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Das Beste kommt zum Schluss: Kiel beim Final4

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Am 28 und 29. Dezember treffen beim VELUX EHF Final4 die Besten der Besten aufeinander - und der THW Kiel ist mittendrin im Kampf um die Champions-League-Krone der vergangenen Saison! Im Halbfinale treffen die Kieler am Montag auf den ewigen Rivalen Telekom Veszprem, der sich seinerseits bei seinem sechsten Auftritt in Köln nichts weniger als den ersten Titelgewinn auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Begegnung wird um 20:30 Uhr angepfiffen, Eurosport überträgt den Kracher ab 20:30 Uhr genauso live im Free-TV wie das erste Halbfinale zwischen Barca und Paris Saint-Germain (18 Uhr). Das Finale beginnt am Dienstag um 20:30 Uhr, zuvor wird ab 18 Uhr Platz drei ausgespielt. "Ich freue mich riesig auf diese großen Partien", sagt THW-Neuzugang Sander Sagosen.

Mit Spannung blickt Handball-Europa nach Weihnachten auf die Kölner Lanxess-Arena, wenn das vielleicht am besten besetzte VELUX EHF Final4 aller Zeiten den Kampf um Europas Krone 2020 entscheiden wird. Das Turnier, aufgrund der Corona-Pandemie zweimal verschoben, wird allerdings anders ablaufen als in den neun Ausgaben zuvor: Die Mannschaften werden streng abgeschirmt, und kein Zuschauer wird die vier Teams in der gigantischen Arena, in der sonst fast 20.000 Fans die Teams nach vorne peitschten, live unterstützen können. Um den Zuschauern wenigstens ein Stück der prickelnden Arena-Atmosphäre nach Hause transportieren zu können, hat sich die EHF für das VELUX EHF Final4 etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Erstmals wird eine neuartige "Augmented Reality"-Technologie mit einem speziell auf verhältnismäßig kleine Bildschirme angepassten Unterhaltungsprogramm eingesetzt, um dem Geisterspiel-Gefühl ein wenig zu trotzen. David Szlezak, Geschäftsführer der EHF Marketing GmbH, weiß, dass "das VELUX EHF Final4 in einer Arena ohne Fans nicht dasselbe sein wird. Wir sind jedoch bestrebt, die Fans mit einer Vielzahl neuer und hochtechnologischer Funktionen zu unterhalten und ihnen das Gefühl zu geben, in der Arena dabei zu sein und ihr Team zu unterstützen."

Die Kieler Anhänger und alle weiteren Handball-Fans in Deutschland können sich über die Live-Übertragungen bei Eurosport im Free-TV freuen. Eurosport wird aus seinem großartigen Live-Studio in München senden, als Experte wird der Champions-League-Sieger Pascal Hens mit an Bord sein. Der Sender wird beide Halbfinals am 28. Dezember sowie das Spiel um Platz drei (Dienstag, 29. Dezember um 18:00 Uhr) und natürlich auch das Finale (Dienstag, 29. Dezember um 20:30 Uhr) live und exklusiv im Free-TV zeigen. Natürlich wird auch der THW Kiel ausführlich vom Final-Turnier berichten - online und auf den Social-Media-Kanälen des Rekordmeisters bei Instagram (www.instagram.com/thwhandball/), facebook (www.facebook.com/thwhandball) und bei Twitter (https://twitter.com/thw_handball). Die ganz große Bühne also für die Stars, die das Final-Event in Köln trotz der besonderen Umstände besonders machen wollen. Allen voran Sander Sagosen, der die unwirklichen Folgen eines schwierigen Jahres auf sich vereint: Mit Paris Saint-Germain kämpfte der Norweger in der vergangenen Saison um den Einzug ins VELUX EHF Final4, jetzt will er dieses mit dem THW Kiel gewinnen - am liebsten gegen seinen früheren Club: "Mein Traum ist es, mit Kiel diesen Titel zu holen. Ich glaube, dass wir dort etwas Großes schaffen können. Natürlich würde ich gerne in einem entscheidenden Spiel in Köln gegen Paris antreten, und wenn wir Veszprem schlagen, könnte es ein Finale gegen PSG werden."

Doch zuvor müssen die Zebras erst einmal eine Herkulesaufgabe bewältigen: Ohne Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) und wohl auch Magnus Landin (Virusinfektion) sowie Pavel Horak, der nach dem umfangreichen Untersuchungs-Programm nach seiner Corona-Infektion von der medizinischen Abteilung des THW Kiel kein grünes Licht für einen Einsatz erhalten hat, den angeschlagenen Rune Dahmke und einem zurückgekehrten Domagoj Duvnjak, dem die Folgen der Infektion trotz medizinischer Unbedenklichkeit noch zu schaffen machen, wollen sie im Halbfinale gegen Telekom Veszprem bestehen. "Unser Wunsch war es natürlich, in Köln mit dem bestmöglichen Kader antreten zu können", sagt THW-Geschäftsfüher Viktor Szilagyi. "Das ist gerade bei einem Final4, bei dem man innerhalb von zwei Tagen zwei ganz intensive Spiele haben wird, wichtig."

Die Ungarn reisen mit einem großen Kader in die Domstadt, müssen allerdings auf den am Kreuzband verletzten Rasmus Lauge ersetzen. "Gegen Veszprem ist es immer extrem schwer, sie haben eine starke Mannschaft und einen guten Trainer. Da kann alles passieren", sagt Sagosen. "Du brauchst eine gute Abwehr, einen überragenden Torwart und eine starke Angriffsleistung, um gegen die Ungarn bestehen zu können." Die Favoritenrolle haben die Zebras sicherlich nicht inne: Anfang Dezember verloren sie in Veszprem nach starken 45 Minuten noch deutlich mit 33:41 (siehe Spielbericht). "Da hat uns am Ende ein bisschen die Kraft gefehlt, da haben wir dann zu viele Fehler gemacht und Veszprem zu Gegenstößen eingeladen", erinnert sich Patrick Wiencek an das Gruppenphasen-Spiel. "In Köln wird es aber eine ganz andere Partie. Davon bin ich überzeugt. Wir fahren natürlich nach Köln, um dort zu gewinnen!"

Die Vorfreude auf das VELUX EHF Final4 ist riesig - auch wenn die Umstände dieses Mal besondere sein werden. "Wir sind extrem heiß auf das Turnier. Wir haben erst einmal nur auf das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen geschaut, seit dem Training am ersten Weihnachtstag gilt der Fokus nur dem Final4", sagt Patrick Wiencek. Sein Kapitäns-Kollege Niklas Landin unterstreicht: "Jetzt steht nur noch eine Sache auf unserem Zettel, und das ist das VELUX EHF Final4. Wir wollen in diesen Tagen richtig angreifen." Einen Favorit gebe es allerdings nicht, sagt der Däne. "Vielleicht ist das auch gut so, in den vergangenen Jahren haben sich die Favoriten in Köln extrem schwer getan." Auch bei THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi steigt von Minute zu Minute das Kribbeln: "Wir haben in der vergangenen Saison sehr, sehr viel dafür getan, dass wir bei diesem VELUX EHF Final4 dabei sein können. Wir freuen uns auf den Jahresabschluss in Köln, bei dem es um den größten internationalen Titel im Vereinshandball geht. Und wir werden alles dafür tun, das schwierige Jahr 2020 zu einem schönen Abschluss zu bringen!"

Die "Mission Köln" startet der THW Kiel bereits am Weihnachtsfest: Am ersten Feiertag versammelt THW-Trainer Filip Jicha seine Mannschaft abends zum Training, um die Vorbereitung auf das Turnier zu starten. Dann beginnt auch das umfangreiche Covid19-Testsprogramm, um das VELUX EHF Final4 in größtmöglicher Sicherheit austragen zu können. Dieses sieht unter anderem PCR-Tests und auch Antigen-Schnelltests vor den Trainingseinheiten vor. Die Zebras werden dann am Sonntagnachmittag direkt von Kiel-Holtenau nach Köln fliegen, im Team-Hotel erwartet sie dort ein weiterer PCR-Test. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse müssen sich alle in der 30-köpfigen THW-"Bubble" im jeweiligen Einzelzimmer in Isolation begeben. Im Hotel selbst gibt es einen exklusiven Fahrstuhl für jedes der vier Teams, die abgeschottet von anderen jeweils einen eigenen Hotelflügel bewohnen. Auch in der Lanxess-Arena wird für die Sicherheit aller Beteiligten viel getan: So können Journalisten Interviews nach dem Spiel nur virtuell führen, insgesamt wird nur die notwendige Anzahl an Menschen überhaupt in der Arena sein. Alle, die mit den "Bubbles" der Teams in Berührung kommen, haben zudem das gleiche intensive Test-Programm wie die Spieler, Trainer und Teamangehörigen durchlaufen.

Das alles wird getan, um das schwierge Handball-Jahr 2020 zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Das VELUX EHF Final4 in Köln wird anders sein, als gewohnt. Und doch werden sich alle vier Mannschaften mächtig ins Zeug legen, um am Ende die begehrteste Trophäe des europäischen Vereinshandballs in Händen zu halten. Was diesen besonderen Moment angeht, haben die Kieler Handballer im Vergleich zu den gegnerischen Mannschaften noch großen Nachholbedarf: Mit Domagoj Duvnjak und Steffen Weinhold stehen nur zwei Spieler im Kader, die schon einmal in Köln gewonnen haben. Mit den Trainern Filip Jicha, Christian Sprenger und Mattias Andersson wächst diese Gruppe auf fünf Personen an - genauso wie bei Paris Saint-Germain, die vier Champions-League-Sieger auf dem Feld und einen an der Seitenlinie stehen haben. Mehr Erfahrung haben da die weiteren zwei Teilnehmer des diesjährigen VELUX EHF Final4: Bei Champions-League-Rekordsieger Barca konnten sieben Spieler und Trainer Pascual bereits in Köln jubeln, bei Veszprem sind es fünf Spieler und zwei Trainer.

Für die Kieler endet am Montag eine vierjährige Durststrecke beim VELUX EHF Final4: Zuletzt spielten die Zebras 2016 die Finalrunde in der Lanxess-Arena und unterlagen damals in einem dramatischen Halbfinale ausgerechnet gegen Telekom Veszprem mit 28:31. "Wir haben eine super Mannschaft, eine tolle Atmosphäre im Team. In Köln sind wir wieder dran. Wir können und wollen die Halbfinal-Bilanz gegen Veszprem ausgleichen", sagte THW-Torhüter Niklas Landin nach der Auslosung. Eine Vorhersage, wie das Spiel laufen könne, sei bei diesen beiden Traditionsmannschaften, die über viele Jahre in der europäischen Spitze mitspielten, kaum möglich, erklärte auch THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi: "Dieses Halbfinale wird in den letzten Minuten entschieden, in denen beide Mannschaften noch einmal alles reinhauen müssen, um das ersehnte Finale zu erreichen." Die Sachen sind gepackt, die Zebras machen sich auf den Weg: Auf geht's nach Köln, Kiel!

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