war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Sechs Minuten vor dem Ende setzte Jicha alles auf eine Karte, brachte den siebten Feldspieler und versuchte, mit zwei Kreisläufern Räume freizusperren. Mit Erfolg: Ekberg netzte von Außen ein, Wetzlar unterlief ein Abspielfehler, und erneut startete der Schwede durch: Erneuter Ausgleich, zwei Treffer in knapp 19 Sekunden! Dramatisch ging es weiter - Wetzlar legte vor, hatte nach Reinkinds Fehlwurf sogar die Chance, den Deckel drauf zu packen. Doch Quenstedt hielt gegen Mirkulovski, Bilyk glich aus. 100 Sekunden waren da noch zu spielen - und die hatten es in sich. Zunächst lenkte Quenstedt einen Holst-Wurf an den Pfosten, was Pekeler das 26:25 ermöglichte. In den letzten 26 Sekunden verteidigten die Zebras mit Mann und Maus, Holst kam zum Wurf, scheiterte an Quenstedt. Den Freiwurf setzte die HSG in den Block - riesiger Jubel unter den rund 200 THW-Fans und den Kieler Spielern, die sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen und das Viertelfinale erreicht hatten.

Für die Kieler ging es direkt nach der Partie mit dem Mannschaftsbus durch die Nacht zurück nach Kiel. Ab Donnerstag beginnt dann die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Sonntag beim TBV Lemgo Lippe. Erst in acht Tagen werden sie wieder zurück in der Sparkassen-Arena sein. Für das Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen gibt es noch Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in der THW-FANWELT und im THW-Online-Ticketshop. Das Viertelfinale im DHB-Pokal wird am Donnerstag nach dem Spiel Flensburg - Hannover (Anpfiff: 17:00 Uhr) ausgelost. Weiter geht's, Kiel!

DHB-Pokal, Achtelfinale, 02.10.2019: HSG Wetzlar - THW Kiel: 25:26 (14:12)

HSG Wetzlar: Klimpke (1.-60., 13 Paraden), Suljakovic (n.e.); Feld (1), Kneer, Björnsen (4), Ferraz (1), Mirkulovski, Torbrügge (1), Weissgerber, Frend Öfors (1), Holst (2/2), Forsell Schefvert (1), Rubin (3), Lindskog (1), Cavor (10);Trainer: Wandschneider

THW Kiel: N. Landin (1.-41., 8 Paraden), Quenstedt (41.-60., 5 Paraden); Duvnjak (2), Reinkind (5), M. Landin (3), Kristjánsson (n.e.), Wiencek (1), Ekberg (6/1), Rahmel (n.e.), Dahmke (n.e.), Zarabec (1), Horak, Bilyk (5), Pekeler (3), Nilsson; Trainer: Jicha

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies
Strafzeiten: HSG: 4 (Kneer (11.), 2x Mirkulovski (28., 31.), Lindskog (37.)) / THW: 2 (Pekeler (25.), Reinkind (46..))
Siebenmeter: HSG: 2/2 / THW: 2/1 (Ekberg an die Latte, Nachwurf verwandelt (3.))

Spielfilm: 0:2 (4.), 1:3 (5.), 3:5 (10.), 5:5 (13.), 5:7 (17.), 6:8, 9:8 (23.), 10:10, 12:10 (26.), 13:11 (30.), 14:12;  14:13, 16:13 (34.), 17:14, 18:15 (36.), 19:17, 21:17 (41.), 21:21 (50.), 23:21 (51.) , 23:23 (55.), 25:25 (59.), 25:26.
Zuschauer: 3734 (Rittal-Arena, Wetzlar)

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30.10.2019 18:00
EHF Champions League, 06.Spieltag
  
Dinamo Bucuresti - Orlen Wisla Plock 0 : 0
30.10.2019 19:00
EHF Champions League, 06.Spieltag
  
SG Flensburg-Handewitt - FC Barcelona Lassa 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 22.10.2019 23:48:59
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