Bitteres Aus in Lemgo

Foto: Lächler

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Im Achtelfinale des DHB-Pokals hat der Bergische HC beim TBV Lemgo Lippe alle Chancen in die nächste Runde einzuziehen, verliert aber am Ende doch mit 24:27. Gleich mehrmals haben es die Löwen verpasst, entscheidend wegzuziehen, so dass die Lipperländer in den letzten Minuten auf Augenhöhe sind und ihre Möglichkeiten vor 2.678 Zuschauern besser nutzen als die Gäste.

14 vergebene Chancen hat BHC-Coach Sebastian Hinze gezählt - zu viele, um zu gewinnen. Die Enttäuschung ist riesig.

Gerade in der ersten Halbzeit ist es den Löwen immer wieder gelungen, mit zwei oder sogar drei Toren vorzulegen. Die 6:0-Abwehr, die in den vorausgegangenen Partien nicht über 60 Minuten funktioniert hatte, war von Beginn an auf der Höhe und leistete sich über die gesamte Spielzeit keine echte Schwächephase. Auch Tomas Mrkva erwies sich als gute Wahl zwischen den Pfosten. Der Tscheche parierte zwölf Bälle, den Großteil davon aus der Nahdistanz.
Die frühe 7:4-Führung, die unter anderem Lukas Stutzke und Arnor Gunnarsson mit ihren Treffern besorgt hatten, war folgerichtig. Und auch der Wechsel auf den wieder genesenen Linus Arnesson im Angriff gelang. Die Gäste verpassten es jedoch, ihren Vorsprung entscheidend auszubauen. So vergab die Mannschaft immer wieder freie Bälle, die Lemgo nutzte, um sie auf der anderen Seite des Handballfeldes schnell im Tor unterzubringen. Statt 9:6 in Front zu gehen, verkürzten die Lipperländer auf 7:8. Nach Arnessons 12:10 verteidigten die Löwen hervorragend, Darj blockte bei angezeigtem passiven Spiel die Kugel, und Lemgo stand kurz vor dem Ballverlust. Doch ein Zauberpass auf Andreas Cederholm sorgte für das 11:12 per Kempa-Trick. Die Hausherren schafften dann sogar das 12:12 zur Halbzeit - aus Löwen-Sicht ein nach dem Spielverlauf enttäuschendes Ergebnis.
Den kleinen psychologischen Vorteil nutzte der TBV allerdings vorerst nicht aus. Die Partie blieb auch nach Wiederanpfiff umkämpft. Fabian Gutbrod erzielte die zweimalige Führung. Und wieder schaffte es der BHC nicht, die entscheidenden Nadelstiche zu setzen. Zum Beispiel bei einem vergebenen Siebenmeter oder ein paar weiteren liegen gelassenen Großchancen.

Fünf Minuten vor Schluss stand das Duell beim 23:23 auf des Messers Schneide. Die besseren Nerven bewiesen in der Drucksituation die Lemgoer. Während die Löwen scheiterten oder den Ball im Angriff verloren, versenkte Lemgo getragen von 2.678 euphorisierten Zuschauern die wichtigen letzten Bälle durch Jonathan Carlsbogard sowie zwei Mal Bjarki Mar Elisson. Beim 26:23 für die Gastgeber war die Partie entschieden. Während Lemgo sich überschwänglich über den Einzug ins Viertelfinale freute, herrschte bei den Löwen gewaltiger Frust. Die Mannschaft hatte sich auch im Pokalwettbewerb sehr viel vorgenommen.

Sebastian Hinze: "Wir kommen gut rein, stehen von Anfang gut, decken sehr gut und bekommen Lemgo dahin, wo wir sie haben wollen. Allerdings lassen wir zu viele freie Bälle liegen. Fünf waren es in der ersten Halbzeit, sieben dann in der zweiten. Wir decken zwar in der zweiten Hälfte weiterhin am Anfang gut, aber dann wird so ein Spiel durch Kleinigkeiten entschieden. Ich glaube, wir haben die Chance mit einem Konter auf zwei Tore wegzugehen, haben den Siebenmeter liegen lassen, haben zwei Abpraller-Situation - und dazu bekommen wir zwei Mal das gleiche Tor von (Dani) Baijens. Das sind so Dinge, bei denen wir wieder viel, viel rattiger werden müssen, damit uns das nicht passiert. Insgesamt - auch wenn wir natürlich megaenttäuscht sind - war es gerade defensiv und von der Körpersprache sehr positiv. In der Deckung haben wir einen Schritt nach vorne gebracht, aber wir schaffen es nicht, uns zu belohnen, weil wir in den entscheidenden Situationen auch zu einfache Tore bekommen.

Florian Kehrmann: "Wir haben heute ein Spiel gesehen, das ich genauso erwartet hatte. Den Ausgang hatte ich mir erhofft. Wir haben uns am Anfang sehr schwer getan in der Abwehr. Im Angriff hatten wir nur in der ersten Situation einen Vorteil und es dann nie zu Ende gespielt. Man muss mehr investieren und mit Sicherheit auch mehr wehtun. Hinten haben wir es gut gemacht insgesamt. Wichtig war, als wir mit dem letzten Pass einen Kempa-Pass spielen. Da war die Halle wach. Das war ein Weckruf. Von da an haben wir uns reingekämpft. Das Unentschieden zur Pause war psychologisch sehr wichtig. Es war dann ein sehr enges Spiel, das von den Deckungsreihen geprägt war. Wir haben die Ruhe bewahrt. Entscheidend war, dass wir zwei, drei Tempotore machen als der BHC. Verdient war es, denke ich. Wir freuen uns sehr, dass wir eine Runde weitergekommen sind." Jörg Föste: "Die freien Bälle muss man sich erstmal erarbeiten, so dass ich kein konzeptionelles Problem sehe. Wir müssen jetzt darauf bedacht sein, die großen Stärken des BHC auch auszuspielen. Das sind Zusammenhalt und Fokussierung auf die nächste Aufgabe. Das ist gerade in einer enttäuschenden Situation wie der jetzigen von noch größerer Bedeutung. Aber wir werden sie annehmen und es vermeiden, im Nichtstun zu verharren. Wir nehmen die Situation sehr ernst."

TBV Lemgo Lippe - Bergischer HC 27:24 (12:12)

TBV Lemgo Lippe: Johannesson, Wyszomirski - Elísson (7/1), Guardiola (2), Carlsbogård (3), van Olphen (3), Schagen (1), Suton, Zerbe (1), Cederholm (6), Engelhardt, Reimann, Klimek (1), Baijens (3). Trainer: Florian Kehrmann

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3), Damm (1), Gutbrod (4), Stutzke (2), Weck, Arnesson (3), Babak, Szücs (2), Darj (1), Baena, Nippes (4), Johansson, Gunnarsson (4/1), Fraatz. Trainer: Sebastian Hinze

Schiedsrichter: Fabian Baumgart und Sascha Wild

Siebenmeter: 1/1 - 1/3

Zeitstrafen: 3 - 2 (Klimek (2), Schagen – Johansson, Stutzke)

Spielverlauf: 0:1 (5.), 3:4 (10.), 4:7 (15.), 6:8 (20.), 9:11 (25.), 12:12 (30.), 13:14 (35.), 16:16 (40.), 18:18 (45.), 20:19 (50.), 23:23 (55.), 27:24 (60.)

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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019 23:14:41
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