Schlüsselspiel gegen Spanien

Foto: Sascha Klahn

Europameisterschaft
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Nach dem Training verdrückte sich Andreas Wolff auf sein Zimmer. Vom ganzen Rummel um das bevorstehende Schlüsselspiel gegen Titelverteidiger Spanien bekam er kaum etwas mit, der zum Turnierauftakt gegen die Niederlande (34:23) überragende Torhüter der deutschen Handballer büffelte Wurfbilder am Computer.

Die Öffentlichkeitsarbeit erledigte am Freitag sein kongenialer Partner Johannes Bitter. Und der demonstrierte im Teamhotel in Trondheim großes Selbstvertrauen.

"Wir können an einem guten Tag jeden schlagen", sagte er mit Blick auf die Partie am Samstag (18.15 Uhr/ARD). Das Match fühle sich noch "nicht nach einem Do-Or-Die-Spiel an, aber wir haben die Chance, richtig gut ins Turnier zu kommen." Seine Rolle, sagte Bitter ohne mit der Wimper zu zucken, sei es "da hinten mit Andi das Ding zu vernageln".

Nach dem lockeren Aufgalopp gegen die Niederlande (34:23) wird gegen Spanien eine Topleistung der beiden Torleute vonnöten sein, das weiß auch Bundestrainer Christian Prokop. "Spanien spielt in Bestbesetzung und gehen als Favorit in die Partie", sagte er, "aber wir rechnen uns auch etwas aus".

Gegen die enorm defensivstarken Iberer wird sich zeigen, wie stark seine neu formierte Mannschaft wirklich ist. Zur Erinnerung: Die Spanier waren es, die das deutsche Hauptrunden-Aus vor zwei Jahren in Zagreb besiegelten.

"Spanien ist ganz oft ein Schlüsselspiel für uns", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und sprach von einem "absoluten Schlager". Aber, auch das betonte er: "Wenn wir sagen, dass wir von Halbfinale träumen, hat das Spiel schon eine Wirkung. Wenn man das gewinnt, geht man direkt auf die Welle und alles wird ein bisschen leichter. Rechnen kann jeder."

Die Partie hat tatsächlich weit mehr Bedeutung, als es ein zweites Vorrundenspiel vermuten lassen würde. Weil beide Teams im Normalfall die Hauptrunde erreichen dürften, wird der Sieger der Neuauflage des EM-Endspiels von 2016 (damals 24:17) höchstwahrscheinlich die Optimalausbeute von zwei Punkten mit in die nächste Turnierphase nehmen. Dies wiederum wäre enorm wichtig, um eine gute Ausgangslage im Kampf um das Halbfinale zu haben.

Mut macht dem DHB-Team das neue Duo im Tor. Wolff und Bitter sind Prokops wohl größte Trümpfe auf dem Weg zur angestrebten Medaille - ihr erstes gemeinsames Pflichtspiel meisterten die beiden Asse am Donnerstagabend mit Bravour. Wolff zog den flinken Niederländern nach der Pause mit etlichen Paraden den Zahn, Bitter zeigte in der Schlussphase seine enorme Qualität.

Vor allem scheinen sich die beiden aber bestens zu verstehen - was im deutschen Tor in der Vergangenheit beileibe keine Selbstverständlichkeit war. "Jogi hat mich moralisch ziemlich gut unterstützt", sagte Wolff: "Er hat auch in schwierigen Phasen zu mir gehalten und mich aufgebaut." Bitter kann das nur bestätigen: "Es harmoniert, das ist nicht gespielt. Das freut mich."

Der Blick wird beim zweiten deutschen EM-Auftritt aber auch auf Uwe Gensheimer gerichtet sein. Der Kapitän will es nach seinem Turnier-Einstand mit Roter Karte und schwacher Wurfquote am Samstag allen zeigen. "Wir wissen ungefähr, was da kommt", sagte Gensheimer über die Spanier: "Die werden provozieren mit Täuschen und Sinken in der Abwehr. Da müssen wir uns sehr gut drauf vorbereiten."

Vor allem Wolff hat die Worte seines Kapitäns verinnerlicht.

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