Mittwoch ist Meshkov Brest zu Gast

Foto: Lächler

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Am Mittwoch ist die VELUX EHF Champions League wieder zu Gast in Kiel: Vier Tage nach dem starken 37:31-Sieg bei Titelfavorit Telekom Veszprem will der THW Kiel gegen die weißrussische Top-Mannschaft HC Meshkov Brest vor eigenem Publikum nachlegen:

"Es gibt keine Option: Wir müssen dieses Spiel gewinnen", sagt Pavel Horak. Der Tscheche, der aus Brest zur Zebraherde stieß, weiß um die Stärken des Gegners: "Das Team wird um bis zum Umfallen kämpfen. Wenn Brest ins Laufen kommt, dann wird es für jeden Gegner sehr schwer. Deshab dürfen wir Brest auf keinen Fall unterschätzen." Horak und die Zebras hoffen am Mittwoch auch wieder auf die großartige Unterstützung von den Rängen. Es gibt für die Partie, die um 19 Uhr angepfiffen wird, noch Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in der THW-FANWELT und im Online-Ticketshop. Für diejenigen, die es nicht in die Sparkassen-Arena schaffen, überträgt Sky live.

Zwei Jahre verbrachte Horak in der weißrussischen Grenzstadt zu Polen, hat dort viele Freunde und Bekannte. "ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen ehemaligen Teamkollegen", sagt der 36-Jährige, der nur zu gut weiß, wieviel Druck derzeit auf dem Team von HC Meshkov Brest lastet: "Brest hat etwas unglücklich gegen Porto und Montpellier verloren: Sie haben in beiden Spielen über weite Phasen dominiert, am Ende allerdings geschwächelt. Zudem hat Brest in der weißrussischen Liga beim Erzrivalen in Minsk die Punkte liegen gelassen - und das gefällt dem Klub-Präsidenten überhaupt nicht! Deshalb ist jetzt Wiedergutmachung angesagt", weiß Horak um einen topmotivierten Gegner. Auf den sind die Zebras bisher sechs Mal getroffen - und haben eine blitzsaubere Bilanz (siehe auch Gegnerstatistik HC Meshkov Brest im THW-Archiv). "Das soll auch nach Mittwoch noch so sein, dafür werden wir alles geben", verspricht der Routinier den Kieler Fans einen spannenden Handball-Abend in der Arena.

Indes dürfte sich Raul Alonso am Mittwoch in den Katakomben der Sparkassen-Arena wie zu Hause fühlen. Der inzwischen 40-Jährige arbeitete von Dezember 2009 bis Juni 2015 mehr als fünf Jahre für den THW Kiel. Der Spanier war der erste hauptverantwortliche Sportliche Leiter im Bereich Nachwuchs-Leistungshandball der Zebras, trainierte Jugendmannschaften des THW Kiel und stand Alfred Gislason als Assistenztrainer zur Seite. In dieser Zeit feierte Alonso mit den Schwarz-Weißen nicht nur zwei Champions-League-Siege, sondern unter anderem auch vier Deutsche Meisterschaften drei DHB-Pokalsiege. Nach seiner Kieler Zeit ging es für den gebürtigen Madrilenen nach Österreich, wo er den Erstligisten Handball Tirol als Cheftrainer betreute, ehe er im Frühjahr zunächst als Co-Trainer beim HC Meshkov Brest anheuerte. Seit Manolo Cadenas' Entscheidung im April 2018, künftig nur noch die argentinische Nationalmannschaft betreuen zu wollen, ist Raul Alonso nun Chefcoach beim weißrussischen Abonnementsmeister.

Das Ziel von Alonso und seinem stark veränderten Team, in dem Zebra Pavel Horak vor seinem Wechsel nach Kiel eine zentrale Rolle in der Defensive spielte, ist es, nach Abschluss der Gruppenphase zum fünften Mal das Achtelfinale der VELUX EHF Champions-League zu erreichen. Dort soll dann nicht - wie bisher - Endstation sein. Brest, das mit dem Franzosen William Accambray einen Olympiasieger (2012), zweimaligen Welt- (2011, 2017) und Doppel-Europameister (2010 und 2014) aus Celje verpflichtete, will sich im Laufe der Spielzeit weiter entwickeln. Der hoch veranlagte Spielmacher Jaka Malus, ebenfalls aus Celje gekommen, soll für entsprechende Impulse auf dem Feld sorgen und dabei sowohl Nemanja Obradović, der vom Champions-League-Teilnehmer Orlen Wisla Plock nach Brest kam, als auch Accambray in Szene setzen.

Die prominenten Verpflichtungen machen deutlich, dass Brest einiges vor hat. Alexandr Meshkov, Sohn des verstorbenen Pädagogik-Professors und Namensgeber des Vereins Anatoly Meshkov, sorgt für die Weiterentwicklung und will irgendwann die VELUX EHF Champions League gewinnen. Dafür hat er professionelle Strukturen geschaffen, und auch in der Heim-Arena hat sich einiges getan. Auch die Heimspiele des weißrussischen Meisters sind inzwischen zu großartigen Events geworden - professionelle Tanztruppe und Lasershow inklusive. Entgegen kommt Alexandr Meshkov und dem heutigen THW-Gegner, dass der Handball in der Grenzstadt zu Polen schon zu Sowjetzeiten eine große Rolle spielte - und diesen Status inzwischen sogar ausgebaut hat.

Zeljko Babic, quasi der Vor-Vorgänger von Alonso, sorgte nach und nach für internationale Impulse. Auch wenn Akteure wie Sime Ivic (HC Erlangen), Petar Djordjic (Benfica Lissabon), Dzianis Rutenka (SKA Minsk) oder auch Pavel Horak den Club inzwischen wieder verlassen haben, ist der Wunsch nach dem großen Schritt nach vorn omnipräsent: "Mindestens das Achtelfinale ist unser Ziel, das Viertelfinale unser Wunsch. Unser Traum ist es aber, noch weiter - nach Köln - zu kommen", sagte Schlussmann Ivan Pesic. Der Schlussmann, inzwischen seit sieben Jahren bei Mshov Brest, ist si etwas wie das Urgestein der Mannschaft. Aus diesem Grund wurde der kroatische Nationaltorhüter auch zum Kapitän der Auswahl von Raul Alonso bestimmt, die trotz der knappen 25:27-Auftaktniederlage in Porto, bei der man zur Pause noch mit 16:9 geführt hatte, mit großem Selbstbewusstsein an die Förde reist. "Unser Kader hat eine große Qualität", warnt Alonso sein ehemaliges Team vor seinem neuen.

Die Zebras setzen im 15. Pflichtspiel seit dem Saisonbeginn vor 39 Tagen auch auf die Unterstützung von den Rängen. "Die Atmosphäre gegen Kielce war überragend", sagt THW-Kapitän Patrick Wiencek. "Unsere Zuschauer können uns richtig helfen, mit der 'weißen Wand' im Rücken spielt es sich viel leichter - und wenn es einmal nicht so gut läuft, können unsere Fans uns aufbauen. Gemeinsam sind wir Kiel!" Das zweite Heimspiel in der Gruppenphase der VELUX EHF Champions League wird am Mittwoch um 19 Uhr von den beiden Dänen Jesper Kirkholm Madsen und Henrik Mortensen angepfiffen, als EHF-Delegierter wird der Norweger Bjorn Hogsnes das Kampfgericht leiten.

 

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