Deutschland siegt im Wiener Hexenkessel

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Europameisterschaft
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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft ihren zweiten Hauptrunden-Sieg gefeiert: In einer außergewöhnlichen Atmosphäre in der Wiener Stadthalle gewann die DHB-Auswahl gegen Österreich mit 34:22 (16:13).

Garant für den Erfolg war vor allem Torhüter Johannes Bitter, zum "Man of the Match" gewählt, mit 15 Paraden. Aber auch Hendrik Pekeler, der viermal traf, hatte mit seiner Abwehrarbeit großen Anteil an dem letztlich klaren SIeg. Auf Seiten der Gastgeber überragte einmal mehr Nikola Bilyk, der 5 Tore erzielte.

In diesem Prestige-Duell war von Beginn an richtig Musik - auf den Rängen, und auf dem Feld. Gut 2000 deutsche Fans hielten gegen die stimmliche Übermacht der Österreicher, auf dem Feld gaben aber zunächst die Gastgeber den Ton an. Und das vor allem mit Nikola Bilyk: Der Kieler Rückraumspieler jagte den Ball zum 1:0 und 3:2 in Wolffs Kasten, bediente dann Frimmel auf Linksaußen zum 4:2 (6.), ließ ein Hüftgeschoss zum 5:3 (10.) folgen. Eine Überzahl-Situation half der DHB-Auswahl in die Partie - und auch daran war maßgeblich ein Kieler beteiligt: Hendrik Pekeler rückte in der offensiven Abwehr auf die Spitze und störte die österreichischen Angriffe mit Wucht. Zweimal spitzelte "Peke" den Ball raus, einmal traf Paul Drux ins leere Tor, einmal wurde Pekeler beim Wurfversuch von Bilyk gehindert: Zwei Minuten für den Kieler Rückraumspieler, Siebenmeter für Deutschland. Die Folge: Ausgleich zum 7:7 (14.).

Doch wieder konterten die Österreicher: Posch traf vom Kreis zum 9:7, dann wechselte Bundestrainer Christian Prokop Johannes Bitter für Wolff ein - ein zumindest für den ersten Durchgang entscheidender Schachzug. Pekeler zeigte, mit welchem Willen die deutsche Mannschaft dieses Spiel bestritt, traf trotz "Klette" Frimmel zum 9:9 und holte zudem eine Zeitstrafe heraus. Noch einmal traf Pekeler zum 10:10, dann schlug die große Stunde von Johannes Bitter: Mit einem gehaltenen Siebenmeter von Weber leitete er die Führung durch Kohlbacher ein (21.), hielt kurz darauf einen Dreher und passte auf Kastening, der zum 12:10 traf. Ein Doppelschlag von Böhm bedeutete das 15:12, in die Pause nahm die deutsche Mannschaft ein 16:13. Ein Wermutstropfen: Patrick Wiencek war aufgrund von Knieproblemen da schon nicht mehr dabei, der Kieler Kapitän hatte sich nach etwa fünf Minuten selbst ausgewechselt.

Mit einem Doppelschlag verkürzte Bilyk auf 18:23 (42.). Doch das war nur ein Strohfeuer: Böhm fing einen Pass von Bilyk ab, und Pekeler traf in Überzahl ins leere österreichische Tor zum 25:18. In dieser 43. Minute war mehr als eine Vorentscheidung gefallen - die DHB-Auswahl hatte nach einer schwierige Anfangs-Viertelstunde die Partie komplett unter Kontrolle. Nach Katenings 26:18 nahm Österreich die Auszeit. Doch es half nichts mehr. Weil Bitter - von laustarken "Jogi, Jogi"-Sprechchären der deutschen Fans gefeiert - weiter stark hielt, weil die deutsche Mannschaft auch mit dem siebten Feldspieler der Österreicher gut zurecht kam. Pekeler traf beim 29:19 (50.) zur Zehn-Tore-Führung in den verwaisten Kasten. Eindrucksvoll hatte die deutsche Mannschaft unter Beweis gestellt, dass sie das Turnier trotz des geplatzten Halbfinal-Einzuges gut zu Ende bringen und unbedingt das Spiel um Platz fünf in Stockholm erreichen will - ein starkes Signal.

Am Mittwoch endet für die deutsche Mannschaft die Hauptrunde bei der EHF Euro. Gegner im abschließenden Spiel in Wien ist die tschechische Auswahl. Wieder einmal werden also Kieler Teamkollegen aufeinandertreffen: Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler werden ab 20:30 Uhr von Pavel Horak herausgefordert. Die Partie wird beim kostenlosen Public Viewing im Handballbahnhof in Kiel zu sehen sein, das ZDF überträgt die Begegnung live im Free-TV.

EHF EURO, Hauptrunde, 20.1.20: Österreich - Deutschland: 22:34 (13:16)

Österreich: Bauer (1 Parade), Eichberger (6 Paraden); Bozovic (3), Weber (3), Wöss, Posch (4), Frimmel (2), Dicker, Herburger, (1) Zeiner (1), Zivkovic (2), Bilyk (5), Wagner, Jochmann, Hutecek, Santos (1)

Deutschland: Bitter (15 Paraden), Wolff (2 Paraden); Gensheimer (2), Golla (2), Wiencek, Reichmann (5/5), Pekeler (4), Weber (3), Häfner (2), Kühn, Böhm (3), Kohlbacher (4), Kastening (6), Schmidt (1), Zieker (1), Drux (1)

Schiedsrichter: Nachevski / Nikolov (MKD)
Zeitstrafen: Österreich: 4 (Frimmel, Herburger, Bilyk, Wagner) / Deutschland: 2 (Böhm, Schmidt)
Siebenmeter: Österreich: 1/0 (Bitter hält Weber) / Deutschland: 5/5
Zuschauer: 10.000 (ausverkauft) (Wiener Stadthalle (AUT))

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Letzte Aktualisierung: 05.04.2020 09:26:25
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